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Sahara im Grüner

Mineralientag lockt 2000 Besucher
Wer das besondere Weihnachtsgeschenk suchte, der war am Sonntag im „Grüner“ richtig. Ute Hellmann („eigentlich ist das das Kind meiner Mutter“) lockte mit ihrer Mineralienbörse über 2000 Besucher an. Die Zahl der Austeller sei zwar gegenüber den Vorjahren gesunken, räumt sie im Gespräch mit dieser Zeitung ein, Einfluss auf den Besucherandrang habe das allerdings nicht. Aus dem ganzen Bundesgebiet bis hinauf nach Hamburg kämen die Jäger nach Edelsteinschätzen.

Dass das Geschäft mit den Mineralien nicht ganz einfach ist, unterstreicht einer der Aussteller. „Die Chinesen sind einfach schneller als wir,“ klagt er. Die würden in Pakistan direkt vor der Mine stehen und alles wegkaufen, was nicht niet- und nagelfest ist. Seither seien die Preise beispielsweise für die Tomaline explodiert. Er sei mittlerweile auf seine jahrelang gepflegte, eigene Sammlung angewiesen.

Selbst aus einer Minenstadt kommt Hafid Sadik. Der seit vierzehn Jahren in Stuttgart wohnende Marokkaner hat das Mineralienfieber in seiner Heimat Midelt aufgesogen. Die von den Franzosen ausgebeuteten Vanadium-, Blei- und Fluorit-Minen hätten der kleinen Stadt großen Wohlstand und ihm seine Leidenschaft gebracht, die er nach einem abgebrochenen Jurastudium weiter pflege. Meteoriten aus der Sahara und Fossilien sind seine Spezialitäten, die er bei Besuchen aus seiner Heimat mitbringt.

Bei ihm am Stand ist ganz schön was los. Er ist anscheinend besonders beliebt bei Künstlern. Die Maulbronner Malerin Ursula Krapfl (bekannt als „Rio“) sucht eine bunte Mischung aus Edelsteinen, um daraus ihre Bilderrahmen herzustellen. Renate Siegel hingegen „jagt nach dem besondere Stein für meinen besonderen Schmuck,“ wie sie selbst formuliert. Achate, Bergkristalle und Rubine schleift sie ganz sacht nur die Kanten, um die Ursprünglichkeit der Steine zu bewahren. In ihrem kleinen Rucksäckchen hortet sie schon einige Schätze, die sie kurz nach Beginn der Ausstellung gefunden hat.

Hafid Sadig präsentiert seine Mineralien



Mystisch hingegen das Interesse eines Ehepaars aus Ötisheim. Der Gatte hält immer die Wunschliste parat, die seine Frau zu Hause zusammengestellt hat. Die ausgebildete Heilerin („Ich habe ein Zertifikat“) legt bei gesundheitlichen Problemen eben nicht nur Hände, sondern auch Steine auf. Für Lungenprobleme ist sie auf der Jagd nach einem „Gagat“.

Ergänzungen zu seiner kleinen Sammlung sucht Manfred Maisenhälder. Der Gondelsheimer hat schon etliches in der Vitrine vom Opal bis hin zu Versteinerungen. Ganz genaue Vorstellungen dessen, was mit nach Hause kommen soll, hat er nicht. Hauptsache dabei ist: „Es muss mir gefallen“, sagt der Gondelsheimer. Nicht nur als Dekoration für die Wohnung, sondern für einen begnadeten Fotografen auch als Motiv für kreatives Ablichten. Wenig später noch mal angetroffen war allerdings nicht er, sondern seine Frau Brigitta erfolgreich. Am Ringfinger präsentiert sie stolz ein Schmuckstück – ist ja schließlich auch was fürs Auge des Gatten und gibt vielleicht auch ein Foto her.

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