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Links des Tempo-30-Schilds soll die Zufahrt zum Seniorenzentrum gebaut werden, um die Anwohner des Gageneck verkehrlich zu entlasten.
Links des Tempo-30-Schilds soll die Zufahrt zum Seniorenzentrum gebaut werden, um die Anwohner des Gageneck verkehrlich zu entlasten.

Plan geändert

Seniorenzentrum Jöhlingen auf dem Weg / In Flächennutzungsplan aufgenommen

Das Bebauungsplanverfahren für die Errichtung eines Seniorenzentrums oberhalb des neuen Jöhlinger Friedhofs im Gewann „Kirchberg“ hat der Walzbachtaler Gemeinderat eingeleitet. Er beschloss die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Offenlage wird auf sechs Wochen ausgedehnt. Er billigte einstimmig die Vorentwurfsplanung in einer an diesem Abend überarbeiteten Fassung. Denn an der von Lars Petri vorgelegten Planung sahen die Gemeinderäte einigen Verbesserungsbedarf.

Die Billigung des Vorentwurfs bedeute nicht, „dass wir zu allen Details Ja und Amen sagen“ signalisierte Michael Paul schon als erster Redner. Den Standort bewerteten aber zunächst alle Fraktionssprecher als unproblematisch Die Fläche sei kurzfristig verfügbar gewesen. Flächen anderswo zu erhalten wäre demgegenüber ein langwieriger Prozess gewesen, informierte Lars Petri. Das Gebäude solle eine neue Erschließungsstraße im Norden des Gebiets erhalten, um den Bewohnern des „Gageneck“ verkehrliche Beeinträchtigungen zu ersparen. In dem großzügigen Baufenster von 5300 Quadratmetern solle eine Pflegeeinrichtung kombiniert mit betreutem Wohnen entstehen. Bürgermeister Karl-Heinz Burgey beschrieb den Bedarf an Pflegeplätzen als dringend. Aus seiner Sicht seien 30 bis 45 Plätze notwendig.

Komplizierter wurde die Diskussion mit dem Maß der baulichen Nutzung des Grundstücks. Schließlich einigte man sich auf die Grundflächenzahl von 0,6, was einer Bebauung von 60 Prozent des Grundstücks entspricht. Eine Überschreitung auf eine Grundflächenzahl von bis zu 0,8 wird für Verkerhslfächen und Stellflächen eingeräumt.

Auch die Höhe des Gebäudes war umstritten. „Die in Baugebieten ätzendste aller Fragen“ wie Burgey empfand, entwickelte sich auch hier zum umstrittenen Diskussionspunkt. Nicht mehr als drei Geschosse sollen es schließlich werden, die von der sogenannten Erdgeschossfußbodenhöhe aus gemessen bei 10,50 Metern Metern liegen sollen, abhängig von der Topographie des ansteigenden Geländes.

Die Planung stößt bei den Anliegern des angrenzenden Neubaugebiets „Gageneck“ auf wenig Gegenliebe. Bedenken hatten sie schon bei der ersten Diskussion des Themas in der Fragestunde vorgebracht. In der Zwischenzeit haben sie sich zu einer „Interessengemeinschaft Gageneck“ zusammengeschlossen und der Gemeindeverwaltung einen 13 Punkte umfassenden Fragekatalog zugesandt. Andreas Arlt wies als ihr Vertreter in der Fragestunde darauf hin. Karl-Heinz Burgey versicherte, der Gemeinderat werde sich mit den Anregungen im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Bürger beschäftigen: „Sie können davon ausgehen, dass Ihnen der Gemeinderat in einer öffentlichen Veranstaltung Rede und Antwort stehen wird“. Die Bürger werden die Möglichkeit erhalten, sich in einer öffentlichen Veranstaltung am 26.7. über Details zu informieren.

Die Gemeinderäte zeigten sich während der Diskussion teilweise beeindruckt von dem Fragekatalog. Jutta Belstler setzte sich vehement für einen größeren Abstand des Seniorenzentrums zur Wohnbebauung ein. Wenn sie auch mit ihrer Maximalforderung von 10 Metern fast allein da stand, erhielt sie doch eine komfortable Mehrheit für einen dann von Silke Meyer eingebrachten Kompromissvorschlag von 7,50 Metern statt wie bisher nur fünf Meter. Belassen will der Gemeinderat die Möglichkeit zur Einrichtung einer Kinderbetreuung und eines Tagescafes mit einer Verkaufsfläche von 200 Quadratmetern.

Gar nicht gefallen wollte Roland Schneider ein Hinweis der Gageneck-Anlieger, dass das Seniorenzentrum ihren Immobilien einen Wertverlust in sechstelliger Höhe bringen werde. „Schlechter geht es nicht“, lautete sein vernichtendes Urteil über diese Formulierung.

Wenig Federlesens machte der Gemeinderat mit der sich anschließenden „zweiten Änderung der zweiten Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Walzbachtal“ mit der zum einen die Fläche für Pflegeeinrichtung und zum anderen die Wohnbebauung auf der „krummen Seite“ in den Flächennutzungsplan aufgenommen wird

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Kommentare (5)

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    Schreiberling

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    Als Antwort auf: Plan geändert

    Schon, dass man die Zufahrt rechts vom Friedhof macht. Dann rollt der ganze Verkehr halt nicht durchs Gageneck sondern durch die Weidentalerstraße, Friedhofstraße oder Schänzlebergstraße oder Mörikestraße. Mal sehen, wie denen das ganze gefällt. Vielleicht wäre eine Abfahrt direkt von der Bundestraße sinnvoll, dann stört der Verkehr niemand.

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    Jöhlinger

    |

    @Schreiberling:

    Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass das passieren wird. Wo werden wohl die ganzen Krankenwagen, Zulieferverkehre, Entsorger etc längs fahren? Die passen doch bei euch gar nicht durch! Da ist das Gageneck viel komfortabler, und so wird es auch laufen. Eine Zufahrt von der 293 an das Heim direkt ran wäre die einzig gute Lösung. Darüber hinaus – der Standort als solches ist mehr als nur beschämend – auf Grund der geologischen Lage können sich die Menschen dort kaum richtig bewegen, oder schon mal jemanden mit einem Rollator oder ähnlichem auf dem Feldweg auf den Jöhlinger Buckel hoch gesehen? Auch gibt es keinerlei Einkaufsmöglichkeiten in laufbarer Reichweite. Diesen dreistöckigen Kasten, den die Gemeinde da hochziehen lassen will, hätte man auch im Attental platzieren können. Aber da wollte wohl jemand seinen Alterssitz nicht im Wert nicht mindern, bei anderen kann man das ja machen 😉

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      Schreiberling

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      Als Antwort auf Jöhlinger.

      Ich wohne zwar in Jöhlingen, aber nicht in den von mir benannten Straßen. Wenn man sich Seniorenzentren in anderen Gemeinden ansieht, gibt es dort auch keine Einkaufsmöglichkeiten. Berghausen ist am Ortsrand, Weingarten ist am Ortsrand, man könnte, wenn man sich damit beschäftigt, weitere aufzählen. Es ist nur interessant, wie stark hier die Lobby von den Besitzern der Grundstücke im Gaggeneck ist.

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    Anonymous

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    Als Antwort auf: Plan geändert

    Zitat: „Aber da wollte wohl jemand seinen Alterssitz nicht im Wert nicht mindern, bei anderen kann man das ja machen“
    Das Geschmäckle ist schon dabei… Leider nicht nur in Walzbachtal Standardstil der Lokalpolitik

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    Andrea Bischoff

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    Als Antwort auf: Plan geändert
    Zum Vorhaben der Gemeinde, am Kirchberg (also oberhalb des neuen Friedhofs) eine Seniorenanlage mit Einkaufsmöglichkeiten etc. zu bauen, kann man sicher eine Meinung haben und diese auch kundtun. Wenn aber konstruktiv an „dieser Sache“ gearbeitet werden soll, dann bedarf es sogenannter Klar-Namen und einer Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu treten – egal, zu welcher „Interessengemeinschaft“ man gehört. Viel Zeit, um sinnvoll miteinander ins Gespräch zu kommen, bleibt leider nicht. Deshalb habe ich eine eMail-Adresse eingerichtet, an die jede/r schreiben kann, der/die Interesse an der Erarbeitung konstruktiver Lösungen hat. Es sind sicher viele gute Ideen vorhanden…
    Kirchberg-Joehlingen@t-online.de
    Um mit Ihnen in Verbindung treten zu können, bedarf es aber eines Klar-Namens und einer Adresse in Jöhlingen. Ich werde zunächst die Anregungen sammeln und gegebenenfalls ein Treffen vorschlagen.

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