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,,Sind wir nicht alle ein bisschen Özcan“?

Auf den NadR-Kommentarspalten tut sich zu meiner Freude derzeit ganz außergewöhnlich viel. Einer der Schwerpunkte bei der Diskussion um die Bürgermeisterwahl war immer wieder mal die Frage: Wer ist denn jetzt eigentlich „Walzbachtaler“? Muss man „echter“ Wössinger oder echter „Jöhlinger“ sein, um ein kommunalpolitisches Thema richtig beurteilen zu können? Einen der schönsten Kommentare dazu möchte ich aus den Kommentarspalten herausheben,

weil er auf eine ungeheuer einfallsreiche Weise das Thema auf ein Wortspiel reduziert und konzentriert: ,,Sind wir nicht alle ein bisschen Özcan“? fragt eine „Mama“ (Name der Redaktion bekannt). Weils so schön ist hier der kurze, knackige Kommentar im Original-Wortlaut:

Als Antwort auf: Zweiter Wahlgang Als Antwort auf: Milor

,,Ahhh“ Was heißt hier ,,einen von uns“? Ab wann ist man einer ,,von euch“? Wie lange muss man hier leben und arbeiten bis man einer von euch ist? 5, 10 oder 20 Jahre? Ich würde mal behaupten, dass viele wahlberechtigte Bürger keine waschechten Walzbachtaler sind, sondern Neigschmegte, Gestrandete oder der Liebe wegen Zugezogene. Trotzdem fühlen wir uns hier wohl.

,,Sind wir nicht alle ein bisschen Özcan“?

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Kommentare (13)

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    R.Reichert

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    Als Antwort auf: ,,Sind wir nicht alle ein bisschen Özcan“?
    Ich bin auch ein Neigmegter- seit 24 Jahren fühle ich mich in Walzbachtal sehr wohl !!!.
    Arndt Waidelich – danke für alle Infos zur Bürgermeisterwahl

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    Jöhlinger

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    Als Antwort auf: ,,Sind wir nicht alle ein bisschen Özcan“?
    Ich lebe seit 51 Jahren in Jöhlingen, und bin der Meinung, dass jeder, egal ob er hier wohnt, geboren oder aufgewachsen ist, eine Chance bekommen sollte.Ich fand das Wahlergebnis super toll, auch dass viele so denken wie ich. Entsetzt war ich etwas von der Wahlbeteiligung. Sollte eigentlich jedem wichtig sein, wer im Rathaus sitzt. Von demher freut mich das Ergebnis sehr, und drücke ihm für den 2 Wahlgang alle Daumen.

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    Walter Mayrhofer

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    Wahlslogan: Unser Timur,unser Walzbachtal, unsere Zukunft, Entschuldigung wer hat sich das nur ausgedacht. Erinnert mich an die Hype um Boris Becker ùnser Bobbele´, der hat wenigstens vorher was geleistet, nämlich Wimbeldon gewonnen. Wie soll ein junger, unerfahrener Kandidat als Respektperson ins Rathaus einziehen, wenn er vorher als `unser Timur´vermarktet wird. Vielleicht erleben wir zur Amtseinführung kreischende Jugendliche wie zu Zeiten der Beatles. Wir sollten keinen Popstar wählen sondern einen fähigen Bürgermeister.

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      Dorfmuggel

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      Hallo Herr Mayrhofer,
      über Slogans – vor allem Wahlslogans – lässt sich immer streiten und diese treffen nie jeden Geschmack. Mich persönlich spricht der Slogan von Hr. Özcan mehr an, als alle anderen, da er nicht distanziert wirkt, sondern die Nähe zu den Bürgern vermittelt. Den Vergleich mit einem Popstar finde ich etwas weit hergeholt.

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      bauigel

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      an Wahlslogans lässt sich immer herumkritisieren – auch an anderen. Ich bin täglich an anderen vorbeigelaufen, die einem irgendwann genau so sinnlos vorkommen. „Ein Profi für Walzbachtal“ – haben wir denn hier bis jetzt nur Amateure? Oder „Kreativität können Sie von mir erwarten“ – etwas Solides wäre bei einem Bürgermeister mir eigentlich lieber, kreative Ideen haben andere schon genug…

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    AM

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    Danke Herr Mayrhofer für diesen Kommentar.
    Ich stimme Ihnen voll und ganz zu !!!!!!!

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    Zuhörer

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    Herr Mayrhofer, ihr Kommentar zeigt wie tief der Stachel bei der Walzbachtaler CDU sitzt. Und ja, es geht bei dieser Wahl um Personen. Die einen überzeugen mehr, andere eben weniger. Sie sprechen Hr. Özcan jegliche Kompetenz ab wieso weshalb warum? Wenn Sie die Zukunft voraussagen können, spielen Sie bitte Lotto. Unerfahrenheit war den Wählerinnen und Wählern wohl lieber und sympathischer als ein vermeintlich erfahrener Paul.

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    Walter Mayrhofer

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    Lieber Zuhörer, ich spreche Herrn Özcan überhaupt keine Kompetenz ab, ich spreche nur von einer gewissen Unerfahrenheit und die kann man doch ansprechen.Auch werde ich mich hüten die Zukunft vorauszusagen. Ich finde nur den Hype, der jetzt um Herrn Özcan
    ausgebrochen ist, auch für Ihn, der als zukünftiger Bürgermeister als Respektperson ins Rathaus einziehen soll als unangebracht.

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    Raimund Würtz

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    Sehnsucht

    Wenn man sich die Relation zwischen Trieben und Gefühlen vor Augen führt, ergibt sich der Gedanke, dass nicht nur die Triebe als konservativ gelten, sondern auch die daraus resultierenden Gefühle einen eher erhaltenden Charakter haben. Deutlich wird dieses bei dem Gefühl der Sehnsucht, das häufig auf Erlebtes, Vergangenes zielt. Die Betroffenen empfinden den Zustand, in dem sie sich jetzt befinden, als schwieriger als den, nach dem sie sich sehnen (Erklärungsansatz nach Siegmund Freud).

    Häufig erlebtes Vergangenes kann es nicht sein, was Herrn Özcan Stimmen hat zufließen lassen. Bis vor ein paar Wochen kannte ihn hier kaum einer. Obwohl der Zustand, in dem sich die Wähler jetzt befinden, im Wahlkampf kaum sachlich oder faktisch erörtert wurde, … die Sehnsucht und konservative Elemente brachten Stimmen. Sieht sich das Individuum aber mit seiner Sehnsucht zum Siege und zur Ruhe der Einheit gekommen, ist genau daran die fixierte Sehnsucht ausgetrieben. Einfach gesagt: das hält nicht lange. Einige werden den Kreislauf aufs Neue entfachen, andere werden mit rationaler Bestimmtheit zur Realität zurückkehren und den Pragmatiker fordern. Auf dieser Seite des Seins hat sich Herr Özcan noch nicht bewährt. Erneuerung, Wandel und Änderung, die hier mit dem neuen Bürgermeister verbunden werden, sind eher träumerische Phantasien.

    Jedoch, fast vergessen, noch steht das Ergebnis der zweiten Wahl nicht fest.

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      Ralf Schultze

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      Als Antwort auf: ,,Sind wir nicht alle ein bisschen Özcan“? Als Antwort auf: Raimund Würtz
      Lieber Herr Würtz,
      darf ich Ihnen zunächst meinen Respekt ausdrücken, dass Sie als einer der wenigen hier unter Ihrem echten Namen schreiben!
      Allerdings muss ich gestehen, dass auch nach mehrmaligem Lesen Ihres Kommentars mein intellektueller Horizont nicht ausreichte, um Ihre blumig-lyrisch-psychologischen Ausführungen bis „Einfach gesagt:…“ in aller Gänze geistig zu erfassen.
      Tatsache ist, dass wir immer nur rückblickend die Leistungen eines Menschen beurteilen können, d.h. bei keinem Kandidaten könnten wir wirklich sagen, was er/sie wie gut machen wird bzw. würde. Und ein Herr Özcan wird sich sehr bewusst sein, dass ein solches Wahlergebnis lediglich ein Vertrauensvorschuss sein kann und im Falle seines Wahlsieges in nächster Zeit alle Augen und Ohren auf ihn gerichtet sein werden. Eine hohe Verantwortung! Falls er´s schafft, wünsche ich ihm jedenfalls ein glückliches Händchen, denn dann ist er unser aller Bürgermeister – auch derer, die ihn nicht gewählt haben. Und noch ganz nebenbei erwähnt ist mir aufgefallen, dass er – zumindest bei der Vorstellungsrunde in Jöhlingen – der einzige in der Kandidatenriege war, der sich bei der Verwaltung für die Veranstaltung bedankt und Herrn Burgey seine Wertschätzung für die bisher geleistete Arbeit ausgedrückt hat. Man mag es taktisch geschickt nennen – statt mehr oder weniger indirekt auf den (vermeintlichen) Schwachstellen herum zu reiten – für mich ist es ein Ausdruck von ehrlichem und menschlichem Respekt.

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        Daniela L

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        Als Antwort auf: ,,Sind wir nicht alle ein bisschen Özcan“? Als Antwort auf: Ralf Schultze
        Danke Ralf Schultze, ganz meine Meinung! Mir erging es genauso beim Lesen vom Kommentar von Herrn Würtz. Nach dem zweiten Versuch habe ich dann aber abgebrochen und mich an die Bürgermeistervorstellung in Wössingen erinnert. Auch da bin ich „geistig ausgestiegen“ bei der Frage eines Herrn Würtz an die Kandidaten (Handelt es sich zufällig um die gleiche Person?).
        Und auch im Rest Ihres Kommentars bin ich in allen Punkten voll Ihrer Meinung und hätte es nicht besser formulieren können. Danke!

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    Frank Gilpert

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    Walzbachtal hat gewählt. Der Ausgang dieser Wahl wird als eindeutiges Bekenntnis zu einem Neuanfang in der hiesigen Kommunalpolitik gedeutet. Die Parole des „Neuanfangs“ bleibt dabei jedoch leider inhaltlich unbestimmt.
    Ein Überblicken des Wahlkampfes und der Auftritte aller Kandidaten zeigt, dass sich die gesetzten Ziele der Bewerber (innovatives Mobilitätskonzept, stärkere Bürgerbeteiligung, Förderung von Wohnungsbau, Erhalt und Ausbau der Kinderbetreuung, insbesondere der Horte …) und auch die Strategien zur Umsetzung jener (Ausschöpfen von Fördertöpfen, Ausbau des steuerpflichtigen Gewerbes …) kaum bis gar nicht unterscheiden. Zum Entscheidungskriterium für einen einzelnen Kandidaten musste dann also die Einschätzung werden, wer über die zum Realisieren der Wahlversprechen nötigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, wer erkennt, wo idealpolitischen Bemühungen realpolitische Grenzen gesetzt sind und wem zuzutrauen ist, getroffene Aussagen und Versprechen auch jenseits des Wahlkampfes zu handlungsleitenden Maximen zu machen.

    Walzbachtal hat entschieden, dass jene Fähigkeiten Timur Özcan zuzutrauen sind, der – und dem muss alle Achtung entgegengebracht werden – einen beispiellosen Wahlkampf geliefert hat. Auf all die Belange und Nöte der Walzbachtaler hat er vermarktungstechnisch brillant reagiert: der von vielen Walzbachtalern leider immer noch ge- bzw. erlebten Konkurrenz beider Ortsteile hat er seine Externität und seinen neutralen Blick von außen entgegengesetzt; der bemängelten Intransparenz politischer Prozesse und dem beanstandenden Desinteresse an Bürgerbelangen hat er mit extremer Bürgernähe geantwortet, sich im Trikot heimischer Mannschaften gezeigt und sein Buch, in das persönlich alle Bürgeranliegen notiert werden, präsentiert. Ob Özcan in der Rolle des Bürgermeisters ebenso brilliert wie in der des Wahlkämpfers bleibt dabei abzuwarten.

    Das Projekt Özcan, das einen jungen, aktiven „Timur“ verkauft, hat jedenfalls funktioniert: in unserer schnelllebigen und auf Fortschritt pochenden Gesellschaft bestimmen in Wahlentscheidungen oft kurzfristiges praktisches Denken und Aktionismus das Handeln der Menschen – leider oft auf Kosten der Berücksichtigung der realen Gegebenheiten. Obgleich dem „alten System“ hier keinesfalls der Vorrang gegeben wird, sondern ausdrücklich auch auf dessen Fragwürdigkeit hingewiesen werden soll, fehlt im Diskurs die Antwort auf die Frage, was mit dem heraufbeschworenen Neuanfang konkret gemeint ist, d.h. was letztlich tatsächlich anders gemacht werden soll und kann.

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      Paulina Cinkara

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      Als Antwort auf: ,,Sind wir nicht alle ein bisschen Özcan“? Als Antwort auf: Frank Gilpert
      Die Frage nach der konkreten Gestalt des herbeigesehnten Neuanfangs ist eine berechtigte Frage, auf die noch keine zufriedenstellende Antwort formuliert wurde. Fakt ist, dass auch Timur Özcan das Rad der Kommunalpolitik nicht neu erfinden werden kann, dass auch er trotz allen Engagements und Pathos nur innerhalb des Handlungsspielraums wird handeln können, der durch die finanziellen, personellen und verwaltungsrechtlichen Gegebenheiten eröffnet bzw. begrenzt wird. Was andere Bewerber vielleicht durch ihr jahrelanges Mitwirken im hiesigen Gemeinde- und Verwaltungsleben schon mitbringen würden, wird Herr Özcan – im Falle eines Wahlsieges – in den nächsten Jahren sicherlich lernen (müssen).
      Sollte sich Herr Özcan dabei nicht wie vorgestellt als der Heilsbringer erweisen können, zu dem die Wähler ihn stilisieren, so bleibt zu hoffen, dass der Rückhalt, den er gegenwärtig durch die Bevölkerung erfährt, nicht schwindet. Denn der Umgang mit einzelnen Kandidaten im laufenden Wahlkampf hat gezeigt, wie schnell der Boden rationaler Argumentation verlassen und das Terrain des persönlichen Angriffs betreten werden kann, wenn die Gunst des Wählers verloren ist. Jedem, der sich bereit erklärt, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, der seine Person damit auch öffentlich angreifbar macht und der mit seinem vollen Namen für Überzeugungen einsteht, sind Achtung und Respekt entgegenzubringen. Wer sich in der Anonymität versteckt, um gegen jene zu polemisieren, weiß die Prinzipien der Demokratie nicht nur nicht zu schätzen, sondern hat sie grundlegend nicht verstanden.
      Bleibt zu hoffen, dass jenem Kandidaten, durch dessen Person die Wähler den gewünschten Neuanfang verkörpert sehen wollen, dieser auch gelingt und dass auch dann, wenn alle wieder auf dem Boden kommunalpolitischer Tatsachen angekommen sind, die Unterstützung für jenen nicht abreißt. Denn letztlich wollen wir ja alle das Gleiche – gut und glücklich miteinander in unserem schönen Walzbachtal leben.

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