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Tintenfrische

Textwerkstatt in der Jöhlinger Bücherecke
Es war keine Premiere, die die Textwerkstatt „Tintenfrische“ in der Jöhlinger „Bückerecke“ gab. Vor zwei Jahren schon war die Truppe in der Jöhlinger Bücherecke zu Gast. Das muss eine gelungene Veranstaltung gewesen sein, denn ein Blick in die Besucherreihen bewies: Eine stattliche Zahl war „Wiederholungstäter“ und damals schon dabei. Das Rezept von Renate Siegel, Claudia Mummert, Sabine Kampermann, Sabine Hofsäß, Susanne Benz, Stefanie Lasthaus und Michael Sohmen, die sich zur „Tintenfrische“ zusammengetan haben, blieb im Wesentlichen das gleiche. Ein bisschen gruselig, skurril, unheimlich und in vielen Fällen auch überraschend musste es sein bei der „Schrägen Lesung an einem Sommerabend“ wie das Gastspiel in Jöhlingen übertitelt war. Der Sommerabend machte sich allerdings eher unangenehm, weil mit gewaltigen Temperaturen bemerkbar. Ihm wurde zumindest in den Zuhörerreihen mit heftigem Fächerwedeln begegnet. Sabine Rentschler, Co-Vorsitzende des veranstaltenden „Familientreffs Kunterbunt“ deutete in ihrer Begrüßung den rund 30 Zuhörern an, dass es „heiß“ nicht nur bei den Temperaturen bleiben werde. Die in den Texten aufblitzende Erotik werde dieses Adjektiv an etlichen Stellen verdienen. Darauf wies der Untertitel der Lesung hin: „Mord mit lustig“ wurde dort angekündigt und dem fielen denn auch etliche Protagonisten der sieben Kurzgeschichten aus der Feder der sechs Autorinnen und eines Autors zum Opfer. Den Anfang machte Sabine Kampermann, Kopf und Organisatorin der „Tintenfrische“ und vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin, wie Moderatorin Claudia Mummert sie vorstellte. „Frohe Ostern“ verkündete sie jahreszeitlich völlig unangemessen kurz vor den ersten Weihnachtsmännern in den Supermarktregalen. Ein Missverständnis bildete die Basis von „Gerdas Hobby“. So heißt die Geschichte von Lokalmatadorin Renate Siegel, die nach der Aufklärung in einer neuen überraschenden Wende endete. „Stricken“ statt „Strippen“ war ursprünglich angesagt, doch das Honorar für den vermeintlichen Pullover reichte auch für einen heißen Tanz an der Stange. Die exilierte Westfälin Stefanie Lasthaus´ lehnte ihr „Curry“ an „Rapunzel“ an. Doch statt der langen Haare ließ das Resultat eines Deals mit der Nachbarin einen blau-weißen Schalke-Schal aus dem stillgelegten Förderturm herunter, in dem sie zu hausen gezwungen war. Die Hochzeitsreise führte im Bus zu einem Auswärtsspiel beim KSC. So gut ging die Geschichte bei Susanne Benz´ „Yves et Lily“ nicht aus. Die verschmähte Liebe bezahlte das Schneiderlein mit einem tödlichen Stich in die Brust. Genau so unglücklich endete eine Ehe, die Sabine Hofsäss in „Seite 342“ beschrieb. Der Mörder war mal wieder der Gärtner, der seiner Gattin ein giftiges Gebräu aus dem eigenen Garten verabreicht hatte. Nur scheinbar dagegen der Tod bei Claudia Mummerts „D´Omma“. Das resolute Huhn einer Kleingartenkolonie, hatte sich schlsusendlich lediglich des „Dohdschdellreflex“ bedient. Sie machte den Abschluss nach Michael Sohmens „Residenz der Sünde – ein Gewurschdel aus peinlicher Erotik gewürzt mit feinstem „Dirty Talk“. Die musikalische Begleitung lieferte Susanne Böttcher auf ihrer Querflöte.

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