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Unaufgeregt

Landtagspräsidentin beim Neujahrsempfang der CDU Gondelsheim / Saxophonist heimst Beifall ein

Europawahl, Kommunalwahl, Landtagswahlen im Osten, in Bremen stehen in Kürze an. Eine solche Thematik kann an den Rednern eines Neujahrsempfangs nicht vorüber gehen. Nicht anders in Gondelsheim. Im evangelischen Gemeindesaal machte den Auftakt in diesem Reigen Manfred Schleicher.

Der Ortsverbandsvorsitzende begrüßte und bedankte sich bei den anwesenden CDU-Kandidaten für Gemeinde- und Kreisrat. „Was wäre Gondelsheim ohne die vielen Menschen, die sich für die Gemeinde engagieren?“ rief er den zahlreichen Gästen des Neujahrsempfangs zu, der in der Tat in seiner sechzehnten Auflage am Sonntagabend so gut wie nie besucht war.

Zum Engagement bei den Kommunal- und Europawahlen rief auch Joachim Kößler auf. Der europapolitische Beauftragte der CDU-Landtagsfraktion legte seinen Schwerpunkt dabei selbstverständlich auf die EU-Wahl. Gerade dort müsse man den Populisten entgegen treten, forderte er. Auf vorbildliche Art tue dies Sabine Kurz. Mit dem Einzug der AfD in den Landtag sei die Ruhe vorbei. Die stellvertretende Landtagspräsidentin und Hauptrednerin des Abends bringe die AfD bei den Landtagssitzungen mit ihrem besonnenen Auftreten aber immer wieder zur Räson.

An der CDU-Neujahrsbrezel: Die stellvertretende Landtagspräsidentin Sabine Kurtz mit dem CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Manfred Schleicher, Axel Fischer, Joachim Kößler und Petra Schalm

Von genau dieser Ruhe und Unaufgeregtheit war in der Tat die Rede von Sabine Kurz bestimmt. Dabei knüpfte sie zunächst einmal an den vorausgegangenen, musikalischen Vortrag von Robert Amend an. Der Saxophonist der Brettener Jugendmusikschule erwies sich dabei mit dem vom Publikum schließlich mitgesungenen, irischen „auld lang syne“ nicht nur musikalisch als großes mit viel Beifall gefeiertes Unterhaltungstalent. Der US-Amerikaner enterte spontan das Rednerpult, wies auf seine Verbundenheit mit Europa hin und bezeichnete sein gerade interpretiertes „Posaunen von Jericho“ als Aufforderung zum Mauern niederreißen.

„Heimatverbund und weltoffen“ meinte daraufhin Sabine Kurz, sei die Stimmung, die sie gerade aufgesaugt habe und „die wir gerade brauchen“.  Die anstehende bezeichnete sie als die wichtigste aller bisherigen Europawahlen. Die Zusammensetzung des Parlaments werde aller Voraussicht nach drastisch ändern. Beispielhaft nannte sie die Entwicklung in Frankreich, bei der die konservativen Parteien durch das Macron´sche „En marche“ pulverisiert sein werde. Überdies rechne sie mit dem Einzug vieler antieuropäischer Gruppen. Damit stehe Europa auf dem Spiel, fürchtete sie. Die Bedrohung durch den Nationalismus sei eine große Gefahr, gegen die man alle Kräfte mobilisieren müsse.

Die Entwicklung beruhe auf einer starken Verunsicherung der Bürger. Obwohl es Deutschland wirtschaftlich sehr gut gehe, sei die Stimmung nur wenig besser als in der wirtschaftlich sehr schwierigen Nachkriegszeit. Beispielhaft nannte sie die Dieseldebatte in der die Diskussion oft diametral auseinandergehe. Während Schüler für schärfere Grenzwerte demonstrierten, organisierten andere Demonstrationen mit dem genau entgegengesetzten Ziel. In diesem Spagat empfahl sie das 70-jährige Grundgesetz als Richtschnur. Es könne eine stabile Grundlage für den Zusammenhalt einer auseinanderdriftenden Gesellschaft bilden. „Man muss den Mut haben, nicht hinter den Schwarzmalern herzulaufen“, zitierte sie als Schlusswort jenes, das Annegret Kramp-Karrenbauer während des Bundesparteitages benutzt hatte.

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