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Waldkinder

Walzbachtal will Betreuung alternativ lösen
Waldkindergärten sind im Trend. Längst haben sie das Stadium des Experimentierens hinter sich gelassen. „An jeder Ecke sprießen in Baden-Württemberg solche Kindergärten aus dem Boden“, berichtete denn auch Isabelle Wenglein dem Walzbachtaler Gemeinderat, der sich in diese Entwicklung einreihen und damit gleichzeitig dem deutlich erhöhten Betreuungsbedarf gerecht werden will. Das Wössinger Oberlinhaus, das das Modell als Walddependance betreuen wird, sei darauf gut vorbereitet, berichtete dessen stellvertretende Leiterin dem Gemeinderat.

Dem Kindergarten stünden zwei interessierte Erzieherinnen mit waldpädagogischer Ausbildung zur Verfügung. Damit könne der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten voll erfüllt werden. Auch von den Anmeldezahlen her sei garantiert, dass im Gewann „Kuhställe“ direkt neben dem Weinbaugebiet „Hasensprung“ im September mit einer kleinen Gruppe von sechs bis zehn Kindern gestartet werden könne. Im Endausbau sollen in dem Bauwagen, den der Gemeinderat bei der Bensheimer Firma Martens für rund 70.000 Euro bestellte, zwanzig Kinder betreut werden können. Der elf Meter lange Wagen wird mit allem ausgestattet sein, was notwendig ist. Zu Beginn werde dort noch kein warmes Mittagessen serviert. Die Eltern sollen den Kindern ein Vesper mitgeben. Morgens sollen die Kinder beim Parkplatz an der „Fraueneiche“ abgegeben werden. Nach einem kurzen Spaziergang zum „Kuhställe“ folgen pädagogische Angebote im Wald oder auf der Wiese. Spätestens um 15 Uhr müssen die Kinder abgeholt werden. Im Anfangsstadium gewähre man Kindern und Eltern eine Schnupperphase“ vor der endgültigen Entscheidung.

Den Platz beschrieb Karl-Heinz Burgey als „sonnig, von beiden Ortsteilen aus gut erreichbar und damit gut geeignet“. Die Kinder hätten viel Bewegungsfreiheit und trotzdem einen geschützten Raum. Mit dem Waldkindergarten wolle die Gemeinde das pädagogische Konzept in Walzbachtal erweitern. Bei kritischen Wetterlagen könne die kleine Gruppe in das in der Nähe liegende Vereinsheim des Wössinger Obst- und Gartenbauvereins ausweichen, informierte der Bürgermeister über eine Absprache mit dessen Vorstand.

Zweifel an dem Bauantrag für den unabdingbaren Bauwagen gab es im Gemeinderat nicht. Im Gegenteil empfand Michael Paul für die CDU-Fraktion das Modell nicht nur als Ergänzung des bestehenden pädagogischen Angebots, sondern bezeichnete es als Bereicherung. Andrea Zipf signalisierte für die Grünen ebenso große Unterstützung für den schließlich einstimmig genehmigten Bauantrag.

Ortsbaumeister Björn Heimann hatte die Details zu den notwendigen Bauleistungen parat. Für die Erschließung des bisher landwirtschaftlich genutzten Grundstücks wird ein Zufahrtsweg geschaffen und das Gelände im Bereich des Bauwagens eingeebnet. Kosten: 14.452 Euro. An den Waldkindergarten soll eine Terrassenüberdachung mit einer Länge von 11 Metern und einer Breite von 4 Metern anschließen, um den Freibereich auch bei Regenwetter besser nutzen zu können. Sie schlägt mit 17000 Euro zu Buche. Mit insgesamt 101.000 Euro habe man das ursprüngliche vorgesehene Budget knapp unterschreiten können, informierte Heimann.

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