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Kleindenkmale in Bretten werden erfasst
(PM) Mehr als 100 Kleindenkmale soll es in Bretten geben, die sich in privater oder städtischer Hand befinden. Es sind Wegkreuze, Ruhebänke, Brunnen oder Teile an Gebäuden, wie beispielsweise die kunstvoll geschnitzten „Eck-Männle“, die die Fachwerkhäuser aus dem frühen 18. Jahrhundert zierten und im gesamten Kraichgau bislang nur in Bretten bekannt sind. Fünf Exemplare sind erhalten blieben. „Sie sind ein Ausdruck für Wohlstand und signalisieren auch die Zuge-hörigkeit zu einer Zunft wie etwa der Bäcker, Küfer oder Bierbrauer“, erklärt Stadtarchivar Alexander Kipphan. Ihn hat Oberbürgermeister Martin Wolff beauftragt, ein Projekt des Landesdenkmalamtes, bei dem alle Kleindenkmale in den kommenden zwei Jahren systematisch erfasst und dokumentiert werden, zu koordinieren und federführend zu begleiten. Erfasst werden Name, Standort, GPS-Daten, Eigentümer und die kulturgeschichtlichen Hintergründe zum jeweiligen Objekt.

Am Ende sollen die zusammengetragenen Daten zu einem Denkmal-Kataster ausgebaut werden, der beispielsweise für Forschungszwecke, für den Tourismus, Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden kann. Aber was sind Kleindenkmale? Eine exakte Definition gebe es nicht, so Kipphan. Allgemein würden darunter ortsfeste, freistehende, kleine, von Menschenhand geschaffene Gebilde aus Stein, Metall oder Holz verstanden, die einem bestimmten Zweck dienten oder dienen oder an eine Person oder bestimmte Begebenheit erinnern sollten.

So seien die Eck-Männle nach dem 13. August 1689 entstanden, als die französische Armee das damalige Brettheim überfallen, geplündert und in Schutt und Asche gelegt hatte. Nach dem Wiederaufbau der Stadt zeigten Handwerksleute trotzig und stolz ihren wieder erlangten Wohlstand. Eine andere Bedeutung haben die „Neidköpfe“ am Simmelturm, die ebenfalls zu den Kleindenkmalen gehören. Die in Stein ge-meißelten Fresken mit der Darstellung von verzerrten menschlichen Gesichtern oder Fratzen sollten drohenden Schaden für die Stadt ab-wehren. Alexander Kipphan kennt viele interessante Details, die sich hinter einem Kleindenkmal verbergen. An seinem Arbeitsplatz im Stadtarchiv liegen Nachschlagewerke bereit, die Interessierte einsehen können, etwa das 1913 erschienene Kompendium „Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bretten“ von Hans Rott oder die „Brettener Jahrbücher für Kultur und Geschichte“, die über das Stadtarchiv oder die Stadtinformation erhältlich sind. Bei ihm erfährt man auch, was nicht zu den Kleindenkmalen zählt, nämlich Natur- und Baudenkmale, Friedhöfe und alle unter der Erde befindlichen Hinterlassenschaften der Geschichte wie archäologische Denkmale, Bauten oder Zisternen. Die Erhebung der Klein-denkmale findet im gesamten Landkreis unter Federführung des Land-ratsamtes Karlsruhe statt, das das Projekt im November 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Auf ein Rundschreiben der Stadt Bretten haben sich bereits 20 Freiwillige gemeldet, die die Denkmale ehrenamtlich fotografieren und dokumentieren. In Kooperation mit dem Kreisarchiv sollen sie dafür geschult werden. Es werden noch freiwillige Helfer ge-sucht, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. Informationen rund um das Thema „Kleindenkmal-Erfassung“ gibt es bei Alexander Kipphan unter stadtarchiv@bretten.de oder telefonisch unter 07252-921-414.

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