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KSC-Fans unbeirrt

Andrang bei der „Nachspielzeit“ der KSC-Supporters in Gondelsheim
Der KSC ist eine Macht. Immer noch. Das wurde bei einer Veranstaltung der „Supporters Karlsruhe 1986“ und des „Fanprojekts Karlsruhe“ beim FV Gondelsheim deutlich. Ungeachtet des Abstiegs in die dritte Liga versammelt das Fußball-Urgestein der Region immer noch die Fans hinter sich. Der größte Fanclub des KSC durfte eine „volle Hütte“ beim FV Gondelsheim begrüßen. Das Nebenzimmer platzte aus allen Nähten beim Thekengastspiel von Mittelfeldstar Marvin Wanitzek und Torwart Benjamin Uphoff.

Unter dem Titel „Nachspielzeit“ wurden die KSC-Profis zunächst von Hansi Klepac und Patrick Richter und nach einer Pause von den rund 80 Fans tüchtig in die Zange genommen. Zwischen zwei Rollups entwickelte sich ein interessantes Frage-Antwort-Spiel, das Zeugnis davon ablegte, dass die heutigen Fußball-Profis keineswegs mehr nur mit dem Ball, sondern auch mit der Zunge flink unterwegs sind. Das mussten selbst die mit dicken Stapeln an Fragen gut vorbereiteten Interviewer merken. Kleine Fehler korrigierten die beiden Fußballprofis mit einem spitzbübischen Grinsen. Nicht vor 60.000 Zuschauern in Stuttgart etwa, sondern vor 80.000 in Dortmund habe er die ersten 10 Minuten als Erstliga-Fußballer verbracht, wusste Marvin Wanitzek um seine Karriereleiter deutlich besser Bescheid als Hansi Klepac. Den Ubstadter habe der KSC „wohl verpennt“, retournierte Klepac, sonst hätte der Mittelfeldspieler nicht erst über etliche andere Stationen den Weg in den Wildpark gefunden. Kein Problem sei es gewesen, so betonte Marvin Wanitzek, von Rot nach Blau und damit vom Erzfeind VfB Stuttgart ins Badische zu wechseln.

In so einer Runde muss es selbstverständlich auch um die Trainer gehen. Erst recht, wenn mit dem Wechsel von Marc-Patrick Meister zu Alois Schwartz eine vernichtende Bilanz sich in einen Höhenflug verwandelte, der plötzlich wieder sogar Chancen auf den Aufstieg in die zweite Bundesliga eröffnet. Beide gaben sich im Urteil aber bedeckt. Benjamin Uphoff beschränkte sich auf ein „Viel später hätte der Wechsel nicht kommen dürfen“. Mit einer Episode über Mario Basler war er redseliger. Der Trainer habe ihn als Jungspund mal aus der Mannschaftssitzung heraus mit 50 Euro und der Bemerkung Zigaretten holen geschickt: „Das Rausgeld darfst du behalten“. Das habe sein damals noch spärlich bemessenes Taschengeld erheblich aufgebessert, freut sich Uphoff heute noch.

Drinnen im Nebenzimmer war es mucksmäuschenstill, wenn die beiden solche Internas oder eigene Erfahrungen und Gefühle zum Besten gaben. Laut wurde es nur, wenn Bedienung Waltraud Laier mit einem energischen „Schnitzel mit Pommes“ ihr Essen an den Mann bringen wollte. Die größte Begeisterung zeigten die allerkleinsten Fans. Jan Schaufler beobachtete das Geschehen ganz aus der Nähe. Der D-Jugendspieler des FV Gondelsheim sorgte für den größten Brüller des Abends. Sein „Wenn ihr mal richtig gut Fußball spielen werdet …“ ging unter in einem großen Heiterkeitsausbruch.

Das KSC-Trikot hatte Gabriel Knoth mitgebracht und ließ es sich in der Pause mit einem Autogramm versehen. Der 10-jährige E-Jugendspieler des FV Knittlingen hatte Papa Michael, Mama Simone und selbst Schwester Annika zum Familienausflug nach Gondelsheim animieren können. „Da muss ich hin, das will ich unbedingt sehen“, war für ihn sofort klar, als er von dem Termin Wind bekam. Noch mehr als über die Begegnung mit seinen Lieblingen dürfte er sich über die Freikarte gefreut haben, die die Besucher für eines der Heimspiele im Wildparkstadion erhielten.

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