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Luther

Oratorium auf der Sulzfelder Ravensburg
Die evangelische Kirche feiert mit dem Reformationsjahr ihren 500. Geburtstag in vielen Facetten. Einer der Höhepunkte im künstlerischen Bereich ist zweifellos das Pop-Oratorium „Luther“. Das Stück aus der Feder des Autorenduos Michael Kunze und Dieter Falk wird schon seit Anfang dieses Jahres vor zum Teil 10.000 und mehr Zuschauern in der Bundesrepublik aufgeführt. Am vergangenen Sonntag war das Geschehen auf der Sulzfelder Ravensburg zu bestaunen.

Rund 160 Mitwirkende und 1.300 Zuschauer machten das Konzert zum regionalen Highlight des Reformationsjubiläums. Die Idee dazu hatte Heidrun Fundis. Die Dirigentin des evangelischen Kirchenchors begeisterte für ihre Idee neben dem eigenen Chor den „Noname“ des Arbeitergesangvereins Sulzfeld und die „Young Voices“ aus Gemmingen. Weitere Unterstützung erhielt sie von dem seit vielen Jahren befreundeten Akkordeon-Orchester Arnbach.

20170723-DSC_0993 Bereits beim Einzug der 160 Akteure wurde klar, welch beeindruckendes Ereignis die Besucher erwartete. Die vielen Chormitglieder bildeten mit ihren historischen Kostümen nicht nur optisch ein beeindruckendes Hintergrundbild. Der mächtige Klangkörper sorgte für Gänsehautmomente in den Zuhörerreihen und lautstarken Applaus. Immer wieder traten die Hauptdarsteller nach vorne, um unter der souveränen Moderation von Roland Schölch entscheidende Stationen aus dem Leben des Reformators darzustellen.

Als Solisten brillierten beispielsweise Reiner Damovsky als Luthers Freund und Begleiter Melanchthon, Ricco Hess als Kaiser Karl V. oder Diana Krauß als Ablassprediger. Besonders beeindruckte Andrea Brehm, die als Dominikanerpater Faber ihre anspruchsvolle Rolle als gnadenloser Ankläger vor dem Reichstag im Wormser Dom sowohl gesanglich als auch schauspielerisch herausragend gestaltete. Auch Ricco Hess erwies sich als ideale Besetzung für den erst 21-jährigen Kaiser. Er lieferte in seiner Rolle eine geradezu kaiserliche Leistung ab. Luther selbst, überzeugend dargestellt von Frank Fundis, war auf der Bühne nicht dauerpräsent. Mal wankte er, mal schleppte er sich zu den Anklagen und Rechtfertigungen auf die Bühne.

20170723-DSC_1023 Die rhythmische Grundlage für den Chor lieferte das Akkordeon-Orchester Arnbach. In rockigen Passagen glänzten wiederholt die Solisten Angela Weiss (Karinette), Jasmin Weber (Querflöte) Simon Becker (Keyboard) und ganz besonders Jan Schröder an der Gitarre. Das Publikum, zu dem neben Bürgermeisterin Sarina Pfründer mit Familie und Patronatsherr Klaus Freiherr von Göler mit Ehefrau auch die lokale Politprominenz gehörte, reagierte mit großer Begeisterung auf die Aufführung und sparte am Ende nicht mit Jubel- und Anerkennungsrufen.

Jutta Fundis, die die Rolle einer Zweiflerin hatte, berichtete von der vielen Arbeit und den zahlreichen Proben in den vergangen eineinhalb Jahren, die das Stück den Akteuren abverlangte. „Ein dickes Lob an unsere Dirigentin Heidrun Fundis für ihre große Geduld mit uns!“, sagte die Sulzfelderin und betonte, dass der mehr als gelungene Auftritt aber jede Mühe wert gewesen sei.

20170723-DSC_1040 Gudrun Ochner vom Akkordeon-Orchester Arnbach freute sich über ihr erstes open air Konzert „vor so besonders schöner Kulisse.“ Perfekt organisiert sei die ganze Veranstaltung durch den Gesangverein Sulzfeld gewesen, der bereits seit Donnerstag mit dem Aufbau beschäftigt war, erzählte sie. Allgemeine Erleichterung war bei der Besetzung und den Zuschauern über den trockenen Himmel zu vernehmen, nachdem es bei der Generalprobe am Vortag so richtig geregnet hatte.

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