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Vortänzer angereist

Ostdeutsche Unterstützung für die Bauerntanzgruppe

Was wäre Peter und Paul ohne seine Tänze? Nicht wenige der Besucher kommen ausschließlich zum Gruppenlinedance auf dem Kirchplatz. Protagonisten dort sind die Mitglieder der Tanzgruppe der Bauern. Ihre bäuerlichen und höfischen Tänze sind in ihrer Schrittfolge durchaus anspruchsvoll und bedürfen einiger Übung, um sie anmutig und ohne Stolperer aufs Parkett legen zu können.

Das geschieht nicht erst kurz vor Peter und Paul: Vor kurzem stand deshalb ein Workshop in der Vogtey auf dem Programm. Er war Teil der Vorbereitung auf das kommende Heimatfest. Fachkundige „Vortänzer“ waren dazu extra aus dem im Berliner Speckgürtel liegenden Eggersdorf angereist. Die Mitglieder des dortigen befreundeten Bauernvolks, kurz nach dem Mauerfall nach dem Brettener Vorbild entstanden, haben sich mit ihrer „Folkdanz“-Gruppe längst von den Brettenern emanzipiert. So weit, dass sie mittlerweile gar als deren Tanzlehrer antreten können.

Als solche waren angereist Katja Glante, ihr Mann Frank und Edith Nagel. Edith Nagel kann sich noch sehr gut erinnern an die Anfänge der „sehr herzlichen Beziehung“ wie sie sie nennt. Erst durch die Brettener Bauerngruppe habe sie bei deren Auftritten nach der Wende in Wittenberg diese Form des Tanzes kennengelernt und „fand das ganz toll“. Die Bauerntänze hat die „Folkdanz“-Gruppe in das Vatertagsfest des 15 000-Einwohner-Städtchens integriert, zu dem immerhin 3 000 Besucher kommen und sich an den Mitmachtänzen beteiligen.

ie mittelalterlichen Volkstänze aus aller Welt haben die Eggersdorfer also längst perfektioniert. Das ist auch notwendig: Denn besonders die höfischen Tänze, die Schreittänze – so ergänzte der Brettener Tanzgruppenleiter Jürgen Campensi – sind sehr anspruchsvoll und gleichen in ihrer Abfolge einer ausgefeilten Choreografie. Für das „Normalvolk“ gibt es am Peter-und-Paul-Samstagabend aber auch Einfaches wie etwa den „Bärentanz“ oder den „Hampelmann“ deren Schwierigkeitsgrad sich schon durch den Namen erschließt und die man nach zwei,drei Versuchen beherrscht.

Unabdingbar für diese Art des Tanzes ist die korrespondierende, mittelalterliche Musik. Auch da sind die Eggersdorfer gut aufgestellt. Die Brettener seien „völlig auf die Eggersdorfer angewiesen“, meint Robert Hartmann, designierter Nachfolger des derzeitigen Tanzleiters. Die Eggersdorfer „Pipentid“ begleitet die Tänzer mit Dudelsack, Gitarre, Harfe, Flöten und Drehleier. Beim Workshop müssen sich die Teilnehmer allerdings mit einer Konserve dieser Musik begnügen.

Dafür ist Frank Glante mitgekommen und bedient auf Hinweis seiner Frau Hebel und Tasten des Abspielgeräts. Nahezu 20 Tänzerinnen und Tänzer hören auf der beiden Kommando. Unter ihnen Claudia Kößler und Edith Blattner. „Das macht uns richtig Spaß“, sagt Claudia Kößler und Edith Blattner ergänzt mit einem selbstbewussten: „Wir bereichern das Fest!“ Und wirft gleichzeitig einen schelmischen Seitenblick auf den großen Topf mit vor sich hin dampfenden Bockwürsten: „Bei den Bauern gibt es immer was zu essen.“

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