Header

Panama in Wössingen

Die Häfeles wagen Gastronomie-Experiment
Mit der Gastronomie ist es derzeit in Walzbachtal so eine Sache. In den letzten Monaten haben erneut zwei Gaststätten in Jöhlingen und Wössingen geschlossen. Selbst die Vereine tun sich schwer, zuverlässige Pächter zu finden. Es gibt allerdings auch zarte Pflänzchen, die Licht am Ende des Tunnels signalisieren. Da ist zum einen die Initiative von Hans-Martin und Monika Häfele. Das Ehepaar hat im April auf dem Gelände der Liebenzeller Mission in der Seestraße einen Bauwagen und unter einem kleinen Vordach drei Sitzgruppen hingestellt. Fertig war die sogenannte „erlaubnisfeie Gaststätte“. Erlaubnisfrei deshalb, weil kein Alkohol ausgeschenkt wird. Das „Cafe Panama“ hat lediglich Donnerstag bis Samstag von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Klein aber fein ist der Versuch, den die beiden mit dem kleinen Cafe wagen. „Wir haben einfach einen Schild rausgehängt und abgewartet, was passiert“, schildert Hans-Martin Häfele die Anfänge mit Understatement. Es ist viel passiert. Über ausbleibende Besucher braucht sich nämlich „Cafe Panama“ nicht beschweren. Am Nachmittag sind immer wieder Familien mit Kindern da, weil es für sie rund um den Bauwagen sehr viele Möglichkeiten zum Spielen gibt.

Ein Treffpunkt ist damit bereits entstanden und genau das ist das Ziel der Häfeles. „Wir wollen etwas gegen die Vereinzelung der Menschen tun“, sagt der „Jung-Gastronom“ und ergänzt das mit einer anderen Philosophie. Kompromisslos gute Produkte vor allem aus dem biologischen und regionalen Sektor stehen auf der kleinen Speisekarte, schließlich wolle er die Leute wegbringen von der Junk-Food-Mentalität und dem „Geiz ist geil“. Das hören und mit einstimmen war für Rita Rückert ein und dasselbe. In einer Zeit, in der alles in Wössingen schließt, sei das Cafe Panama „ein Segen für unser Dorf“, schwärmt die Besucherin, während sie mit einer Freundin einen Fair-Trade-Kaffee genießt.

Hans-Martin und Monika Häfele betreiben das Cafe Panama in der Seestraße

Ihre Freude könnte noch größer werden. Denn rund um das „Cafe Panama“ sollen sich in der Zukunft weitere Angebote entwickeln. „Wir wollen das Schritt für Schritt weiter aufbauen“, blickt Hans-Martin Häfele in die Zukunft. Ein offenes Bücherregal soll entstehen, Wissensvermittlung zu den Themen Fahrrad-Reparatur, Gärtnerei oder auch Lesungen schweben ihm vor.

Von ganz anderer Dimension ist dagegen das, was derzeit rund um den Wössinger „Löwen“ geschieht. Die historische Wössinger Gasstätte hat Filip Fasko gekauft. Der Steiner Gastronom will dort eine Gaststätte wiederauferstehen lassen. Welche Art es ist, will er nicht preisgeben. Fast nach Christo-Art verhüllt entwickelt sich der Baufortschritt im Geheimen und das ist Absicht. Wenn die Sanierung abgeschlossen sein wird, dann will Fasko die Hüllen fallen lassen und präsentieren, dass aus dem hässlichen Entlein ein stolzer Schwan geworden ist.

Vorher hat er allerdings eine umfangreiche Sanierung zu absolvieren. Dafür herrscht dringlicher Bedarf, denn unter den Vorbesitzern sei das Gebäude schwer vernachlässigt worden, wie Fasko meint. Investieren will er eine Summe im hohen sechsstelligen Bereich. Das genaue Baudatum kann niemand sagen. Er geht allerdings davon aus, dass der „Löwen“ etwa um das Jahr 1820 gebaut wurde, also 200 Jahre alt ist. Schon bei den ersten Schritten durch das Gebäude habe er einige neubarocke Elemente entdeckt, die bei misslungenen Sanierungsversuchen unter den Vorbesitzern allerdings auch gelitten hätten. Von weiteren Überraschungen in baulicher Hinsicht wird es abhängen, wie schnell die Sanierung vorangeht.

Trackback von deiner Website.

Kommentieren

Home Footer Links