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Kindergarten muss her

Zahl der betreuungsberechtigten Kinder in Walzbachtal wächst weiter Mit der Zahl der Kinder im betreuungsberechtigten Alter hat die Gemeinde Walzbachtal in den letzten Jahren etliche Überraschungen erlebt. Kaum glaubte man sich mit dem Neubau des „Regenbogens“ auf der sicheren Seite, da war schon klar: es wird Nachbesserungsbedarf geben. Die Gemeinde reagierte mit der Etablierung einer Notgruppe in der alten Jöhlinger Schule. Jetzt gab es für die Gemeinderäte erneut eine Zahlen-Überraschung. Die Notgruppe in der alten Schule wird nicht ausreichen. Der Vorschlag der Verwaltung: ein neuer Kindergarten muss gebaut werden. Das ehedem mit einem Kindergarten auskommende Jöhlingen hätte damit vier Kindergärten. Auch in Wössingen herrscht Handlungsbedarf. Kurzfristig sei zusammen mit dem Oberlinhaus die Errichtung einer Waldgruppe im April 2018 vorgesehen, um dort die Spitzen raus zu nehmen.
„Das hat mich jetzt wirklich überrascht“, reagierten gleich mehrere Gemeinderäte auf die Zahlen, die Hauptamtsleiter Steffen Riegsinger vortrug. Zurzeit gelinge es noch, die übliche Versorgungsquote von 40 Prozent zu erreichen. Spätestens dann jedoch, wenn die absehbare Entwicklung auf eine Versorungsquote von 50 bis 60 Prozent erreicht werden, werde Walzbachtal in Schwierigkeiten kommen. Bis jetzt habe man mit den Eltern immer eine vernünftige Lösung finden können, ergänzte der Bürgermeister.
Eine Besserung sei auch nicht abzusehen. Die Zahlen werden auf hohem Niveau bleiben, prognostizierte Riegsinger. „Im Moment hat uns die Kita am Speyerer Hof gerettet“, meinte er, aber die Gemeinde brauche dringend weitere Plätze. Walzbachtal sei nicht nur von den Baupreisen attraktiv für junge Familien. Dazu komme so manche unplanbare Überraschung aus der Innenentwicklung, meinte der Bürgermeister. Zwei Drittel der unerwarteten Kinder kämen von dort nur ein Drittel aus den Neubaugebieten, aus denen man das erwartet hätte. Das statistische Landesamt prognostiziere mittlerweile eine Bevölkerungswachstum von derzeit 9600 auf 11500 Einwohner und entsprechende Kinderzahlen.
Die Gemeinde sei mit der steigenden Kinderzahl aber nicht nur in den Kindergärten unter Druck. Der Trend mache sich mit 20 bis 30 Prozent mehr Grundschülern bemerkbar und damit auch bei den dort angesiedelten Horten. In Jöhlingen wachse er von 80 auf 110, in Wössingen von 50 auf 70 Kinder. Damit sei beispielsweise der Mittagstisch in den viel zu kleinen Räumen im Speyerer Hof nicht mehr organisatorisch zu bewältigen. In Wössingen habe man das Angebot, das Dachgeschoss des evangelischen Gemeindehauses dafür auszubauen.
Abwarten sei in dieser Situation keine Alternative, meinte Karl-Heinz Burgey. Ein neuer Kindergarten müsse her. Zwei Lösungsansätze in der alten Schule und im geplanten Seniorenzentrum beim Jöhlinger Friedhof schloss er aus. Es bleibe nur der Neubau eines Kindergartens mit Naturpädagogik am Ortsrand. Eine solche Baumaßnahme mit vielen hunderttausende Euro sei allerdings nicht in der mittelfristigen Finanzplanung der Gemeinde. Im Augenblick gebe es keine gesicherte Finanzierung aber die Notwendigkeit.
Sowohl Michael Paul für die CDU wie auch Silke Meyer für die SPD, Andrea Zipf für die Grünen und Werner Schön für die FDP unterstützten den Vorschlag des Bürgermeisters. Einstimmig ging der Auftrag des Gemeinderats an die Gemeindeverwaltung, mit der Kirchengemeinde über den Ausbau des Dachgeschosses des evangelischen Gemeindehauses Wössingen zur Erweiterung des Hortes an der Grundschule zu verhandeln und entsprechende Planungen vornehmen zu lassen, dem Hort an der Walzbachschule in Jöhlingen das ganze Alte Schulhaus in Jöhlingen zur Verfügung zu stellen und die Kita „Am Speyerer Hof“ baldmöglichst an einen neuen Standort zu verlegen.

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Kommentare (1)

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    Randfichte

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    Als Antwort auf: Kindergarten muss her
    Darf man denn fragen, wo „am Ortsrand von Jöhlingen“ sein wird? Siehe Gemeinderatsbeschluss vom 18.9.: „Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt, an einem festzulegenden Standort am Ortsrand von Jöhlingen eine dreigruppige Einrichtung zu planen und zu bauen und entsprechende Mittel für dieses Projekt im Haushalt 2018 einzustellen.“ Werden betroffene Anwohner wie zuletzt bei der Planung des Seniorenzentrums am Friedhof wieder erst dann informiert, wenn die grundlegenden Entscheidungen schon gefallen sind? Wieso wird eine solch intransparente Vorgehensweise gewählt? Alle anderen Standorte werden doch auch klar benannt.

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