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Letztes Konzert

Susanne Pfaff aus der Jugendmusikschule verabschiedet
Ein Konzert mit Wermutstropfen fand am Totensonntag in der Laurentiuskirche in Oberderdingen statt. Susanne Pfaff, langjährige Lehrerin an der Jugendmusikschule Unterer Kraichgau, verabschiedete sich mit diesem Auftritt musikalisch von Oberderdingen. Nach rund 40 Berufsjahren tritt sie ihren wohlverdienten Ruhestand an. Ein letztes Mal organisierte die Lehrkraft für Querflöte das Kirchenkonzert zum Gedenken an die Verstorbenen, bei dem die Jugendmusikschule alljährlich zu Gast ist. Auch in diesem Jahr durften die zahlreichen Besucher ein anspruchsvolles Programm mit Werken aus unterschiedlichen Zeitepochen genießen. Solistisch, wie auch in verschiedenen Ensemblebesetzungen, stand der Sonntagabend im Zeichen besinnlicher Kammermusik.

Das Posaunentrio Fabian Westermann, Jonas Reiff und Susanne Bader glänzte mit einer Intrade von Johann Pezel, einem Stück aus Händels Oper „Rinaldo“ und einer Courante von Händel. Für Gänsehaut sorgte der Flötenchor unter der Leitung von Susanne Pfaff unter anderem mit dem Stück „Air“ von Bach. Begleitet wurden die 20 Musikerinnen und Musiker von Jeremy Amend und Lotta Bögel auf dem Cello und von Anja Fröhbühl auf dem Kontrabass. Viel Applaus erhielten ebenso Eric Hackenberg (Flöte) und Seon-Kyung Kim (Klavier) für ein Andante und ein Allegro aus der Sonate e-Moll von Bach. Der erst 12-jährige Magnus Bendl begeisterte mit einem Adagio aus Bachs Sonate g-Moll auf dem Altsaxophon nicht nur Lehrer Adrian Fischer, der ihn dabei am Klavier begleitete, sondern auch die Zuhörer. Fans von Klarinettenklängen kamen bei Annalena Ludwig, Jule Bickel, Katharina Schneider, Mia Würtz, Hanna Stäble und Leif Eric Queck auf ihre Kosten. Gekonnt spielten sie das „Rondo“ von Mozart, ein Menuett von Bizet, sowie ein Stück aus der Wassermusik von Händel. Simon Hagmann entlockte der Tuba zu „Barbarossa“ nach Barnhouse beeindruckende Töne.

Manfred Nistl, Schulleiter der Jugendmusikschule, dankte Susanne Pfaff für ihren über vier Jahrzehnte andauernden Einsatz und betonte, dass die engagierte Lehrerin aus einem zarten Pflänzchen der Flötenmusik einen strahlenden Strauß geschaffen habe. Weiterhin sprach Nistl großen Dank an Joachim Kößler, MdL, für die Landesförderung und Bürgermeister Thomas Nowitzki für die kommunale Rückendeckung aus. Ohne diese Unterstützung wäre ein Musizieren auf so hohem Niveau nicht möglich.

Susanne Pfaff fiel der Abschied sichtlich schwer. Viele Worte des Danks und der Anerkennung erhielt sie für ihre Arbeit bei einem Umtrunk im Anschluss an das Konzert noch von so manchen ergriffenen Besuchern und berichtete offen gegenüber den BNN: „Es gibt nicht die eine tolle Stelle oder den einen tollen Mitarbeiter. Beides muss zusammenpassen. Das hat es bei mir, mit allem, was dazugehört! Die Jugendmusikschule ist zu einer Familie für mich geworden. Nach meinem Schlaganfall im vorigen Jahr spüre ich nun aber, dass der Zeitpunkt für mein Aufhören gekommen ist. Und das Alter dazu habe ich schließlich auch“, schmunzelte die Musikerin abschließend.

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