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Walzbachtaler Gemeinderatssplitter

Am Montagabend müssen dem Weingartener Bürgermeister die Ohren geklungen haben. So heftige Kritik an dem Bürgermeister einer benachbarten Gemeinde hat es im Walzbachtaler Gemeinderat noch nie gegeben. Um genau 20:40 Uhr trat Silke Meyer mit einer Anfrage zur Bänziger-Pressererklärung zur Sperrung der Jöhlinger Straße die Lawine los. Sie machte ihn für das Chaos mitverantwortlich, das auf den Schleichwegen, Ausweich- und Umleitungsstrecken seit der Sperrung der Landesstraße 559 zwischen Jöhlingen und Weingarten herrscht. Ein Unding, sei es dass die Planungen vor Beginn der Bauarbeiten nicht abgeschlossen gewesen seien.
Mit noch härteren Worten nahm Volker Trumpf Erik Bänziger auf die Hörner. Er habe mit der in dieser Art nicht nachvollziehbaren Sperrung der L559 den Glauben an die ganze Verwaltung verloren. Das bezog er nicht nur auf den Weingartener Bürgermeister, sondern auch auf die Verkehrsplaner im Landratsamt. „Es kann doch nicht sein, dass ein Bürgermeister so viele Leute in Geißelhaft nimmt“, schimpfte Trumpf und forderte den Walzbachtaler Bürgermeister auf, bei seinem Weingartener Kollegen zu intervenieren.
Selbst der ansonsten mit Kritik an Amtskollegen mehr als zurückhaltende Karl-Heinz Burgey schloss sich der Kritik an. Die lange Sperrung sei nur schwer nachvollziehbar und nicht plausibel dargelegt. Er werde sich hilfesuchend ans Landratsamt wenden sagte er und versprach den Walzbachtaler Gemeinderäten: „Wir bleiben am Thema dran.“

Auch die Vertreter des Wössinger Zementwerks mussten sich der Kritik stellen. Sie allerdings gingen am Ende in Sack und Asche aus dem Raum. „In aller Form“, so erklärte der Leiter Umwelt, Genehmigung und Öffentlichkeitsarbei Jörg Heimburg, entschuldige er sich dafür, dass das Werk im Jahr 2016 die Emissionswerte nicht richtig berechnet habe.

Die Lacher auf seiner Seite hatte er bei der Antwort auf die Meyer-Frage, wie weit die Verfüllung des alten Zementwerksgeländes mit Stuttgart21-Aushub sei. „Die Schwaben haben einfach nicht so viel gute Erde“, scherzte er. Deshalb sei man erst bei der Hälfte der genehmigten rund eine Million Tonnen angekommen.

Karl-Heinz Burgey stellte die neue Ordnungsamtleiterin Mirjam Müller-Dietzel vor und wies gnitz darauf hin, „dass sie die erste Woche schadlos überstanden hat“.

Allerhöchster Lob durfte der Bürgermeister von einer Zuhörerin mit Rollator entgegen nehmen. Die Bewohnerin des Seniorenzentrums Kronengarten zeigte sich als intensive Beobachterin der pflanzlichen Entwicklung am Bachweg. Zwar seien die Rosen entfernt worden, schilderte sie ihre anfängliche Enttäuschung. Doch jetzt strahlten die neu angelegten Blühstreifen in prächtigem Blau, berichtete sie und kündigte resolut an: „Aber nach dem ersten Tagesordnungspunkt gehe ich“, was sie später auch wahr machte.

Die Jöhlinger Werkrealschule ist endgültig aufgehoben. Das hat das Staatliche Schulamt Karlsruhe der Gemeinde Walzbachtal mit Schreiben vom 13. August mitgeteilt. Gleichzeitig stimmte das Schulamt der Weiterführung der Walzbachschule als selbständige Grundschule ab dem Schuljahr 2018/19 zu. Schon am 9. Juni 2016 war durch das Regierungspräsidium Karlsruhe die Aufhebung der Werkrealschule an der Walzbachschule verfügt worden wegen wiederholtem Unterschreiten der notwendigen Schülerzahl von 16 Schülern pro Jahrgang.

Ja was war denn das? Im Mitteilungsblatt vom 6. September hatte die Gemeindeverwaltung eine Stellenanzeige platziert: Gesucht wird ein neuer Leiter des Baubetriebshofs. Ja ist die Stelle nicht besetzt? Genau zwei Seiten zuvor gratulierte der Bürgermeister noch dem amtierenden Bauhofleiter Bernd Scholer zum 20-jäjrigen Jubiläum in Walzbachtal. Das war knapp. Denn Scholer wird Walzbachtal Ende November verlassen. Wie zu hören war wird er als Amtsleiter im Brettener Rathaus den dortigen Baubetriebshof führen. .

Unter Punkt Bekanntgaben aus nichtöffentlicher Sitzung berichtete der Bürgermeister von dem Beschluss des Gemeinderats, ein Grundstück im Innerortsbereich zu kaufen, um dort eine bauliche Entwicklung zu ermöglichen. Wo das Grundstück liegt und welche Entwicklung vorangetrieben werden soll, berichtete er nicht.

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Kommentare (1)

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    Gondelsheimer

    |

    Als Antwort auf: Walzbachtaler Gemeinderatssplitter
    Ach, nur weil andere Länder in drei Jahren einen Flughafen bauen können, muss es hierzulande nicht auch für ein die Leitungen und ’nen neuen Asphalt auf ein paar Hundert Metern reichen. Und weil das eh solange dauert, musste man die Navihersteller/Kartenproduzenten auch nicht vorher informieren, die paar Tage Anfangschaos fallen nicht ins Gewicht. Und wenn die Wald- und Feldwege erstmal eingefahren sind, kann man die Jöhlinger Straße vielleicht als Anliegerstraße wiedereröffnen?

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