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Samen aufgegangen

Walzbachtaler Hospizgruppe beschließt ihre Auflösung

„Samen zu säen“ so formuliert es Elisabeth Daikeler, Motor der Hospizgruppe im Walzbachtaler Förderverein für caritativ-diakonische Dienste, „war unser Ziel“. Die Begleitung von sterbenden Menschen wollte die Gruppe in die öffentliche Diskussion rücken. „Mission accomplished“ steht jetzt über dem Beschluss der 23 Mitglieder,

sich Ende Januar während der Jahreshauptversammlung des Fördervereins aufzulösen. In der Zwischenzeit gebe es, so ist sich das Leitungsteam sicher, im Dorf so viele kenntnisreiche Menschen zu dem Thema, „dass wir als Organisation, nicht aber als einzelne Menschen überflüssig werden.“ Denn die Gruppe habe in 18 Jahren in unzähligen Vorträgen, Palliativkursen, Fortbildungsveranstaltungen und Supervisionen nicht nur viel Wissen aufgehäuft, sondern verbreitete es auch im Dorf und wendete die gewonnenen Fertigkeiten an vielen Sterbebetten an.

Zur Jahrtausendwende von Elisabeth Daikeler, Wolfgang Werner und Claudia Rommel initiiert, stieß die Idee zu einer Hospizgruppe von Anfang an auf große Resonanz. „Wir waren überrascht, dass zu unserer ersten Versammlung so viele Besucher gekommen sind, darunter erstaunlich viele Jüngere“, erinnert sich die Einsatzleiterin Claudia Rommel. Sie zählte neben Elisabeth Daikeler ebenso zum vierköpfigen Leitungsteam wie Ingrid Brütsch als Vertreterin des einmal im Monat stattfindenden Trauercafes (das seine Arbeit fortsetzen wird, wie Ingrid Brütsch betont) und der Pfarrer im Ruhestand Wolfgang Werner, einziger Mann unter den 23 Frauen. Die Altersspanne der Aktiven reichte von 47 bis 80 Jahren. Alle arbeiteten, bis auf eine kleine Aufwandsentschädigung für Einsatzleiterin Claudia Rommel, ehrenamtlich.

Schon bald nach der Gründung gab sich die Hospizgruppe einen organisatorischen Rahmen. Um neben Spendengeldern aus der Adis-Stiftung auch Landeszuschüsse zu erhalten, musste man strenge Auflagen erfüllen. Die Finanzierung der Strukturen mit 24-stündiger Erreichbarkeit der Einsatzleitung konnte nur über Zuschüsse gelingen. Letzten Endes sei das Ganze in einen zu großen Verwaltungsapparat angewachsen, der im Moment nicht mehr gebraucht wird, sagt Elisabeth Daikeler.  Ein Teil der Thematik gehe allerdings in einem weiteren Projekt auf, nämlich im „demenzfreundlichen Walzbachtal“. Das ist ebenfalls Herzenssache des Fördervereins ist: das „demenzfreundliche Walzbachtal“. Auch hier werde das Thema Sterbebegleitung eine wichtige Aufgabe bleiben.

Erleichtert wird dieser Entschluss dadurch, dass mittlerweile – anders als zu Beginn – im Landkreis 13 Ärzte und ebensoviele Krankenschwestern mit spezieller Ausbildung für die ambulante Palliativversorgung zur Verfügung stehen, darunter auch der örtliche Hausarzt Dr. Nees. Verabschiedet und geehrt wurde die Gruppe während der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für diakonisch-caritative Dienste von Pfarrer Harald Maiba und Pfarrerin Andrea Kampschroer. Was die Gruppe gemeinsam auf die Beine gestellt habe, sei beachtlich. Mit einfühlsamen Begleitungen habe sie dafür gesorgt, dass >“>dass der Hospizgedanke in unseren Orten Hand und Fuß bekam und sich so ausbreiten konnte,“ sagt Andrea Kampschroer.

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