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Walzbachtaler Gemeinderatssplitter

Haushalt verabschiedet / Gemeinderäte sinnierten / Umgehung von der Terrasse aus weniger schlimm
Haushaltsberatungen sind das Königsrechts des Gemeinderats. Michael Paul nahm dieses Recht für sich in aller Ausführlichkeit Anspruch. Über eine Stunde sezierte er in seiner Haushaltsrede detailreich alle Aspekte des Zahlenwerks. Als er nach über einer Stunde ankündigte: „Ich komme jetzt ans Ende“ ging ein erleichtertes Lächeln durch die Reihen seiner Kollegen und Karl-Heinz Burgey fasste staunend zusammen: „Ein mächtiges Werk “!

Gefühlt der Fraktionsgröße entsprechend schrumpfte dann die Länge der Reden. Silke Meyer begnügte sich mit 18 Minuten, die Grüne Andrea Zipf legte ähnlich nach wie Werner Schön für die FDP: Gottseidank, denn man stelle sich vor, jeder der vier Fraktionssprecher hätte die Paulsche Messlatte gerissen – Gemeinderat und die fünf Zuschauer wären erst kurz vor der Geisterstunde erschöpft nach Hause gewankt.

Einige kritische Worte musste sich der neu gegründete Verein „Bürgerinitiative pro Jöhlingen e.V.“ von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Silke Meyer anhören. Es sei unbestritten, dass die Anwohner der B293 seit Jahren viel Lärm und Gestank ertragen müssen. Einzig sinnvoll sei nur eine Umgehung, die um das Attental herumführen wird. Die Bewohner des äußeren Attentals würden danach sicher von ihren Terrassen aus die Brücke und Umfahrung sehen. Aber das sei im Vergleich zu den Anwohnern und deren derzeitige Belästigung sicher nicht gleichwertig anzusehen.

Mit schlauen Sprüchen salzen fast alle politischen Redner auch nur einigermaßen längliche Reden. Nicht anders die Fraktionssprecher des Walzbachtaler Gemeinderats bei ihren Haushaltsreden. Weil nach diesen Zitaten einige nicht mehr weiterlesen, habe er seine Moritat ans Ende seiner Rede gestellt, meinte Michael Paul: „Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ist ein Ozean.“ Und siehe da: Kollegin Meyer schien das gleiche Gefühl zu beherrschen, stellte doch auch sie ihre Weisheit („Es ist nicht gesagt, dass etwas besser wird, wenn man es ändert, aber wenn etwas besser werden soll, muss man es ändern“) ans Ende, während Andrea Zipf („Unser Entscheiden reicht weiter als unser Erkennen“) und Werner Schön („„Eines guten Redners Amt oder Zeichen ist, dass er aufhöre, wenn man ihn am liebsten höret.“) ganz bewährt vorne ihre Sinnsprüche platzierten.

Der Gemeinderat habe ihm mit der Verabschiedung des Haushalts ein ordentliches Päckchen an Themen für 2018 auf den Weg gegeben. „Wir werden uns daran machen, das zu bearbeiten“, versicherte Karl-Heinz Burgey.

So richtig reibungslos läuft es mit der Breitbandverlegung durch die Telekom in Jöhlingen nicht. Die Telekom würde bei der Verlegung Gehwege aufreißen aber nur selten in der Qualität wie vorher schließen. Denen solle die Gemeindeverwaltung „auf die Füße treten, das kann nicht so sein“, forderte Michael Paul vom Bürgermeister.

Etwas einsam saß SPD-Gemeinderat Uwe Volk auf seinem Platz. Die Kollegen Beate Müller und Roland Schneider links und rechts von ihm kurierten neben Volker Trumpf ihre Krankheiten zu Hause aus. „Das gibt nur ein Drittel Sitzungsgeld“, scherzte daraufhin der Bürgermeister. „Das Dreifache“ protestierte Uwe Volk schlagfertig.

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