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Tafel-Ärger

Anlieger mit Schilderrücken nicht einverstanden

Mit einem recht komplizierten Revirement will die Walzbachtaler Gemeindeverwaltung eine „rechtskonforme Regelung“ für die Beschilderung am westlichen Wössinger Ortseingang schaffen. Der gegenwärtige Standort der Ortseingangstafel sei zu weit vom eigentlichen Beginn der durchgehenden Bebauung entfernt, heißt es in einer Mitteilung der Gemeindeverwaltung. Geplant ist, das Ortseingangsschild auf der Wössinger Straße näher an den Ort zu rücken.

Das dadurch „abgehängte“ Neubaugebiet „Bäderäcker“ soll auf der Karlsruher Straße mit einem separaten Ortseingangsschild gekennzeichnet werden. Die innerhalb geschlossener Ortschaften geltende Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 Kilometer pro Stunde wird bis kurz vor die Tankstelle aufgehoben. Dort werden die Autofahrer sowohl dorfeinwärts wie auch dorfauswärts künftig 60 Kilometer pro Stunde fahren dürfen. Die Beschilderung wird entsprechend geändert. Betroffen sind auch die Radfahrer. Für sie wird die verpflichtende Benutzung des in diesem Streckenabschnitt liegenden Radweges aufgehoben.

Ein Ortseingangsschild soll die Karlsruher Straße erhalten.

Anlieger der „Bäderäcker“ sind verärgert über diese Planungen. Wahrscheinlich sei übersehen worden, so argumentiert Michael Wendt in einem Schreiben an das genehmigende Landratsamt und die Gemeindeverwaltung, „dass sich dort eine Sportanlage für Kinder befindet.“ Die Kinder müssten „dank der neuen Verordnung bald eine Straße überqueren, auf der die Autos mit 60 km/h vorbeifahren“, heißt es in dem Schreiben weiter. Für die Kinder sei es bisher schon schwer genug die Straße zu überqueren, da sie wegen Kurvenlage schlecht einzusehen sei. Dem Landratsamt sei anscheinend eine korrekte Aufstellung der Ortschilder wichtiger, als die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr.

Nicht teilen will die Bedenken die Walzbachtaler Gemeindeverwaltung. Aus dem Wendtschen Wunsch, „diese neue Verkehrsregelung erneut zu prüfen“ wird wohl nichts werden. Steffen Riegsinger, Leiter der Abteilung Bürger- und Sozialdienste, wies in einem Antwortschreiben darauf hin, dass die neue Verkehrsregelung, „eingehend und in einem längeren Prozess zwischen uns, der zuständigen Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt Karlsruhe und der Polizei diskutiert“ wurde. Eine Tempobegrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde sei „aus Verhältnismäßigkeitsgründen verworfen“ worden. Sie würde auf keine Akzeptanz durch die Verkehrsteilnehmer stoßen, die an der Stelle nach Messungen der Polizei aktuell tatsächlich rund 70 Kilometer pro Stunde fahren. Die Gemeinde werde „daher nicht bei der Verkehrsbehörde intervenieren und die an uns gerichtete verkehrsrechtliche Anordnung in den nächsten Wochen umsetzen.“

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Kommentare (3)

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    Daniela

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    Als Antwort auf: Tafel-Ärger
    Entschuldigung, verstehe ich das richtig? Die Gemeinde betrachtet es als nicht notwendig, dass unsere Kinder gefahrlos die Wössinger Straße überqueren können, um von der Seite des Bäderäckers/Rewe rüber zum Sportplatz zu kommen? So fördert man sich kein Vereinsleben. Es ist also in Ordnung, dass dort die Autos mit 70km/h durch rasen? Wie lange? Bis der/die erste dabei zu Schaden kommt? Man hat ein Baugebiet neu erschlossen, einen tollen Rewe-Markt neu gebaut, der Ort vergrößert sich, und die Gemeinde ist nicht interessiert daran, dass der Ortsrand mit einbezogen wird? Ich kapier es nicht.

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    bobbes2

    |

    Als Antwort auf: Tafel-Ärger
    Wie beim Zementwerk, wenn die Grenzwerte, in diesem Fall die gefahrene Geschwindigkeit, höher sind als erlaubt, wird eben der Wert nach oben angepasst. Und natürlich gibt es auch immer ein Gutachten eines Ingenieurbüros dazu, das mit dem Geld der betroffenen Bürger bezahlt wird. Aber die Bürgermeisterära geht ja bald zu Ende.

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    Nachbar

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    Als Antwort auf: Tafel-Ärger
    Liebe Wössinger,
    wer ist denn noch mit seinen 3 bis 7-jährigen Kindern auf dem Laufrad, Roller oder Fahrrad zum Kinderturnen oder Rewe unterwegs. Das ist doch jetzt schon nicht auszuhalten, wenn man den Kindern zuschaut und weiß, dass diese auch mal unüberlegte Bewegungen machen. Die Autofahrer, die mit einer geringen Geschwindigkeit noch die Möglichkeit hätte zu bremsen, werden nun so zum Rasen verleitet, dass es demnächst einmal zu spät sein kann zum Bremsen. An die Stelle unter der Brücke gehört ein Fußgängerüberweg und bis zum Laden der Familie Unterweger gehört ein Tempo-50-Schild (oder niedriger).
    Liebe Anwohner: Wer beim ersten Antwortschreiben aufgibt, wird auch nicht gehört.
    Liebe Sportvereine: Wollt Ihr, dass euch die Kinder sicher erreichen?
    Liebe Ladenbetreiber: Wollt Ihr, dass Kinder zu Fuß zu euch kommen?
    Dann unternehmt gemeinsam etwas!
    So lange „Eine Tempobegrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde aus Verhältnismäßigkeitsgründen verworfen wird“, so lange könnt Ihr dagegen angehen!

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