Header

Quatsch oder Wahrheit?

Disput um die Höhe der Kindergartentgelte

Neue Elternentgelte für die Kindergärten hat der Walzbachtaler Gemeinderat festgelegt. Sie werden in allen Modulen ab dem 1. September um durchschnittlich fünf Prozent angehoben. Die Erhöhung ist mit den kirchlichen Trägern abgestimmt. Die Gemeindeverwaltung erwartet, dass damit der Kostendeckungsgrad von knapp 18 Prozent auf Vorjahresniveau bleiben wird.

Man wolle die betroffenen Eltern durch die vorgeschlagene Erhöhung nicht mehr als notwendig belasten, den Anteil der Elternentgelte aber in Anbetracht der Haushaltslage aber auch auf keinen Fall verringern.

Der Gemeindehaushalt weist im Jahr 2019 für den gesamten Bereich der Kinderbetreuung einen nicht gedeckten Zuschussbedarf in Höhe von 4,07 Millionen Euro aus, wovon nach Abzug von Zuschüssen 2,59 Millionen Euro an der Gemeinde hängen bleiben. Das mache deutlich, welch hohen Stellenwert die Kinderbetreuung in Walzbachtal habe, meinte der Bürgermeister und forderte Verständnis für die Erhöhung ein. Dies umso mehr angesichts des hohen Qualitätsstandards und der Angebotsvielfalt.

Dass diese Einschätzung nicht von allen geteilt wird, wurde schon in der Fragestunde deutlich. Konrad Wolf wollte sich nicht mit den Prozentzahlen der Erhöhung zufrieden geben und absolute Zahlen wissen. Ob es sein könne, dass junge Eltern mit zwei Kindern an die 1000 Euro pro Monat für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen müssten, fragte er nach. „Auf keinen Fall“, war sich Karl-Heinz Burgey sofort sehr sicher. „Wir kommen noch nicht mal annäherungsweise dahin“, wies er den Verdacht zurück. Ungeachtet dessen bestand Nicolas Schwenke darauf, dass Eltern sehr wohl in die Nähe dieser 1000 Euro kommen könnten und holte sich damit eine Abfuhr beim Bürgermeister ab. Er solle endlich „den Quatsch mit den 1000 Euro lassen und von realistischen Zahlen reden“, beschied Burgey den Fragesteller und riet ihm: „Wenn es ihnen zu teuer ist, dann suchen sie sich halt Alternativen“.

Sehr teuer wird auf jeden Fall die Sanierung der Heizungs- und Sanitärverteilungen in der Wössinger Kindertagesstätte Moby Dick. Dort ereigneten sich in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Wasserrohrbrüche. Durch die aufwändigen Sanierungs- und Trocknungsarbeiten wurde der Betrieb in der Einrichtung mehrfach stark beeinträchtigt. Da ein Ende der Vorfälle nicht ausgeschlossen werden konnte, hat man sich für eine aufwändige Sanierung entschieden, bei der sämtliche Verteilleitungen in unter der Decke verlaufenden Kunststoffkanälen verlegt werden sollen. Die Kosten belaufen sich auf rund 150.000 Euro.

Das Angebot der beauftragten Firma liegt um 36.000 Euro oder 31 Prozent über dem Kostenansatz. Da ein günstigeres Angebot angesichts der konjunkturellen Lage kaum erzielbar sein wird, billigte der Gemeinderat die Sanierung einstimmig. Die Mehrausgaben können dadurch ausgeglichen werden, dass im Haushalt vorgesehene Sanierungen innerhalb der Einrichtung nicht 2019 realisiert werden. Ebenfalls ist eine Kompensation durch die Minderausgaben bei der Vergabe der Dachsanierung der Walzbachschule möglich. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien durchgeführt werden.

Trackback von deiner Website.

Kommentare (4)

  • Avatar

    Holger

    |

    Als Antwort auf: Quatsch oder Wahrheit?
    Bezugnehmend auf die 1.000 € hier mal eine Zahl was mich der Kindergarten für meinen Sohn kostet. Ganztagesbetreuung 212,00 €. Plus Mittagessen zwischen 50-60 €. Wenn ein Kind noch in der Krippe ist kostet dies bei der Ganztagesbetreuung 347,00 € (Preis aus 2016) zzgl. Mittagessen. Somit landen wir bei knapp 700,00 €. Nicht wenig aber auch keine 1.000,00 €. Das muss sich eine Familie mit zwei Kindern auch erst einmal leisten können!

    Reply

  • Avatar

    Nachbar

    |

    Als Antwort auf: Quatsch oder Wahrheit?
    700 Euro? Dann schauen wir mal auf die Entgelte im Kinderhaus Regenbogen: 2018/19 für JEDES Kind unter 3 Jahre für 5 Ganztage: 440 Euro. Das macht für 2 kleine Kinder 880 Euro und ergibt bei 5% Erhöhung: 924 Euro! Ist da das Essen eigentlich schon dabei? Eigentlich egal: Noch einmal 5% im nächsten September und die 1000 Euro stimmen! Die „Nähe“ zu 1000 Euro ist also kein Quatsch“!

    Reply

    • Avatar

      Ein Walzbachtaler

      |

      Als Antwort auf: Quatsch oder Wahrheit? Als Antwort auf: Nachbar
      Wie welt- und realitätsfremd ist eigentlich unser noch-Bürgermeister. Mir scheint, rechnen war noch nie seine Stärke.

      Reply

  • Avatar

    Nicolas Schwenke

    |

    Als Antwort auf: Quatsch oder Wahrheit?
    ich war sehr überrascht wie genervt der Bürgermeister reagiert hat (Anmerkung der Redaktion: in der Gemeinderatssitzung). Souverän sieht anders aus. Leider hatte ich den Ausdruck der Beschlussvorlage nicht zur Hand und konnte den Bürgermeister nicht direkt korrigieren.
    Offensichtlich kann der Bürgermeister aber seine eigene Entscheidungsvorlage nicht richtig lesen, denn der Gemeinderat hat für das Kinderhaus Regenbogen eine Erhöhung der Beiträge für die Krippe von 440€ auf 462€ beschlossen. Die Beiträge für Frühstück, MIttagessen und Nachmittagssnack sind da noch nicht enthalten. Ich kann die Rechnung vom „Nachbar“ also bestätigen.
    Meine eigentlich Frage im Gemeinderat war übrigens, ob es aus Sicht der Gemeinde eine Obergrenze der Kosten geben wird. Leider habe ich dazu keine Antwort bekommen. Grund meiner Frage ist der Anstieg der Kosten über die letzten Jahre. Die Beiträge im Kinderhaus Regenbogen sind seit der Eröffnung 2014 in der Krippe um ca. 38% und im Kindergarte um ca. 37% gestiegen (Krippe von 334€ auf 464€ und Kindergarten von 197€ auf 269€). Der aktuelle Beschluss ist hier schon eingerechnet und ich beziehe mich nur auf 5 Tage Ganztagesbetreuung. Meine Gehaltssteigerungen können da nicht ganz mithalten.

    An der Arbeit im Kinderhaus Regenbogen selber möchte ich übrigens nichts kritisieren. Mein Kind ist sehr gerne dort.

    Reply

Kommentieren

Home Footer Links