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Walzbachtaler Gemeinderatssplitter

Burgey sauer / Sitzung rekordverdächtig / Gemeinderat will notfalls vor Gericht
Das war eine Sitzung mit Rekordverdacht. Allein die Beratung der Einwendungen von Anliegern des Gageneck gegen die Planung eines Seniorenzentrums in ihrer Nachbarschaft zog sich und zog sich. Bis es Uwe Volk zu bunt wurde. Genau 22:17 Uhr war es, als er mehr als drei Stunden nach Sitzungsbeginn den Geschäftsordnungsantrag stellte, die Sitzung abzubrechen. Er habe am nächsten Morgen Frühschicht. Mit nur zwei Gefolgsmännern war seinem Antrag allerdings kein Erfolg beschieden. Mit großer Mehrheit wollte der Gemeinderat die Sitzung zu Ende bringen. Lange dauerte das allerdings nicht mehr. Gegen halbelf machte der Bürgermeister nach einem weiteren kurzen Tagesordnungspunkt und einer Bekanntgabe Schluss.

So angefressen hat man Karl-Heinz Burgey – wenn überhaupt – noch selten im Gemeinderat gesehen. Mit deutlich sichtbarer Verärgerung reagierte er auf den Vorschlag von Michael Paul, den Einspruch gegen die Entscheidung des Landratsamt zur Baugenehmigung für die Jöhlinger Lessingstraße 5 solle nicht er, sondern ein Karlsruher Rechtsanwaltsbüro formulieren. „Vielen Dank für Ihr Vertrauen“ beschied er den CDU-Fraktionsvorsitzenden sarkastisch und legte sofort noch eine Schippe oben drauf. „Der Bürgermeister, der Burgey heißt, wird das nicht unterschreiben“, informierte er den Gemeinderat in eigentümlicher Formulierung. Nicht er, sondern sein Stellvertreter Michael Paul müsse das tun.
Ein wenig beruhigte er sich erst, als Michael Paul die Erklärung nachlegte, die Gemeinderäte wollten der Verwaltung nicht zumuten, einen Widerspruch formulieren zu müssen, der gegen ihre eigene Rechtsaufassung verstoße, beruhigte sich der Bürgermeister wieder ein wenig. Die Stimmung aber blieb frostig.

Kurz zuvor noch war er von ESB-Mitarbeiter Hartmut Schenk fast in den Adelsstand erhoben worden. Der hatte erklärt, ganz schwierig hätte sich bei Verhandlungen mit den Verkehrsbehörden die Realisierung des Wunsches nach Tempo 50 bis nach dem neuen Anschluss des neuen Gewerbegebiets herausgestellt. Bis Karl-Heinz Burgey wie deus ex machina erschien. „Als der Bürgermeister ins Zimmer kam, da war nach fünf Minuten alles klar“, erinnerte sich Schenk.

Am Anfang viele leere Plätzen. Ganz besonders hart traf es die Grünen. Bei ihnen hielt allein Ernst Reichert die Fahne hoch. Bei der CDU trudelte nach und nach der ein oder andere nachträglich ein. Nach einem anfänglichen Blick in die Runde versicherte sich Burgey jedoch: „Wir sind beschlussfähig.“

Die neue Buchhaltung „Doppik“ macht auch vor dem Haushaltsplan des Waldes nicht Halt. Als Kämmerin Anja Leyerle zu der hochkomplexen Erklärung ansetzte, warum nach dem neuen System die Erträge als deutlich geringer ausfallen werden als bisher, da schwirrte so manchem der Kopf.

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