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Richtung für 10 Jahre

Gondelsheim legt Forsteinrichtungsplan fest

Den Forsteinrichtungsplan für die nächsten zehn Jahre hat der Gondelsheimer Gemeinderat einstimmig festgelegt. Assistiert wurde er durch ein Triumvirat an Förstern, die den Gemeinderäten bei einer vorausgegangenen Waldbegehung im Gewann „Karrhecke“ beispielhaft an den Douglasien die Entwicklung im Gondelsheimer Wald geschildert hatten.

Nach Bernd Schneble draußen im Wald übernahm diese Rolle im Gemeinderat der Freiburger Forsteinrichter Thomas Lehn. Mit dem Forsteinrichtungsplan sollen die Ziele der Waldentwicklung für einen Zeitraum von zehn Jahren beschrieben werden, so erläuterte er.

Ein kompliziertes Werk sei das und selbst von den Experten nur schwer konsumierbar, meinte Lehn. Er habe das Ganze deshalb auf ein paar wichtige Zahlen eingedampft. Vorneweg stellte er eine der wichtigsten Entwicklungen: Der Holzvorrat hat sich in Gondelsheim erfreulich gemehrt, trotz hohen Einschlags. Man habe einen kleinen Überschuss von 10 Prozent erzielen können. Der Betrieb werde nicht in die roten Zahlen abrutschen, trotz zu erwartender geringerer Einnahmen. Die Bäume seien insgesamt in sehr gutem Pflegezustand. Die Schäden hätten im Rahmen gehalten werden können. Sturm- und Käferholz mache nur acht Prozent aus.

 Der Betrieb sei durchweg in den schwarzen Zahlen, dank des Nadelholzanteils von 30 Prozent. Künftig sei ein Einschlag von 19.000 statt der bisherigen 24000 Festmeter vorgesehen. Die  Entnahme von Holz sei damit gar nicht so dramatisch wie manche Umweltschützer befürchten. Der Nachwuchs komme zu 79 Prozent aus der Naturverjüngung, was ein enorm kostenreduzierender Faktor sei.

In der Waldentwicklungstypenkarte würden im Naturraum Kraichgau die Buchenbestände überwiegen. Nicht anders sei es in Gondelsheim. Als Ziel würden am Ende der nächsten zehn Jahre 62 Prozent Buchen angestrebt. Die Douglasie stelle 21 Prozent und davon seien viele erntereif. Kiefer- und Lärchenbestände würden dagegen eine geringe Rolle spielen ebenso wie die Fichtebestände von vier Prozent. Das sei andererseits als Vorteil zu werten, denn damit sinke das Risikopotential durch die Borkenkäfer. Der Nadelholzanteil gehe um zwei Prozent zurück.

Der Gondelsheimer Wald spiegele die geschichtliche Entwicklung wider. Die Notwendigkeit, nach dem Krieg den hohen Holzverbrauch durch schnell wachsende Baumarten zu kompensieren, resultiere in einem hohen Fichteanteil im Bereich des 60-jährigen Bestandes. Erst in den 60ern des vorigen Jahrhunderts habe man die Bedeutung der Douglasie entdeckt, die mit den Böden des Kraichgau besser zurechtkomme als die Fichte. Die Eichenbestände seien leider auch geringer geworden, bedauerte Lehn.

Der Wald habe hohe Erholungsfunktion für Fußgänger und Jogger. Diese Bedeutung habe in den letzten Jahren sogar noch zugenommen. Zwei Hektar seien als Biotopflächen ausgewiesen. 41 Hektar oder 16 Prozent der Waldfläche haben den Status als europäisches Fauna-Flora-Habitat. Lehn warf allerdings auch einen kritischen Blick auf den Klimawandel, der mit der großen Trockenheit an den heimischen Wäldern nicht vorübergehe. Mit einer steigenden Temperaturkurve setze er sich in den letzten 20 Jahren ungebremst fort. Noch dramatischer empfand er allerdings die Entwicklung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre.

Sowohl der Bürgermeister als auch die Fraktionsvorsitzenden sahen die Entwicklung des Gondelsheimer Waldes positiv. Jürgen Amend, Fraktionsvorsitzender des SPD, erinnerte daran, dass vor zehn Jahren der Douglasienanteil auf Initiative der SPD erhöht worden sei. Das erweise sich jetzt als richtig. Erhard Walz wollte für die CDU den Weg „voll mitgehen“. Er sei optimistisch für die nächsten 10 Jahre. Günter Huber (FWV) freute sich über den „guten Mischwald, mit dem wir alles liefern können, was der Markt verlangt.“

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