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im Vordergrund der Standort für das geplante Seniorenzentrum, rechfs das Neubaugebiet Gageneck, hinten Kiche und Aussegnungshalle
Links Friedhof, rechts Gageneck - inkompatibel?

Jöhlingen erhält Seniorenzentrum

Vorbereitungen für Standort über dem Friedhof weit gediehen
Der Walzbachtaler Ortsteil Jöhlingen wird ein Seniorenzentrum erhalten. Einstimmig beschloss der Gemeinderat einen Standort am Kirchberg oberhalb des neuen Friedhofes. Zwei namhafte Unternehmen hätten mit unterschiedlichen Konzepten Interesse an der Realisierung bekundet, informierte Bürgermeister Karl-Heinz Burgey den Gemeinderat und eine ganz außergewöhnlich große Zahl an Besuchern der Gemeinderatssitzung. Den Investoren wolle man jetzt Eckpunkte zur Bebauung des rund 7000 Quadratmeter großen Grundstücks geben, so dass sie in die Feinplanung gehen könnten. Ein Bebauungsplan soll auf den Weg gebracht und das Gebiet erneut in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Das Grundstück bietet Raum nicht nur für ein Pflegezentrum. Daneben soll auch die Tagespflege untergebracht werden und ein barrierefreier Trakt für betreutes Wohnen.

Karl-Heinz Burgey und später auch CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Paul gaben einen umfänglichen Rückblick auf die bauliche Entwicklung in diesem Gebiet. Nach dem Bau des Wössinger Pflegeheims Losenberg sei schnell absehbar gewesen, dass dieser Standort nicht ausreichen werde. Trotz aller immens hohen Bemühungen in der Gemeinde, mit Hilfe des sozialen Netzes die Verweildauer in der eigenen Wohnung zu erhöhen, steige der Bedarf an stationärer Pflege schneller als gedacht. Ein neues Pflegezentrum sei unabdingbar. Von vornherein sei klar gewesen, dass nach dem Losenberg der neue Standort nur in Jöhlingen sein könne.

Die Suche nach einem geeigneten Grundstück habe sich schwierig gestaltet. Den Innenbereich habe man schnell ausschließen können. Am Ortsrand sei man schließlich im Bereich oberhalb des Friedhofs fündig geworden. Im April hätten mit den vier Eigentümern notarielle Verträge abgeschlossen werden können.

Anlieger des benachbarten Neubaugebietes „Gageneck“ hatten sich in der anfänglichen Fragestunde besorgt geäußert über die Planungen. Sie fühlten sich, so sagte ein Sprecher, „extrem im Dunkeln gelassen“ bei der Standortauswahl. Die Beteiligung habe nicht funktioniert. Starke Belastungen durch parkende Autos gebe es jetzt schon bei Beerdigungen. Das werde sich mit dem Seniorenzentrum noch verstärken, wurde befürchtet.

Eine Abstimmung über ein solches Projekt könne man nicht davon abhängig machen, ob es den Anliegern gefällt, lautete die Botschaft von Karl-Heinz Burgey an die Adresse der Kritiker, die sich eingangs in der Fragestunde über mangelnde Beteiligung beklagt hatten. Es gebe keinen Rechtsanspruch darauf, dass in der Nachbarschaft eines existierenden kein zweites Baugebiet geplant werden dürfe. Die Anwohner des „Gageneck“ würden während des Bebauungsplanverfahrens Gelegenheit zur Bürgerbeteiligung erhalten. Auf ihre Interessen würde dadurch Rücksicht genommen, dass die Zufahrt zum Seniorenzentrum in Verlängerung des Bahnübergangs weit entfernt vom Neubaugebiet vorgesehen sei.

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Kommentare (4)

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    Ein Anwohner Gageneck

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    Als unmittelbar angrenzende Bewohner möchten wir an dieser Stelle gerne anmerken, dass wir keinesfalls „gegen“ die Errichtung eines solchen Pflegeheims sind. Auch wenn es für uns als junge Familie vielleicht nicht gerade das Top-Thema ist, sind wir uns schon bewußt dass es im Sinne einer Gemeinschaft nötig ist, auch das Wohl der gesamten Gemeinde zu berücksichtigen. Wenn der Standort an dieser Stelle wirklich viele Vorteile gegenüber anderen Standorten besitzt, gibt es keinen Grund, ihn nicht zu wählen.

    Wir waren am Montag auch bei der Gemeinderatssitzung anwesend, am Ende blieb ein „Gschmäckle“ zurück. Statt ein wenig Verständis für unsere Sorgen zu zeigen, bekamen wir auf unsere Fragen sinngemäß die Antwort „Wenn die anderen Jöhlinger gegen das Gagegneck gewesen wären, wärt ihr jetzt nicht hier, außerdem habt ihr sowieso nichts zu sagen“ – wenn auch etwas eloquenter formuliert 😉 Das hatten wir so nicht erwartet. Wir haben uns mit unseren Nachbarn auch abgesprochen, bevor wir unsere Grenze gestaltet haben und dabei Kompromisse erarbeitet. Ich finde, es ist kein netter Ton, jemanden vor vollendete Tatsachen zu stellen mit dem Hinweis, man habe es so zu akzeptieren. Es bleibt spannend, wie die Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung des B-Plans aussehen wird. Wir haben ein wenig die Befürchtung, dass der Gemeinderat sich hier dem Druck einer großen kommerziellen Organisation beugen wird, und die Anwohner am Ende wieder nur informativ beteiligt werden. Der Auftritt am Montag hat hier jedenfalls nicht viel Vertrauen erzeugt. Ich weiss nicht, ob die Damen und Herren des Gemeinderats noch gerne in ihren Gärten grillen würden, wenn in 10 Metern Abstand ein 15-Meter Gebäude mit Balkonen steht. Wir hoffen daher, dass wenigstens bei der Planung der Anlage etwas Rücksicht auf die Privatsphäre der angrenzenden Anwohner genommen wird.

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    Anlieger

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    Wie erwartet, auch zu unserer großen Freude, kommt es nun auf NADR, vielen Dank! Was ich aber im Bericht vermisse, ist eine Position von dem „einen Sprecher“, unserem Nachbarn, daß auch er jeden Tag älter werde und die gestellten Fragen nicht als Einwände gegen das Seniorenheim zu betrachten seien. Als Zuzügler wurden meine Familie und ich von Jöhlingen willkommen geheißen (gegen Grundstückskaufpreis natürlich 🙂 ). Fast 7 Jahre sind vergangen, wir schätzen die Gastfreundschaft, die Lage und die damit verbundene Lebensqualität jeden Tag. Das ganze teilen wir gerne mit Senioren, die zukünftig bei uns wohnen würden.

    Primär geht es um diese plötzliche Nachricht, diese gleich einstimmig beschlossene Sache, daß der Schätzung nach ein großes Gebäude bald vor unserer Haustür stehen wird und die Kinder auf ihren Laufrändern mit mehr Autos zu rechnen haben. Daß nach den problematischen Erfahrungen mit dem Neubaugebiet Gageneck sicher nicht mehr erweitert werde war ein wichtiger Punkt unserer Grundstückskaufentscheidung (Gageneck II wurde schließlich auch gestrichen). Daß wir keinen Anspruch darauf haben, nehmen wir nun zur Kenntnis. Wir hoffen aber, daß alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Wir hoffen, daß die Entscheidung, Planung und Implementierung des Seniorenzentrums Bedürfnis der Gemeinde vorausgegangen sind und nicht erste Linie einem reinen kommerziellen Zweck dienen. Wir wären dankbar, wenn Rücksicht auf die benachbarten Familien genommen wird und sind auf die Beteiligung des Bauplans gespannt.

    Auf gute Nachbarschaft!

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    Anlieger II

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    Auch wir waren bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag anwesend und können uns den Kommentaren unserer Nachbarn nur anschließen. Es geht in keiner Weise darum, den Bau eines laut Gemeindevertretung dringend benötigten Seniorenzentrums zu kritisieren, sondern vielmehr um das bisherige Vorgehen dazu. Wenn Bürgermeister und Gemeinderäte der Auffassung sind, dass man das Bauvorhaben ja nun nicht vorzeitig mit jedermann öffentlich diskutieren muss, muss man das wohl so hinnehmen. Das Vorgehen in der Gemeinderatssitzung hat aber auch uns verwundert. Man kann sich sicherlich auch als nicht direkt Betroffener vorstellen, dass die Ankündigung einer Standort Entscheidung zu einem neu geplanten Seniorenzentrum am Kirchberg bei den Anliegern eine gewisse Verunsicherung hervorruft. Innerhalb kürzester Zeit vom Besitzer eines Grundstücks mit unverbaubarer Aussicht an einer Friedhofserweiterungsfläche zum Nachbarn eines Seniorenzentrums zu werden, war nun doch eine Überraschung. Die Ankündigung, dass letzteres mindestens 3500 m2 Fläche benötigt, war auch nicht gerade beruhigend. Somit haben wir viele Fragen und Sorgen bezüglich der anstehenden Änderungen. Diese haben wir in der Fragestunde adressiert und der Bürgermeister hatte entschieden die Fragen beim entsprechenden Punkt zu beantworten (was sich im Nachhinein als ungünstig erwiesen hat, da man bei dem Punkt laut Geschäftsordnung keine weiteren Fragen adressieren darf; –> klärende Nachfragen somit ausgeschlossen). Einige Fragen wurden dann auch beantwortet, wobei Details z.B. welche anderen Standorte geprüft und verworfen wurden, nicht genannt wurden. Zudem war schnell klar, dass wir mit unserem Informationsbedürfnis auf wenig Verständnis stoßen, da wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht beteiligt werden müssen.Unserer Erfahrung nach hat es sich allerdings meist bewährt, Betroffene früh zu informieren und zu signalisieren, dass man deren Sorgen verstehen kann und versuchen wird die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Wenn man miteinander spricht, klärt sich das meiste schnell und einvernehmliche Lösungen helfen allen Beteiligten. Der mehrfache Hinweis, dass man uns derzeit nicht beteiligen muss, ist hier kontraproduktiv und schafft eher Verunsicherung und Verärgerung. Die Anmerkung, dass die Jöhlinger das Gageneck auch nicht haben wollten, hilft hier auch nicht weiter, sondern zeigt einfach, dass es anscheinend auch dort nicht gelungen ist betroffene Mitbürger ins Boot zu holen. Interessant auch, dass der Gemeinderat lange und ausführlich über den Bauantrag Bollanden Straße diskutiert, ob das Gebäude nun zu groß oder nicht schön genug ist, das um ein Vielfach größere Bauvorhaben des Seniorenzentrums aber keine einzige Frage beim Gemeinderat aufgeworfen hat (z.B. Beeinträchtigung der Anwohner, mögliche Erschließung durch ein Wohngebiet mit Spielstraßen oder über einen Bahnübergang oder eine für die Feuerwehr/ Rettungswagen nicht nutzbare Unterführung, Sinnhaftigkeit eines Seniorenheims am Friedhof mit Sicht auf wöchentliche Beerdigungen etc.) und einstimmig ohne Diskussion angenommen wurde. Wir sind trotz allem weiterhin zuversichtlich, dass unsere nachbarschaftlichen Belange als Bürger der Gemeinde Walzbachtal, und als solche fühlen wir uns nach mittlerweile 7 Jahren, so gut wie möglich berücksichtigt werden und sich alle Beteiligten am Ende an einem schön gestalteten neuen Seniorenzentrum erfreuen können.

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    Meier B., Weingarten

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    Es ist interessant zu lesen wie sich Ereignisse und Erfahrungen der Anlieger in Jöhlingen mit denen in Weingarten gleichen. Auch hier ist ein Seniorenheim geplant. Sobald man kritische Fagen stellt, auf entstehende Probleme bei Verkehrsführung und Parksituation hinweist oder Minimalforderung stellt: immer wird man als Gegner eines Seniorenheims hingestellt. Es ist ja auch viel leichter Gerüchte in Umlauf zu bringen als sich mit Argumenten auseinanderzusetzen. So geschehen in Weingarten.
    Wer sich noch nicht vorstellen kann was noch alles passieren wird, der sollte einfach mal einen Blick auf unsere Homepage http://www.76356mittendrin.de werfen.
    Für Fragen und Erfahrungsaustausch stehen wir gerne zur Verfügung.

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