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Neue Bestattungsformen

In einem rasanten Wandel befindet sich die Bestattungskultur auf den deutschen Friedhöfen. Der Trend geht weg vom traditionellen Reihengrab mit Tieferlegung. Die Kommunen verzeichnen immer mehr Bestattungen in Kolumbarien oder in Urnengräbern. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf die Planungen der Friedhöfe. Walzbachtal muss sich gar Gedanken machen über die Gestaltung von gleich drei Friedhöfen. Die sind für den alten Jöhlinger Friedhof noch nicht abgeschlossen. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat deshalb die Verwaltung, ein Konzept über die Weiterentwicklung und eine würdevolle Nutzung des alten Friedhofes in Jöhlingen zusammen mit der Genossenschaft badischer Friedhofsgärtner zu erarbeiten und dem Gemeinderat vorzustellen. Dazu gehört auch die Frage, ob der alte Jöhlinger Friedhof für die neuen Bestattungsformen reaktiviert werden kann.

Gegenteilige Meinungen gab es hingegen beim Punkt Kolumbarienmauern. Während der Bürgermeister diese Bestattungsform als Auslaufmodell mit wenig Interesse sah, wollte sie die CDU-Fraktion durchaus noch nicht ad acta legen, wie Fraktionssprecher Michael Paul formulierte. Er räumte eine deutlich nachlassende Nachfrage zwar ein, war aber überzeugt davon, dass es eine Grundnachfrage nach wie vor geben werde. Eine neue Kolumbarienmauer könne man eventuell im alten Jöhlinger Friedhof einrichten. Das sei die preiswerteteste Bestattungsform erhielt er Unterstützung vom Fraktionskollegen Volker Trumpf.

Die anderen Fraktionen wollten dies nicht so sehen. Der Gemeinderat beschloss mit 7 zu 9 gegen die Stimmen der CDU von einer Erweiterung der bisherigen Kolumbarienmauern abzusehen. Desweiteren beauftragte der Gemeinderat einstimmig die Gemeindeverwaltung, die Anlage von Urnengrabfeldern auf beiden Friedhöfen zu prüfen, Vorschläge zu erarbeiten und das Ergebnis im Gemeinderat vorzustellen.

Die Planungen in diesem Bereich werden nicht nur von Anliegern des benachbarten Baugebiets „Gageneck“ mit einer gehörigen Portion Misstrauen verfolgt. Bereits in der Fragestunde machte Reinhold Adis deutlich, dass in der Bevölkerung eine große Unruhe herrsche. Er kritisierte heftig, dass die ursprünglich vorgesehene Erweiterungsfläche für den Friedhof im südlichen Bereich ohne Not aus den Planungen herausgenommen wurde. Die mit einem Seniorenzentrum vorgesehene Bebauung sei eine folgenschwere und kostenintensive Entscheidung. Bei dem gegenwärtigen Bevölkerungswachstum sei abzusehen, dass der Friedhof nicht mehr ausreichen werde. Keinen Gefallen fand bei ihm auch die Umwandlung der Grünflächen im Eingangsbereich in Urnengrabfelder. Die ursprüngliche Planung des Friedhofs sei nicht mehr erkennbar. Diese Änderungen hätten einer breiten Diskussion in einer Bürgerversammlung bedurft.

Die breite Diskussion zur Weiterentwicklung der Friedhöfe habe es sehr wohl im Gemeinderat gegeben, entgegnete Karl-Heinz Burgey. Die notwendigen Entscheidungen beispielweise für das Seniorenzentrum seien „nicht aus dem Himmel gefallen“. Vorschläge zur Behandlung des Themas in einer Bürgerversammlung habe es nicht gegeben. Die Erweiterungsfläche sei schon 2012 aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen worden. Wie der Bürgermeister fand auch Silke Meyer (SPD) Silke Meyer den Wegfall von Grünflächen zugunsten von Urnengräbern nicht problematisch. Ihr sei es im Gegenteil lieber, mit den Urnengräbern Flächen für das Seniorenzentrum zu erhalten.

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