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Ringen um die Zukunft

Bürgermeisterkandidaten positionierten sich zu Internet und Infrastruktur

Der Kampf um den Walzbachtaler Bürgermeistersessel hat begonnen. Bei einer Podiumsdiskussion, zu der eine Gruppe Walzbachtaler Unternehmer in die Kantine der Firma PREFAG eingeladen hatte, kreuzten fast alle der bis jetzt bekannten Kandidaten erstmals die Klingen.

Die Unternehmer des produzierenden Gewerbes wollten, so definierte der Vorsitzende der PREFAG-Leitung Jürgen Umhang den Zweck der Veranstaltung, „mit dem zukünftigen ersten Bürger der Gemeinde ins Gespräch kommen“. Schließlich spielten die Unternehmen eine wichtige Rolle in der Gemeinde und wollten ihre Interessen zu Gehör bringen. Neben den Bürgermeisterkandidaten waren Adressaten auch die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, die ebenfalls in einer Woche zur Wahl stehen.

Silke Meyer, als Frau wurde ihr der Vortritt eingeräumt, benannte sofort einen Schwachpunkt, der schon im Vorfeld der Veranstaltung mehrfach kritisiert worden war. Jürgen Umhang hatte ihn in seiner Einleitung angedeutet. Der Termin der Veranstaltung sei unglücklich gewählt worden, denn er lag vor dem offiziellen Bewerbungsschluss am 11. Juni. Damit seien alle weiteren Bewerber von der Podiumsdiskussion ausgeschlossen worden. Mithin auch einer, der seine Kandidatur schon angekündigt hat und von der SPD unterstützt wird. Silke Meyer kommentierte das mit der bissigen Bemerkung: „Vielleicht sitzt der nächste Bürgermeister gar nicht auf dem Podium“.

Ultimative Bedingungen unerfüllbar

Auch ohne dieses Manko war die dort versammelte Kandidatenliste unvollständig. Es fehlte Iris Würtz. Sie hatte im Vorfeld ultimative Bedingungen gestellt, die Gastgeber Jürgen Umhang als unerfüllbar bezeichnete. Als Konsequenz sagte sie ihre Teilnahme ab.

Davon unbeirrt hatte sich Gatte Raimund Würtz unter die Besucher gemischt und übte mehrfach heftige Kritik, die in einem Angriff auf Michael Paul kulminierte. Als langjähriger Fraktionsvorsitzender der CDU trage er maßgeblich Verantwortung für den von Würtz monierten schlechten Zustand der Gemeinde.

Solch heftige Wahlkampftöne waren ansonsten nicht zu hören. Dafür sorgte Moderator Wolfgang Rosenkranz. Er war als Externer und mithin Neutraler verpflichtet worden und bewies ein glückliches Händchen bei der Aufgabe. Er legte großen Wert darauf, die vier vorgeschlagenen Themenkomplexe immer in dem Bestreben anzugehen, nicht destruktiv in die Vergangenheit zu schauen, sondern konstruktiv in die Zukunft.

Im Bereich Internet und Mobilfunk betonten alle Kandidaten ihr Interesse an einem schnellen Ausbau des Breitbandnetzes in Walzbachtal. Es müsse ein Prioritätenliste erstellt werden, die man dann abarbeiten könne, meinte Michael Paul. Dafür stünde eine Förderung von bis zu 90 Prozent zur Verfügung, ergänzte Siegfried Weber. Die Zukunft sah Jürgen Bereswill hingegen nicht in der Glasfaser („eine Investition in die Vergangenheit“), sondern im Aufbau des 5G-Netzes. Für Werner Kuhn eine Technik, die viel zu lang brauche zu ihrer Realisierung. In dieser Einschätzung erhielt er heftige Unterstützung aus dem Publikum durch Oliver Fäßler.

Kandidaten im Smalltalk: Michael Paul, Werner Kuhn und Siegfried Weber

Die schlechten Verkehrsverbindungen vor allen Dingen in den Enzkreis, zweites Thema des Abends, wollte Kuhn durch die Bildung von Fahrgemeinschaften angehen. Ernst Reichert, Fraktionsvorsitzender der Grünen, setzte hingegen auf den Aufbau von kostenlosen Busverbindungen. Silke Meyer zeigte sich überrascht, wie groß hier das Defizit ist, wies andererseits auf die hervorragenden Anbindungen durch die Stadtbahn hin. Unkonventionell hingegen die Vorschläge von Jürgen Bereswill:_ Unternehmen könnten Auszubildenden den Rollerführerschein zahlen oder Schichtarbeiter mit dem Firmenbus abholen. R

Ratlos bei der Suche nach Gewerbegebieten

Ähnlich exotisch sein Vorschlag, sich als „Headhunter“ für qualifizierte Arbeitskräfte aus Pfalz per Zeitungsanzeige zu betätigen. Den Fachkräftemangel als Thema 3 wollten alle durch eine umfassende Stärkung der Attraktivität Walzbachtals angehen. Hier sei Walzbachtal gut aufgestellt, meinte CDU-Vertreter Martin Sulzer. Relativ ratlos zeigte sich die Politikerrunde bei Thema 4, der Ausweisung weiterer Gewerbegebiete.

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