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Gutes Zeugnis für Hort

Walzbachtaler Grüne informierten sich über die Alternative Ganztagsschule

Beide Eltern berufstätig – dieses Familienmodell setzt sich immer mehr durch. Die Zahl der Ehepaare, bei denen hauptsächlich die Mutter sich nachmittags um die Kleinen kümmert ist schon seit langem merklich auf dem Rückzug. Doch was passiert mit den lieben Kleinen dann am Nachmittag?

Dafür sind im Wesentlichen zwei Betreuungsmodell entworfen worden: Ganztagsschule und Hort. Walzbachtal setzt seit dem Herbst 2007 auf den Hort. Exklusiv spätestens mit dem Auslaufen der Werkrealschule, die Ganztagsschule war. Gerade dass der Hort zu einem solchen Erfolgsmodell wurde, bereitet ihm in den letzten beiden Jahren aber zunehmend Probleme. Kaum schafft es die Gemeinde, dem Zustrom an Kindern die notwendigen Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die Befürchtung unter den Eltern wächst, der Zeitpunkt könne bald kommen, dass nicht mehr alle Kinder im Hort Platz finden.

Die Unruhe griff der Ortsverband der Grünen auf. Unter dem Titel „Eine Ganztagsschule in Walzbachtal“ lud sie zur Informationsveranstaltung ein. Und siehe da, die Grünen schienen einen Nerv getroffen zu haben. Nach der Informationsveranstaltung des SPD-Ortsvereins zur Stadtbahn war der Saal des Naturfreundehauses erneut fast vollständig besetzt. Gekommen waren zum größten Teil und fast ausschließlich genau die Mamas, die sich um die Betreuung ihrer Kinder nachmittags sorgen. Michael Futterer wies zunächst darauf hin, dass die Grünen mit dieser Veranstaltung sachlich und umfassend über das Modell Ganztagsschule informieren und keineswegs die Qualität der Hortbetreuung kritisieren wollten. Dennoch könne man die Ängste wegen möglicher Betreuungsverluste nicht ignorieren. Zunächst wolle man aber nur informieren über die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen und die finanzielle Folgen der Alternative Ganztagsschule.

Heike Pommerening und Corinna Blume lieferten diese notwendigen Informationen. Die stellvertretende Landesvorsitzende der GEW Baden-Württemberg verdeutlichte den stark steigenden Betreuungsbedarf mit Zahlen. Waren es 1990 noch 80 Kernzeitgruppen in Baden-Württemberg sei diese Zahl bis 2015 auf 8000 in die Höhe geschnellt. Corinna Blume berichtete von ihren konkreten Erfahrungen, die sie als Konrektorin der Oberreuter Anne-Frank-Gemeinschaftsschule mit der Ganztagsschule macht. Sie wies darauf hin, dass dieses Modell an ihrer Schule nur deshalb mit so großem Erfolg umgesetzt werden konnte, weil die Schule ein sehr großes Einzugsgebiet hat. Maßgeblich für die pädagogische Qualität seien die zusätzlichen Lehrkräfte, die dem Modell zugewiesen wurden und die Bereitschaft der Kommune in weiteres Personal zu investieren.

Ziemlich schnell war zu spüren, dass die beiden Referentinnen bei den Mamas die Lust zur Gemeinschaftsschule nicht wirklich wecken konnten. Das in der Stadt gut funktionierende Modell könne nicht einfach auf das Land übertragen werden. Große Zweifel daran hatte vor allen Dingen Nadine Erlenmaier. Die Elternbeiratsvorsitzende der Wössinger Grundschule stellte der Hortbetreuung ein hervorragendes Zeugnis aus. Sie wollte die Diskussion eher in die Richtung bringen, wie man die bestehende Hortbetreuung noch weiter verbessern könne als über eine Ganztagsschule nachzudenken. Indie gleiche Kerbe schlugen die beiden anwesenden Rektoren der beiden Grundschulen. „In den Horten sehen wir in beiden Ortsteilen eine hervorragende Arbeit und wir wollen das nicht kaputt schlagen für etwas, das noch nicht ausgegoren ist“, meinte Axel Orschessek.

Der fast bemitleidenswerte Moderator Michael Futterer wurde mehrfach mit der Frage in Bedrängnis gebracht, welches Modell denn nun eigentlich die Grünen favorisieren würden. Am Ende schon fast verzweifelt musste er immer wieder darauf hinweisen, dass die Veranstaltung nur informativen Charakter haben sollte und sich die Grünen sich selbst ein Bild über Vor- und Nachteile der Ganztagsschuel machen wollten.

Im Wortlaut im Folgenden das Kurzreferat, mit dem Michael Futterer in das Thema einführte:

Ganztagesschule – Wir sind DAFÜR,

sich sachlich und umfassend darüber zu informieren:

welche rechtlichen Rahmenbedingungen für Ganztagesschulen generell bestehen

•             welche Modelle gibt es in Baden-Württemberg bei Ganztagesschulen ?

•             müssen dann alle Kinder bis zum tägl. Ende der „Ganztagesschule“ bleiben?

•             wie weit ist die Umsetzung eines Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung von Grundschul- kindern bis 2025  – wie im aktuellen Koalitionsvertrag auf Bundesebene versprochen  ?

welche Finanzierungsaspekte auf die Gemeinde/Familien zukommen könnten

•             wer übernimmt welche Kosten?

•             fallen Betreuungskosten für die Eltern  weg?

welche organisatorischen Rahmenbedingen müssten geschaffen werden ?

•             wer betreut die Kinder zu Rand- und Ferienzeiten?

•             welche Vor- und Nachteile erwachsen für die Kinder/ Familien/Schulen/Hort/ Gemeinde im jeweiligen System?

•             welche Voraussetzungen müssen für eine Änderung der Schulform überhaupt gegeben sein

•             wer kann diese Änderung initiieren?

•             wie lange dauert so ein Umstellungsprozess?

Wie kann die Realität nach einer Umstellung aussehen als Erfahrungsbericht einer Grundschulrektorin, die über die Vor- und Nachteile aus Schulsicht berichtet.

WARUM machen wir das ?

Alle Jahre wieder bei allen beteiligten Parteien:

•             Ängste wegen möglichen Betreuungsverlusten/-defiziten

•             Ängste wegen möglichen Jobverlusten

•             Ärger für die hohen Kosten u.a. der Grundschulkinderbetreuung

•             Kein Vorwärtskommen für eine solide Betreuungsbasis (Schaffung, Aufnahme-, Platz-, Personalkapazitäten) mit einer kalkulierbaren Betreuungssicherheit für die Eltern.

WAS ist es NICHT?

•             Auftakt zur Umstellung der Grundschulform

•             Kritik an Umfang oder Qualität der Hortbetreuung

ABER?

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