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Integration wird gemanagt

Christin Siegler kümmert sich in Walzbachtal und Gondelsheim um Flüchtlinge
Die Integration der rund eine Million Flüchtlinge ist eine gewaltige Aufgabe für die Bundesrepublik. Die Hauptlast tragen die Kommunen. Mit einem „Pakt für Integration“ will das Land Baden-Württemberg dabei helfen. Es stellt insgesamt 320 Millionen Euro zur Verfügung. Kernstück des Paktes ist ein Konzept für ein kommunales Integrationsmanagement. Über das Land verteilt sollen 1000 Integrationsmanager die Flüchtlinge professionell begleiten bei Wohnungs- und Arbeitssuche, bei Sprachförderung oder der Erteilung der Aufenthaltserlaubnis. Im Landkreis Karlsruhe stehen seit Ende letzten Jahres 32 Stellen dafür zur Verfügung. Die meisten kleineren Kommunen machen von dem Angebot des Landratsamtes Gebrauch, die Intgegrationsmanager einzustellen und mit einer anderen Gemeinde zu teilen.

Eine dieser Integrationsmanagerinnen ist Christin Siegler. Sie kümmert sich seit Oktober 2017 in Walzbachtal und in Gondelsheim um Fragen des alltäglichen Lebens der dort lebenden rund 170 Flüchtlinge. Die beiden Gemeinden treten ihren Anspruch auf die entsprechenden Landesmittel an den Landkreis ab. Der stellt die Integrationsmanagerin ein. Christin Siegler hat Soziale Arbeit in Würzburg studiert , hat ihre Ausbildung an der Karlsruher Pädagogischen Hochschule mit dem neuen Studiengang für „Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit“ abgeschlossen und vorher schon bei in der Flüchtlingshilfe bei einem privaten Träger gearbeitet.

Ihre zentrale Aufgabe ist die individuelle und niedrigschwellige Sozialberatung für Geflüchtete in der Anschlussunterbringung. Am Beginn jeder Beratung erstellt sie einen sogenannten Integrationsplan. In ihm werden die persönlichen Qualifikationen und Kompetenzen, Schulbildung und Berufsabschluss, individuelle Entwicklungen und die zu erreichenden Ziele schriftlich fixiert. Dabei geht es unter anderem um Fragen des Spracherwerbs, der Arbeitsmarktintegration, der Anerkennung ausländischer Qualifikationen sowie um Wohnen, Schule und Bildung. Der Integrationsplan wird kontinuierlich fortgeschrieben. Ziel ist es, die Flüchtlinge zu einem eigenständigen Leben in Deutschland zu führen.

„Ich sehe mich nicht als Helfer, sondern als Unterstützer, um selbst laufen zu lernen“, beschreibt die Integrationsmanagerin ihr Selbstverständnis. Sie will die „Schubser“ geben, die zum selbständigen Leben führen. Anders als die Jobagentur, die mangelnde Kooperation mit Leistungskürzung bestrafen kann, verfügt sie über keinerlei Sanktionen, wenn sich ein Flüchtling gegen diese „Schubser“ sperrt. Diese Erfahrungen habe sie allerdings noch nicht gemacht, sagt sie. Oft handele es sich bei Problemen einfach um Missverständnisse, die aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse entstanden seien. Beeindruckt sei sie von den Schicksalen, die sich um die getrennten Familien abspielen.

Aufgearbeitet werden diese Probleme in ihren Sprechstunden , die sie in Wössingen und Gondelsheim anbietet. Sie werden rege genutzt. Da kommt der Papa mit Problemen mit der Schoolcard des Sohnes, oder eine Mama, die Probleme mit den im behördlichen Ton verfassten Schreiben hat. Arifa Bahanat hat den Service schon oft wahrgenommen und findet ihn „ganz einfach toll. Wenn ich einen schwierigen Brief bekommen, gehe ich zu ihr“, sagt die afghanische Mutter, die inzwischen schon recht gut in Wössingen integriert ist.

Sprechstunden der Integrationsmanagerin. Ihre Sprechzeiten sind in Wössingen montags von 16 bis 18 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 Uhr. In Gondelsheim montags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 15 bis 17 Uhr.

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