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Umsteuern

Der baden-württembergische Verkehrsminister skizzierte die künftige Verkehrspolitik

Das Thema Verkehr ist in Walzbachtal ein hochbrisantes. Die Sperrung der L559 mit dem Schleichwegproblem, die Jöhlinger B293-Umgehung oder die Änderungen der Beschilderung am westlichen Wössinger Ortseingang werden immer wieder heftig diskutiert. Wenn in dieser Situation ein Verkehrsminister nach Walzbachtal kommt

und sich unter dem Motto „Austausch“ der Diskussion stellt, dann kann er sicher sein, dass die Bürger zu diesen Themen den Austausch wollen. Genau dieser Diskussion musste sich denn auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann stellen bei seinem vom Wössinger Ortsverband der Grünen organisierten Besuch im Wössinger Hof.

Die Palette der Fragen der rund 50 Besucher reichte aber weit über diese drei Themen hinaus. Besucher aus Bretten, Neulingen, Pfinztal oder Bretten sprachen dann beispielsweise auch Staus auf der B294 in Bauschlott, das Ladensterben auf den Dörfern, das Tempolimit auf den Autobahnen, Ampelschaltungen in Karlsruhe, die Unpünktlichkeit der Stadtbahnen, die Entsorgung von Batterien und die Energieversorgung von Datenzentren an. Die Themen glichen einem willkürlichen Sammelsurium, das hinein reichte bis in kleinste Kleinigkeiten, um die ein Landesminister selbstverständlich nicht Bescheid wissen konnte.

Der baden-württembergische, grüne Verkehrsminister Winfried Hermann sprach im Wössinger Hof über die Herausforderungen der zukünftigen Verkehrspolitik.

Winfried Hermann schlug sich dennoch tapfer und konnte etliche Fragen schon mit der grundsätzlichen Skizzierung der von ihm favorisierten, zukünftigen Verkehrspolitik beantworten. Er wolle keineswegs „ein Gelobhudel“ ablassen über die Erfolge während der sieben Jahre, die er mittlerweile im Amt ist wie der Walzbachtaler Ortsverbandsvorsitzende Michael Futterer bei seiner Begrüßung gemutmaßt hatte. Vielmehr wolle er den Blick richten auf die Verkehrssysteme der Zukunft: „Wie werden wir uns 2050 fortbewegen im Zug, auf den Straßen und mit welchem Kraftstoff?“

Er warb gleichzeitig um Verständnis für Maßnahmen, die er aus Verpflichtungen aus der Vergangenheit realisieren müsse, so unsinnig er sie mitunter selbst finde. Dazu zählt auch die Jöhlinger B 293-Umgehung. Damit machte er den Vertretern der Jöhlinger Bürgerinitiative, die sich gegen dieses Projekt wendet und ihm im Anschluss an die Versammlung eine von 3053 Personen unterzeichnete Petition überreichten, wenig Hoffnung.

Ein Umsteuern in der Verkehrspolitik sei aus Umweltgründen unabdingbar. Ohne dieses Umsteuern könne man die von der Bundesregierung gesetzten Klimaziele nie erreichen. Der Trend müsse hingehen zur nachhaltigen Mobilität mit Elektroantrieb, dessen Energie allerdings nicht aus Atom- oder Braunkohlekraftwerken kommen dürfe.

Als Vorbild empfahl er den chinesischen Weg. Dort seien beispielsweise 2018 doppelt so viele batteriebetriebene Autos vom Band gelaufen wie im gesamten Rest der Welt. Mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Autos könnten Konzepte zur Stauvermeidung realisiert werden. Außerdem müsse bis 2030 eine Verdoppelung des ÖPNV gelingen. Die Bahn müsse mit einem gewaltigen Modernisierungsschub den Löwenanteil daran übernehmen.

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Kommentare (2)

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    Jo France

    |

    Als Antwort auf: Umsteuern
    Boah, da sind ja Menschen ohne Ende. LOL. Ich glaube, der Aufschwung der Grünen, ist beendet!

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    wessinga

    |

    Als Antwort auf: Umsteuern
    „Außerdem müsse bis 2030 eine Verdoppelung des ÖPNV gelingen. Die Bahn müsse mit einem gewaltigen Modernisierungsschub den Löwenanteil daran übernehmen.“ Die Verarschung der Bürger wird ja immer unverfrorener. Jahrzehntelang Strecken still legen und Rückbau, und jetzt so ? Das einzige was mehr als verdoppelt wurde und weiter wird, sind die Fahrpreise. Nahallamarsch – Geld her, Geld her oder ich fall um.Tatäää

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