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Lebensmittelüberwachung

Beanstandungsquote erfreulich gering

(PM)  Das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt Karlsruhe hat seinen Jahresbericht 2018 für die Lebensmittelüberwachung vorgestellt. Er gibt gleichzeitig einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben. 4.398 Kontrollen in 2.562 Betrieben

haben die Bediensteten, allesamt fachlich ausgebildetes Personal, Lebensmittelkontrolleure sowie Veterinärinnen und Veterinäre, im vergangenen Jahr durchgeführt. „Die Entscheidung, wie häufig ein Betrieb kontrolliert wird, richtet sich nicht nach dem Zufallsprinzip sondern wird risikoorientiert getroffen“, berichtet der Abteilungsleiter für Lebensmittelüberwachung Dr. Achim Bauer. Hierfür werden Betriebe in Risikokategorien wie „Hersteller“, „Importeur“, „Gastronomie“ oder „Gemeinschaftsverpflegung“ eingestuft und anschließend verschiedene Faktoren in einem Punktesystem bewertet, woraus sich die Kontrollhäufigkeit ergibt. Mit ein fließt in diese Bewertung auch das Hygienemanagement, das betriebliche Eigenkontrollsystem, die Verlässlichkeit des Unternehmers und das spezifische Produktrisiko.

277 Verstöße gegen lebensmittelrechtliche Bestimmungen wurden festgestellt. Das entspricht einer Quote von 10,8 %, die damit etwas über den Vorjahren (2017: 7,8 %, 2016: 8,6 %) liegt, aber dennoch niedrig ist, was die Kontrolleure auf ein wachsendes Verantwortungsbewusstsein der Lebensmittelunternehmer aber auch auf die stetige Überwachungstätigkeit zurückführen. Bei der überwiegenden Zahl der Verstöße handelt es sich um Missstände in der Betriebs-, Arbeits-, und Personalhygiene. Auch Mängel bei den betrieblichen Eigenkontrollen wurden immer wieder festgestellt. Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die dem Unternehmer selbst obliegen, um die Lebensmittelsicherheit in ihrem Betrieb sicherzustellen bzw. zu verbessern. Hierzu zählen z.B. die Wareneingangskontrolle, Temperaturüberwachung, Reinigungs- und Desinfektionspläne, Schädlingsbekämpfung, Rückverfolgbarkeit, Personalschulung oder ein Konzept zur Gefahrenabwehr. 245 Anordnungen traf das Amt, verfasste 73 Mängelberichte und verhängte 34 Bußgelder. In fünf schwerwiegenden Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet. Bei lediglich geringfügigen Verstößen wurden die Betroffenen mündlich belehrt.

Gleichzeitig wurden im Berichtszeitraum 1.768 Proben erhoben. Diese erstreckten sich neben dem breiten Spektrum „Lebensmittel“ auch auf Nahrungsergänzungsmittel, Tabakerzeugnisse, Kosmetika und Bedarfsgegenstände. Sie erfolgen planmäßig aber auch aufgrund Verdacht, Beschwerden oder Erkrankungen. Beanstandet wurden 298 Proben oder 16,9 % und damit geringfügig mehr als im Vorjahr (14,5 %.). In 276 Fällen handelte es sich um Produkte, die aufgrund fehlender und bzw. oder unvollständiger Kennzeichnung irreführend sind. „Seit Ende 2016 ist die Nährwertdeklaration für verpackte Lebensmittel genau festgelegt und verbindlich“, schildert Dr. Achim Bauer, „gleichwohl haben viele Betriebe die Nährwertkennzeichnung immer nicht ausreichend umgesetzt.“. 20 Proben oder 6,7% wurden als nicht zum menschlichen Verzehr geeignet eingestuft, zwei Proben wurden als gesundheitsschädlich beurteilt. Sofern sich der Hersteller außerhalb des Landkreises befindet werden die Befunde an die jeweils zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde weitergeleitet. Drei Mal hat das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung eine Warnung im Rahmen des Europäischen Schnellwarnsystems für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) eingeleitet. Bei 195 externen Schnellwarnungen wurden Rückrufe von Waren überwacht und teilweise umfangreiche Ermittlungen vorgenommen, beispielsweise bei Produkten, bei denen ein Allergen nicht gekennzeichnet oder in denen ein Fremdkörper gefunden wurde.

„2019 kontrollieren wir schwerpunktmäßig regionale Hersteller, zu denen auch die landwirtschaftlichen Primärerzeuger zählen“, blickt der Leiter des Amtes Dr. Joachim Thierer auf die aktuelle Tätigkeit. „Regionalität“ liegt auch im Landkreis Karlsruhe voll im Trend und zwei Drittel der Betriebe bieten ihre Erzeugnisse in Hofläden an, wo Verbraucher das Angebot klassischer Produkte wie Spargel, Erdbeeren, Kartoffeln und Äpfel schätzen.

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