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Nass, nässer am nassesten

ADAC Historic wurde zur Wasserfahrt

Wenn alte Schnauferl sich auf die Ausfahrt machen, dann geht das meistens mit gutem Wetter einher. Ganz anders bei der 25. ADAC Heidelberg Historic gestern. Mit Blitz und Donner schickte Petrus 186 historische Automobile auf den Rundkurs, der morgens um 7:30 Uhr in Sinsheim startete und abends um 20.15 dort auch endete.

Weichling durfte man beileibe nicht sein, wollte man da ans Ziel kommen. Denn gerade die Spitze des Feldes erhielt eine ordentliche Taufe. Ein Starkregen ergoss sich auf die Alfa Romeo 8c Monza, den Mercedes Benz 630K oder den Aston Martin Le Mans. Ihre Spezialität: ein offenes Verdeck. Den Fahrern wurde also ordentlich der Kopf gewaschen, denn aufgeben ist für die harten Burschen offenbar keine Option Bei der Kontrollstation im Gondelsheimer „Bruch“ waren Fahrer und Beifahrer der mit offenem Verdeck ankommenden samt Interieur pitschnass.

Oldie im Starkregen

Die Wegstrecke entlang hatte das Wetter selbstverständlich ebenfalls seine Auswirkungen. Nur sehr wenige Neugierige waren am Straßenrand in Gondelsheim zu sichten. Einzig in der Garage von Karl-Heinz Trauth, direkt an der Strecke gelegen, hatte sich eine kleine Gruppe von Schnauferl-Fans trotz Unwetter-Warnung auf dem Wetter-Radar versammelt. Aus sicherem Unterstand wurden die Fahrer aufgemuntert.

Karl-Heinz Trauth jubelt von seiner Garage aus den vorbeifahrenden Rallye-Teilnehmern zu.

Sein Nachbar Dr. Roland Fella hielt zusammen mit seiner Frau Petra auf dem Planetenweg trotz stürmischen Wetters die Kontrollstaton im „Bruch“ aufrecht. Unterstützung erhielten sie von Fahrtleiter Michael Steiner, der immer wieder die vom Starkregen abelösten Startnummern au den Motorhauben festkleben musste. In genau 44 Minuten mussten die Fahrer die Strecke für eine Zeitprüfung von der Kontrollstation in Oberderdingen bis nach Gondelsheim absolvieren. Keine leichte Aufgabe, die vielen Fahrern misslang.

Direkt danach durften sie zwischen Merkur und Sonne auf dem Planetenweg dann richtig Gummi geben. Die Kurzstrecke von der Kontrollstation bis zur Sternwarte war Wertungsprüfung mit Zeitkontrolle. Danach entschwanden die Oldies auf ihrem Weg zur nächsten Station bei der Kartbahn in Liedolsheim.

Fahrtleiter Michael Steiner befestigt an der Kontrollstation im, Bruch die durch Starkregen abgelöste Startnummer zusammen mit Dr. Fella und seiner Frau Petra Fella

Dazu diese Presseerklärung des ADAC

Glänzende Kühlerhauben und leuchtende Augen

Die 25. ADAC Heidelberg Historic endete am Samstag mit der Zieleinfahrt am Technik Museum Sinsheim. Viele Zuschauer trotz unbeständigem Wetter, Fahrer und Beifahrer begeistert von der Region.

Sinsheim. Zum 25. Mal ist die ADAC Heidelberg Historic am Samstagabend am Technik Museum in Sinsheim mit großem Applaus zu Ende gegangen. Auf ihrer 540 Kilometer langen Fahrt durch Kraichgau, Kurpfalz und Odenwald durchfuhren die 186 auf Hochglanz polierten Oldtimer die schönsten Strecken der Region. Eine Genusstour sondergleichen, die Fahrer und Beifahrer vor eine sportliche Herausforderung stellte. Mit Bordbuch und „Chinesenzeichen“ mussten sich die Teams an zwei Tagen ihren Weg ins Ziel bahnen und dabei 18 Wertungsprüfungen absolvieren. Eine Herausforderung für Fahrer und Beifahrer war auch das Wetter, insbesondere für diejenigen ohne Verdeck! Mehrere Schauer durchnässten am Freitag die Insassen. Erst der Samstag brachte ein paar Sonnenstunden. Doch die Teams nahmen es gelassen: „5 mal Nass geworden, 3 mal wieder trocken“ lachten Daniel Faulhaber und Marc Glaser, die mit ihrem offenen Jaguar XK 120 C-Type, Baujahr 1966, gutgelaunt in Sinsheim im Ziel ankamen. Der Applaus tausender Zuschauer war an vielen Streckenabschnitten Ansporn und echter Spaßgarant.

Insbesondere der Marktplatz in Heidelberg wurde zum Publikumsmagnet. „Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen wir mit der ADAC Heidelberg Historic begeistern können“, so Jürgen Fabry, der als Veranstalter und Sportleiter des ADAC Nordbaden e.V. die traditionelle Oldtimerrallye verantwortet. „Auch  nach 25 Jahren zieht es Alt und Jung an die Strecke. Die Faszination für Technik und das Design der automobilen Legenden ist ungebrochen“, so Fabry weiter, der betont, dass jedes teilnehmende Fahrzeug seine ganz eigene Geschichte mitbringe. Ältestes Fahrzeug im Feld war mit der Startnummer 2 ein Bentley 3 Litre TT von 1923. Nicht weniger bemerkenswert der Aston-Martin Le Mans von 1933 oder der Alfa Romeo 6c Mille Miglia von 1938. Aus den 50er bis 70er Jahren sorgten Porsche 356 und Mercedes SL „Pagode“ oder Jaguar E Type regelmäßig für Applaus am Straßenrand.

Dr Fellas und seine Frau Petra Fella bei der Kontrollstation im Bruch

Von der FIVA, dem Weltverband für Oldtimer-Clubs, wurde die ADAC Heidelberg Historic auch dieses Jahr wieder als weltweit eine von zehn Veranstaltungen des Typs „International Event“ ausgewählt.

Trotz des unsteten Wetters wurden die 15 Vorkriegsfahrzeuge und 171 Nachkriegsklassiker von Oldtimerfans am Freitag auf dem Marktplatz in Hockenheim und vor dem Schwetzinger Schlossplatz mit leuchtenden Augen begrüßt. Ein Meer von bunten Regenschirmen zeigte die große Zahl der Besucher auf dem Heidelberger Marktplatz und Hochstimmung herrschte auch in Spechbach, wo sich der ganze Ort alljährlich versammelt. Am Samstag wurde die Stocksbergstraße entlang der Alten Kelter in Stockheim zur Rallye-Festmeile. Bei Kaffee und Kuchen wurde jedes Fahrzeug vor dem Start zur Wertungsprüfung in den Rebanlagen beklatscht und angefeuert. Dreh- und Angelpunkt der ADAC Heidelberg Historic ist seit nunmehr 25 Jahren das Auto Museum Sinsheim. Beide Tagesetappen starten und enden im Hof des Museums, wo die Zuschauer ebenso wie am Audi Forum in Neckarsulm die Gelegenheit nutzen, die Schmuckstücke aus nächster Nähe zu betrachten und Rallye-Luft zu schnuppern.

Bei der Siegerehrung am Samstagabend im Technik Museum freute sich Kuno Hug, der als „Vater der Heidelberg Historic“ die Rallye im Jahr 1995 erstmals veranstaltete und seither zu einer der größten Oldtimerrallyes in Deutschland entwickelt hatte, über „standing Ovations“ der Teilnehmer. Viele starten seit Jahren in Sinsheim und wissen, wieviel Herzblut Hug in dieses Event gelegt hatte, das er 2015 schließlich in die Verantwortung von Jürgen Fabry, Sportleiter des ADAC Nordbaden e.V., übergab. Seither ist Michael Steiner für den Streckenverlauf zuständig, der dieses Jahr wieder auf große Begeisterung gestoßen ist.

Auch Streckensprecher Michael Hagemann, der als Moderator seit 24 Jahren den Zuschauern an der Strecke die Fahrzeuge vorstellt, bekam viel Applaus am Ehrungsabend. Einen Sonderpreis als kleines Dankeschön für die gute Partnerschaft gab es auch für Hermann Layher und Roland Boef, denn Start und Ziel am Technik Museum in Sinsheim ist seit jeher fester Bestandteil der Rallye.

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