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Oliver Hoops, Pfarrer der Versöhnungskriche Jöhlingen

Stachel bleiben

Pfarrer der Jöhlinger Versöhnungskirche geht
Oliver Hoops, Pfarrer der Jöhlinger Versöhnungskirche, nimmt am morgigen Sonntag Abschied von seiner Gemeinde in einem von Dekanin Gabriele Mannich geleiteten Gottesdienst. Aus diesem Anlass führten wir ein Gespräch mit dem beliebten Geistlichen:

NADR: Herr Hoops, normalerweise bleiben die evangelischen Pfarrer zehn Jahre in einer Gemeinde. Sie verlassen Jöhlingen schon ein wenig früher. Warum?

Hoops: Dafür gibt es einige Gründe. Zum einen ist unser Pfarrhaus zu klein geworden für unsere gewachsene Familie. Mit fünf Personen kommen wir an die Grenzen des Hauses. Zum zweiten ist die Pfarrstellenveränderung in der Rechbergklinik nicht ganz so optimal gelaufen. Meine Aufgabe als Klinikseelsorger hat deutlich mehr Arbeitskraft gebunden als ich erwartet hatte. Die ganze Konstellation war dann nicht mehr so zufriedenstellend. Da habe ich eine Chance genutzt, die sich mir geboten hat.

NADR: Wohin zieht es sie denn?

Oliver Hoops, Pfarrer der Versöhnungskriche Jöhlingen

Oliver Hoops, Pfarrer der Versöhnungskriche Jöhlingen

Hoops: Es zieht mich in den Schuldienst. Die Möglichkeit habe ich sehr viel schneller als erwartet erhalten. Ab September werde ich an der Käthe-Kollwitz-Schule und an der Handelslehranstalt sein. Dazu habe ich sehr gerne ja gesagt, weil es ein Arbeitsbereich ist, der mich sehr interessiert und ich die Chance sehe, mich mal auf eine Sache konzentrieren zu können.

NADR: Das bedeutet Jugendliche und das war wohl – so habe ich den Eindruck – auch in Jöhlingen eine Altersgruppe, mit der sie gern zusammengearbeitet haben.

Hoops: Zu wenig, zu wenig. Das ist einer der Punkte, der ein Stachel in meinem Fleisch ist. Ursprünglich bin ich angetreten, um Kinder- und Jugendarbeit in dieser Gemeinde auszubauen. Aber dieses Versprechen musste ich aufgeben wegen der zeitraubenden Arbeit an der Rechbergklinik.

NADR: Es gab doch aber schon beachtenswerte Projekt wie beispielsweise mit einem wunderbaren Kalender oder den Bau des Taufsteins.

Hoops: Das war im Rahmen der klassischen Konfirmandenarbeit. Florierende Jugendarbeit hätte ein regelmäßiges Angebot außerhalb dessen bedeutet.

NADR: Der Churchrock war doch so was,

Hoops: Genau, der Churchrock war ein Versuch, aber auch er sitzt bei mir als zweiter Stachel, dass wir das nicht weiterführen konnten aus finanziellen Gründen. Vielleicht hätte man da einen längeren Atem gebraucht. Wir haben uns auf andere Dinge konzentriert und da kommen wir sicher darauf zu sprechen …

NADR: … dass mit dem theologischen Dinner ein weithin beachtetes Experiment gelungen ist auf das sie stolz sein können.

Hoops: Stolz ist so eine Sache im Christentum. Ich würde eher sagen, Dinge, die mir sehr viel Freude bereitet haben. Das theologische Dinner war sicher eine Sache, die sehr gelungen ist, weil die richtigen Leute am richtigen Ort waren.

NADR: Wie ich gelesen habe, wird das Experiment ohne sie fortgeführt.

Hoops: Der nächste Gast für den Herbst steht schon fest und für alle Bereiche gibt es Leute, die die Arbeit weiter führen wollen auch für meinen Posten als Gastgeber. Da wird sich Kirchengemeinde weiter als eine Kirchengemeinde zeigen können, die lebt.

NADR: Gibt es daneben noch etwas, das Sie als gleichwertige Freude wie Sie gesagt haben bezeichnen würden?

Hoops: Es gibt viele Dinge, die den Pfarrdienst so reich machen. Zu den Menschen zu gehen und sie in allen Lebensphasen zu begleiten, das macht reich. Der Family Day war immer toll. Die kirchenmusikalischen Ereignisse. Die Gesamtsumme aller Erfahrungen zählt als gute Zeit.

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