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Närrisches Gedribbl

Videokunst der Knaller bei den Wössinger Mondspritzern

Das vergangene Jahr stattete die Narren reichlich mit dem Stoff aus, mit dem sie ihre Spritzen füllen. Die „singenden Wössinger Mondspritzer“ hatten die ihrige dennoch nicht so stramm gefüllt wie in den Vorjahren. Neben den Standardthemen wie etwa den Dieselfahrverboten hatten sie sich zum stampfenden Queen-Rhythmus

auf die Verkehrsprobleme kapriziert: Die Stadtbahn, bei der man sich auf gar nichts mehr verlassen konnte und die L559-Sperrung („nach Wengerte kommsch gar nemmeh!“). Da hieß das Motto plötzlich „Scheiß auf dem Klimaschutz, ich fahr wieder mit dem Auto“.

Gruppenweises Vergnügen boten auch die „Borzelbehmler“ und die „Dobbeldribbla“. Letztere waren dabei für die Musik, erstere fürs Auge zuständig. Die „Breaking News“ der „Dobbeldribbla“ brachten im Publikum gar manchen zum Zusammenbrechen. Die „News“ kamen nämlich in feinsten Videodrehs daher, bei denen Elferratspräsident Daniel Veith in die Rolle des Undercoverreporters geschlüpft war. Sensationell waren die Ergebnisse seiner investigativen Nachforschungen zu der Frage, warum auf dem Jöhlinger Kirchplatz ein Kartoffelsack umfiel. Die Enthüllung, dass im Rathaus gearbeitet wird, wurde mit Begeisterung aufgenommen und mit einer Rakete belohnt, die die Böhnlichhalle zum Wanken brachte.

Genau den gleichen Beifallssturm erhielt unmittelbar darauf Sitzungspräsident Karsten Matt für seine Interpretation des klassischen „Till“. Er absolvierte eine Tour d` Horzon nicht nur durch die große, sondern auch die Kommunalpolitik vom Brexit bis hin zu den Stadtbahnproblemen.

Die undankbare Rolle des Eisbrechers hatte Alexander Korb übernommen. Als „Businesskasper“ beschrieb er in geradezu beängstigender Art und Weise die Luxus-Entgleisungen der „Fürst-Class“ in der „Lust-Hansa“. In gänzlich entgegengesetztem Kaliber kam Benjamin Morlock als „Reisender“ daher. Er schwadronierte über seine Urlaubs-Erlebnisse, die selbst in den exotischsten Ländern gourmettechnisch in „Spätzle mit Soß“ gipfelten.

Als frisch gewordene Single kam Justine Burt auf die Bühne und war sich dennoch sofort sicher: „Ich werde nicht mannlos mein Leben beenden.“ Sie berichtete von ihren eher erfolglosen Erfahrungen mit Singlebörsen und den daraus resultierenden Dates.

Das „SWR-Bier-Radio“, das Radio zum Mitgestalten wie Elferratspräsident Karsten Matt angekündigt hatte, entwickelte sich unter der Ägide von Markus „Roddi“ Rothweiler zum exquisiten Wunschkonzert. Erotisches Liedgut, nicht nur akustisch, sondern mit dem gleichen Eifer körperlich auf der Bühne umgesetzt. Ganz schön erotisch präsentierte sich auch Luca Knaus, der zum Playback von „I want to ride my Bycicle“ ideales Freddy-Mercury-Double wurde, während im Hintergrund vier Wagemutige ihre Runden auf dem Rad drehten. Zwischen jedem Titel gab Moderator „Roddi“ einen seiner brüllend-lustigen Witze zum Besten.

In die Rolle von lustigen Hühnern waren die Fastnachtsturner geschlüpft. Sie vollbrachten so manche turnerische Glanzleistung, um dem Fuchs zu entgehen. Tänzerisch hingegen waren die Glanzleistungen der TV-Garde. Inspiriert von der langjährigen Trainerin Angelika Mücke. Nach jetzt 33 Jahren will sie den Stab an Melanie Weis weitergeben. Zu einer wahren Ovation wurde die Ehrung, die ihr Präsident Daniel Veit nach dem letzten Tanz mit der Verleihung des ersten Wössinger Mondspritzerordens zuteilwerden ließ, kurz bevor die Gölshäuser „Krautscheißa“ dem närrischen Treiben ein Ende bereiteten.

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