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Gondelsheimer Zweiteilung

Lärmschutzwand nicht für alle Gondelsheimer
„Wer Lärmschutz will, der muss dicke Bretter bohren“, mit dieser leicht abgewandelten Redensart wies Bürgermeister Markus Rupp während der Infoveranstaltung zur geplanten Errichtung von Lärmschutzwänden in Gondelsheim auf deren langwierige Umsetzung hin. Erst im Jahr 2023 könnten die zwischen B35 und Bahntrasse lärmgeplagten Gondelsheimer mit der Realisierung einer Lärmschutzwand und Zuschüssen für passiven Lärmschutz rechnen, informierte Sabine Weiler für die DB-Netze AG. Mit einem Exkurs in die Mathematik legte die verantwortliche Projektleiterin der DB Netz AG zunächst einmal die begrifflichen Grundlagen für das Verständnis der logarithmischen Lärmberechnung. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung werden die Belastungen nämlich nicht gemessen, sondern berechnet. Eine solche Berechnung liege mittlerweile für jedes einzelne Haus in Gondelsheim vor, ergänzte später Martin Reichert für die beauftragte Firma modus consult vor den nur 30 Besuchern in einer Saalbachhalle, die einem Glutofen glich.

Entscheidend sei, dass der nächtliche Grenzwert von 57 Dezibel überschritten werde. Dafür könne aktiver Lärmschutz in Form einer Lärmschutzwand beantragt werden. Das gelte allerdings nur für jene Baugebiete, deren Bebauungspläne vor dem 1. April 1974 in Kraft traten, schränkte Weiler ein. Der gesamte Gondelsheimer Norden scheide damit aus. Dort werde es weder aktiven noch passiven Lärmschutz geben. Ebenso in die Röhre schauen vereinzelte Häuser etwa im Bereich des Schlosses. Für sie rechtfertige die Kosten-Nutzen-Rechnung keine Lärmschutzwand, ergänzte Reichert. Was die Priorisierung der Maßnahmen angehe, gebe es keine Vorgaben. Entschieden wird nach dem Windhundprinzip. Wer zuerst den Antrag stellt, erhält als erstes die Lärmschutzwand.

Die Bewohner des Gondelsheimer Ortskern können damit südlich des Bahnübergangs rechnen. Sei fällt unterschiedlich lang aus. Im Westen wird sie 650 Meter lang sein und rund 1,2 Millionen Euro kosten, östlich davon 548 Meter lang und rund eine Million Euro kosten. Die Wand werde sehr effektiv sein und mehr als eine Halbierung des Lärms bringen, rechnete Reichert vor.

Passiver Lärmschutz wie etwa der zur 75 Prozent bezuschusste Einbau von neuen Fenstern werde nicht vor der Wand kommen. Das stehe in engem Zusammenhang. Jeder einzelne Hausbesitzer müsse das beantragen, sonst verfalle der Anspruch. Markus Rupp bedauerte, dass es mit diesem Plan eine Zweiteilung der Gondelsheimer geben werde. Ein großer Teil der Dorfes erhalte keine Lärmschutzwand. Doch an der gesetzlichen Regelung, dass nach dem 1.4.1974 errichtete Gebäude nicht bezuschusst werden, gebe es kein Vorbeikommen.

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