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Landschaftsprägender Streuobstbau

(PM) Am 14. März hielt Herr Flinspach von der Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bei der Mitgliederversammlung der Grünen Walzbachtal einen Vortrag über den landschaftsprägenden Streuobstbau und stellte die Streuobstinitiative vor. Die Wurzeln des Obstbaus in der Region reichen in die Römerzeit zurück. Die Hälfte der heutigen Streuobstmengen in Deutschland befindet sich in Baden-Württemberg. Die traditionelle Form des Obstbaus in unserer Kulturlandschaft wird jedoch durch Rodungsprämien und andere Faktoren dezimiert, obwohl der Streuobstbau zahlreiche Funktionen ausübt. Neben der Obstproduktion, der Gestaltung unseres Landschaftsbildes, der Erholungslandschaft, des Genreservoirs, dem Klima-, Boden- und Wasserschutzes dienen die Streuobstwiesen als Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und üben hierbei eine wichtige Funktion im Bereich Artenschutz aus.

Die starke Landschaftsprägung durch den Streuobstbau findet man vor allem im Kraichgau, in der Rheinebene, am Albtrauf und in zahlreichen Flusstälern. Aktuell hat der Streuobstbau mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Neben der Sensibilisierung der Bevölkerung für faire Obstpreise und der Sensibilisierung der jungen Bevölkerung werden immer mehr Streuobstwiesen vernachlässigt. Die Streuobstinitiative setzt sich für den Erhalt der Streuobstwiesen ein. So werden beispielsweise kostenlose Schnittkurse angeboten, wo die Bevölkerung unter anderem die Wichtigkeit von alten Bäumen und die damit verbundene Funktion von Totholz kennenlernt.

Die Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe fördert seit 1996 in der Region den Erhalt artenreicher Streuobstwiesen nach dem Aufpreismodell. 290 Besitzer oder Pächter von Streuobstwiesen haben mit der Initiative einen Vertrag über die Anlieferung von Mostobst geschlossen. Auf einer Gesamtfläche von 175 Hektar betreiben diese Streuobstbau auf traditionelle Art. In ertragreichen Jahren produziert die Streuobstinitiative nahezu 400000 Liter Obstsaft. Gewinne aus dem Saftverkauf werden wieder in Naturschutz investiert. Als Beispiele seien hierbei die Förderung von Projekten wie die Steinkauzansiedlung in Dettenheim oder der Streuobsterlebnispfad in Sulzfeld genannt. Die Mitglieder der Streuobstinitiative sind Privatpersonen, Vereine, Gemeinden und Behörden. Sie kontrollieren auf Streuobstgrundstücken die vereinbarte Bewirtschaftung, vermarkten Saft, halten Vorträge und führen Kurse über Baumschnitt durch. In der anschließenden Fragerunde konnten die Zuhörer noch Fragen stellen und mit Herrn Flinspach in den Austausch gehen. Hierbei wurde deutlich, dass durch ein bewussteres Einkaufen ein vernünftiger Obstpreis erzielt werden kann. Produkte, die mit dem Biosiegel gekennzeichnet sind, garantieren dem Verbraucher, dass kein chemischer Pflanzenschutz, keine Stickstoffdüngung, keine Geschmacksverstärker, keine künstlichen Aromen und Farbstoffe zum Einsatz kommen.

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