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Teil-Glyphosat

Einsatz von Pflanzenschutzmittel bleibt Bauern überlassen
Nicht ganz durchgekommen sind die Walzbachtaler Grünen mit ihrem Antrag, die Gemeinde möge nicht nur auf den Einsatz von Glyphosat auf gemeindeeigenen Grundstücken verzichten, sondern bei der Neuverpachtung gemeindeeigener Grundstücke die Pächter ebenfalls dazu zu verpflichten. Mit nur fünf Ja-, neun Gegenstimmen und drei Enthaltungen wollten die Gemeinderäte diesem weitgehenden Antrag nicht folgen. Eine Zwölf-Stimmen-Mehrheit erhielt dagegen der Antrag, auf den Einsatz des Pflanzenschutzmittels auf gemeindeeigenen Flächen zu verzichten, bei Verpachtungen den Landwirten aber die Entscheidung darüber zu überlassen.

Schon in der Fragestunde hatte Sven Thumm darauf hingewiesen, dass er keine Möglichkeit der Kontrolle sehe. Er persönlich unterstütze das Verbot voll und ganz, habe aber – obwohl selbst Bauer -keine Informationen darüber, ob das Mittel in Walzbachtal überhaupt eingesetzt werde. Diese Information mögen die Grünen doch bitte nachreichen. Der Bürgermeister sah die Kontrolle genau so kritisch, vertraute aber darauf, „dass die Landwirtschaft das verträglich einsetzt“. Es stehe der Gemeinde nicht zu, die wissenschaftliche Diskussion inhaltlich zu bewerten.

Sehr verwundert über die Vorlage, mit der die Gemeindeverwaltung auf den Grünen-Antrag reagiert hatte, zeigte sich Michael Futterer. Es seien nur die Argumente der konventionellen Landwirtschaft dargestellt worden und entbehrten damit der Objektivität. Mit einer langen Ausführung beschrieb der Grünen-Sprecher die Befürchtungen, die mit dem Einsatz von Glyphosat einhergingen. Eine Bearbeitung de Ackerböden sei in unserer Gegend ohne Glyphosat durchaus möglich. Die Verpflichtung auf den Glyphosat-Verzicht könne auch ohne Kontrolle erfolgen. Das Motto „Was nicht kontrolliert werden kann, sollte erlaubt sein“, sei für die Grünen nicht hinnehmbar.

Nicht minder dezidiert widmete sich Jutta Belstler (CDU) dem Thema, wenn auch von der genau gegenüberliegenden Seite. Sie zitierte etliche sich widersprechende wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema. Es gebe für die Kritik der Grünen keinen Anhaltspunkt. Die vermeintliche krebserregende Gefahr werde in vielen Ländern nicht gesehen. Sie habe hingegen „großes Vertrauen in die Kompetenz unserer Landwirte“. Die auf hohem Niveau geführte Diskussion ließ den Bürgermeister staunend zurück: „Es begeistert mich, wie ernsthaft das Thema aus unterschiedlichen Sichtweisen bearbeitet wird“, meinte Karl-Heinz Burgey abschließend.

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Kommentare (1)

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    cheimero

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    Als Antwort auf: Teil-Glyphosat
    Kontrolle? Das kann man sich sparen. Man wird in 5 – 10 Jahren schon sehen ob auf den betreffenden Flächen noch etwas wächst ausser den genmanipulierten Superpflanzen, aber selbst die werden irgendwann nicht mehr wachsen, weil die Mikroorganismen im Boden alle eliminiert sind. Einen guten Beitrag zur Abschaffung der Biodiversität wird aber auf jeden Fall mal geleistet.

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