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Kein S21 im Zementwerk

Fremdanlieferer machen manchmal Probleme in der Steiner Straße
Das ehemalige Abbaugelände des Wössinger Zementwerks soll zum großen Teil wieder aufgefüllt werden. Die Opterra hat die entsprechenden Rechte in einem Pachtvertrag an die BauLog Stuttgart 21 GmbH & Co. KG abgetreten. Vom Regierungspräsidium Karlsruhe erhielt sie vor genau fünf Jahren die Genehmigung, 830.000 Tonnen Abraum aus dem Projekt Stuttgart21 anzuliefern.

Aus diesem Projekt ist nichts geworden. Der Aushub aus Stuttgart 21 habe sich als geologisch und chemisch nicht geeignet erwiesen, um die strengen Auflagen für die Ablagerung im Wössinger Zementwerk zu erfüllen, räumt Claus Borchlars, Geschäftsführer der BauLog, ein. Man habe sich aber nie auf Stuttgart 21 beschränken wollen. Erdaushub sei seit der Genehmigung vor fünf Jahren aus den verschiedensten baden-württembergischen Baustellen von Fremdanlieferern im Zementwerk abgelagert worden. Bis jetzt insgesamt 500.000 Tonnen. Die Genehmigung umfasst weitere 300.000 Tonnen.

Die BauLog stelle diese Kapazität den verschiedensten Transportfirmen zur Verfügung. Eine der vom Walzbachtaler Gemeinderat mit ausgehandelten Bedingungen ist, dass die schweren LKWs mit ihrer Last nicht durch die enge Steiner Straße das Zementwerk anfahren. Das werde so auch allen Logistikunternehmen strengstens auferlegt, versichert Borchlars. Verstöße würden mit harten Sanktionen belegt.

Das dringt nicht immer bis zu den Fahrern durch. Anfang letzter Woche waren zahlreiche von BauLog lizensierte LKWs auf der Steiner Straße unterwegs. Nachdem entsprechende Beweisfotos bei der Werksleitung von Opterra eingangen waren, handelte die sofort und drang bei BauLog auf der Einhaltung der ausgehandelten Verträge. Tatsächlich gab es scharfe Reaktionen an die Adresse der Logistikunternehmen. „Es ist passiert, was nie hätte passieren dürfen“, zeigte sich Borchlars zerknirscht und räumte ein, dass die Versuchung für die Fahrer groß sei, statt der vorgeschriebenen die kürzeste Strecke zu wählen. Das gelte insbesondere für Transporte aus dem Bereich Pforzheim und eine Firma, die zum ersten Mal das Wössinger Zementwerk angefahren habe. Am nächsten Tag bezog eine Mitarbeiterin der BauLog an der Steiner Straße Position und kontrollierte einen halben Tag lang, ob die Strecke weiterhin vertragswidrig genutzt wird. Ohne Erfolg. Die Drohung mit Sanktionen hatte gefruchtet. „Jetzt haben wir das alles wieder gut im Griff“, hofft der BauLog-Geschäftsführer auf ordnungsgemäße Routen bei den bis zu 60 genehmigten Fahrten pro Tag. Ärger mit der Gemeinde oder dem Verpächter Opterra wolle und können man sich nicht erlauben.

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