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Wachstumsreichster Wald

Die Stadt Bretten pflegt den größten Wald im Landkreis

Die Entwicklung des Brettener Waldes wird seit mehreren hundert Jahren planvoll betrieben über Generationen von Förstern hinweg. Eines der Instrumente, derer sie sich bedienen, ist der sogenannte Forsteinrichtungsplan. Als Grundlage wird alle zehn Jahre von externen Fachleuten der Zustand des Waldes erhoben.

Die gewonnen Daten sind Basis für den neuen Forsteinrichtungsplan, der die für die nächsten zehn Jahre notwendigen Maßnahmen und Entwicklungen beschreibt.

Diesen Forsteinrichtungsplan ließ sich der Brettener Gemeinderat am Freitagnachmittag von Experten der Forstdirektion Freiburg bei einem ausgiebigen Gang durch den Großen Wald vorstellen. Nachdem am Vortag ein heftiger Sturm über dem Wald getobt hatte, war dieser Gang nicht selbstverständlich und seine Durchführung sei gemeinsam entschieden worden. Doch auch am Freitagnachmittag pfiff noch so manche scharfe Windboe durch den Wald. Stadtrat Harald Müller kann davon ein Lied singen, riss ihm doch ein besonders starkes Exemplar die Mütze vom Kopf, die er triefend nass aus einer Pfütze bergen musste.

Oberforstrat Schneble weist auf die Entastung der Douglasien hin

Am Ausgangspunkt, dem Waldparkplatz beim Tierpark, warf nach der Begrüßung durch OB Martin Wolff Forsteinrichter Bernhard Koch zunächst einen Blick in die Vergangenheit. Sehr viele Veränderungen habe es im Lauf des vergangenen Forsteinrichtungsplans nicht gegeben. Der Wald sei immer noch in demselben guten Zustand. Die Zielsetzung Holzverkauf sei immer noch recht hoch.

Um den Bestand des Waldes muss man sich deshalb keine Sorgen machen. Denn Bretten habe mit 2000 Hektar nicht nur den größten, sondern auch den wachstumsreichsten Wald im Landkreis Karlsruhe, berichtete ein sichtlich stolzer Förster Ewald Kugler. Das wies er an einemmächtigen Stapel Douglasien mit einem Durchmessen von bis zu einem Meter nach. Fünfzig Festmeter Holz wie an diesem demonstrierten Stapel würden an einem einzigen Tag nachwachsen. Da staunte so mancher Gemeinderat.

Förster Ewald Kugler erläuterte das Wachstum im Brettener Wald – 50 Festmeter an einem Tag.

Schwierigkeiten würde aber noch die Ersatzaufforstung von 15 Hektar bereiten, die als Ausgleichsmaßnahme für die Abholzung des Rüdtwaldes vorgesehen ist. Auf einem Acker bei Neibsheim würde das nicht besonders gut gelingen. Jährlich seien deshalb Pflegemaßnahmen in Höhe von 30.000 Euro notwendig. Mit dem neu geschaffenen Kletterwald als Freizeiteinrichtung beim Waldtierpark mochte sich Ewald Kugler ebenso wenig anfreunden und machte das im weiteren Verlauf des Waldbegangs mit drastischen Worten deutlich.

In der Zusammensetzung sei derBestand bestimmt von Buche (42 Prozent), Douglasie (17 Prozent) und Eiche. Über deren Anteil von 12 Prozent lachte des Försters Herz, denn dafür lassen sich stattliche Preise erzielen, informierte Bernhard Koch. Aber auch in den Reihen Douglasien befänden sich sehr viel Prachtstücke, meinte Oberforstrat Bernd Schneble und lobte Förster Ewald Kugler für die mustergültige Arbeit, die er über Jahre hinweg beim Entasten geleistet habe.

Der Wald werde aber nicht nur als Wirtschaftsfaktor begriffen. Beispielhaft zeigte Koch auf eine am Wegesrand stehende morsche Buche, an der die Krone schon abgegangen war. Solche Bäume belasse man  immer wieder aus Naturschutzgründen, um beispielsweise Spechten die Möglichkeit für Bruthöhlen zu bieten. Waldbesucher müssten die Gefahren in Kauf nehmen, die von solchen Bäumen ausgehen.

Dazu zählt ohne Zweifel Werner Schabinger. Der Sprantaler zeigte sich als reger Spaziergänger im Großen Wald besonders daran „interessiert was in den Wäldern passiert“. Genauso wie Anne Backert die mit Hund Fhyla regelmäßig in den Wäldern unterwegs und nur eine unter den vielen interessierten Teilnehmern der Runde war.

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