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Spezialbegriffe mit Staunfaktor

ÖkoRegio-Tour mit Hans-Martin Flinspach
Die dritte Etappe der diesjährigen ÖkoRegio-Tour führte am Samstag von Jöhlingen nach Untergrombach. Eine anspruchsvolle Strecke. Ein erfahrener und umsichtiger Führer wie Hans-Martin Flinspach weiß um deren Unbilden und Anstrengungen für fast durchweg älteren Teilnehmer. Als ob er es beschworen hätte: Kaum hatte er darauf hingewiesen, dass man untereinander darauf achten sollten, ob jemand gesundheitliche Schwierigkeiten bekommt, da trat auch schon kurz nach dem Start an der Jöhlinger Stadtbahnhaltestelle West der Ernstfall ein. Etliche Mitglieder der Gruppe mussten sich um eine Dame kümmern, die so heftiges Nasenbluten hatte, dass für sie die zehn-Kilometer-Tour schon nach wenigen hundert Metern zu Ende war. der bittersüße Nachtschatten

ÖkoRegio-Tour mit Hans-Martin Flinspach an der Station am Jöhlinger Schafwehr


Von da aus hatte es die dieses Mal überaus große Schar nicht weit zur ersten Station. Die 46 Teilnehmer staunten am direkt nach dem Jöhlinger Ortsausgang gelegenen Schafwehr über einen formidablen Wasserfall, den wegen seiner Verstecktheit nur wenige einheimische Mitwanderer kannten. Die historische Funktion hat dieses Kettenwehr längst verloren. Das Wässern der umliegenden Wiesen geschieht schon lange nicht mehr. Eine andere Funktion ist dagegen ungebrochen nutzbar. Hund „Phenix“ platscht zum erfrischenden Bad in die Fluten des Walzbachs

Im langgezogenen Treck ging es dann eine nur kurze Strecke weiter zum flächenhaften Naturdenkmal „Steppenheide“ am Weingartener Bittberg. Ein besonderes Kleinod, das wegen seiner seltenen Pflanzenfunde schon 1938 unter Schutz gestellt wurde. Von einer ungeheuren Vielfalt sei die Pflanzenwelt dort geprägt, berichtet Hans-Martin Flinspach. Das wird schon bei dem ersten Augenschein in das Grün der Steppenheide deutlich.

Wer sich schwer tut, dem hilft Flinspach beim Erkennen. Im flächenhaften Naturdenkmal ist er in seinem Element. Hier zupft er mal etwas Gelbes aus der Wiese, dort ruht sein Zeigefinger auf einer Besonderheit. Die nesselblättrige Glockenblume, der bittersüße Nachtschatten, der Wundklee, das echte Labkraut, der Klappertopf – der Kreisökologe läuft zu terminologischer Hochform auf. Er rattert biologische Spezialbegriffe mit Staunfaktor nur so heraus, von denen bisher nur selten einer der Teilnehmer gehört hatte. Dazu gibt es Erläuterungen der einstigen Anwendungen der Pflanzen: Labkraut – wie es der Name schon vermuten lässt – beispielsweise für die Käseherstellung, Wundklee für die Wundheilung.

Seht her: der bittersüße Nachtschatten. ÖkoRegio-Tour mit Hans-Martin Flinspach an der Station beim fächenhaften Naturdenkmal Steppenheide am Bittberg Weingarten

Beeindruckt von dem Spezialwissen ist Ralf Tretter. Der Jöhlinger ist einer von dieses Mal vielen Walzbachtalern, die an der ÖkoRegio-Tour teilnehmen. Er interessiere sich sehr für die ökologischen Zusammenhänge und sei selbst viel mit dem Fahrrad in der Natur unterwegs, sagt er und hoffte einiges Neues zu erfahren.

Fast vier Stunden lang hatte er dazu Gelegenheit bei den weiteren Stationen am Husarenberg an der Landesstraße 559, im Lochtal, der Sieddlung Sohl und der Pfandsbergquelle. Von dort aus ging es weiter bis zur Endstation in Untergrombach. Im „Bundschuh“ konnte sich die Gruppe von den Anstrengungen erholen und das Erlebte noch einmal durchsprechen.

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