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Edelberg wirds

Gemeinderat trifft Entscheidung über Seniorenzentumsbetreiber
Das neue Jöhlinger Seniorenzentrum wird vom Haus Edelberg betrieben werden. In einer Kampfabstimmung hatte es mit 11:7 Stimmen die Nase vor der Diakonie im Wettbewerb um den Standort oberhalb des Jöhlinger Friedhofs. Die Entscheidung zwischen den beiden Trägern fiel den Walzbachtaler Gemeinderäten nicht leicht. Für Silke Meyer (SPD) war es gar „die schwerste Entscheidung in meiner 9-jährigen Amtszeit als Gemeinderätin“.

Sie brachte das Dilemma zum Ausdruck, das der Bürgermeister mehrfach eingangs beschwor. Der Gemeinderat müsse entscheiden zwischen zwei Wettbewerbern, die ein praktisch gleichwertiges Angebot vorgelegt hätten, das sich in der Abwägung nur in Details unterscheide, wie Karl-Heinz Burgey mehrfach betonte. Keiner von beiden sei in allen Kriterien eindeutig stärker.

Die Gemeinde sei in einer sehr guten Ausgangsposition. Den zwei sehr qualifizierten Bewerbern brauche man nicht zu sagen „wie Pflege geht. Für wen wir auch immer uns entscheiden: wir machen keinen Fehler.“ Der Bürgermeister gab den Gemeinderäten in der Entscheidungsfindung dennoch eine eindeutige Vorlage. In der Gesamtsicht liege für ihn das Haus Edelberg vorn trotz aller guten Erfahrungen mit der Diakonie, die schon mit mehreren Standorten in Wössingen vertreten ist. Die Zusammenarbeit mit der Diakonie sei ohne Wenn und Aber positiv.

Michael Paul (CDU) sah beide Bewerber als Träger vieler Senioreneinrichtungen in der Lage, ihr Konzept gut umzusetzen. Nach der Bewertung einer Vielzahl von Kriterien habe sich seine Fraktion nicht leicht getan und mehrheitlich für das Haus Edelberg entschieden. Damit entscheide man sich nicht gegen die Diakonie, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende und machte ein Hintertürchen für die Diakonie auf. Die Entscheidung für das Haus Edelberg sei kein Freibrief. Wenn die Verhandlungen mit dem Haus Edelberg nicht das gewünschte Ergebnis bringen würden, dann könne die Diakonie wieder ins Spiel kommen.

Auch in der SPD-Fraktion gab es kein einheitliches Meinungsbild. Die Fraktionsvorsitzende Silke Meyer blieb mit ihrer Favorisierung der Diakonie allein. Sie befürchtete, dass der private Träger Edelberg die hohen Investitionskosten mit einer niedrigeren Bezahlung des Personals erwirtschaften werde. Die SPD habe sehr kontrovers diskutiert, räumte Fraktionskollegin Karin Herlan ein. Die Mehrheit habe sich für Edelberg entschieden. Der private Anbieter stehe einem kirchlichen in nichts nach.

Einmütig hingegen die Stimmung bei den Grünen. Sie sahen die Diakonie leicht im Vorteil. Mit 45 Plätzen entstünde im Gegensatz zum größer planenden Haus Edelberg eine familiäre Atmosphäre für Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter. Die Diakonie habe überdies viel Erfahrung in Sachen bürgerschaftliches Engagement und Vernetzung der sozialen Systeme. Darauf verwies auch Werner Schön für die FDP. Er sah einen Vorteil in dem Diakonie-Entwurf darin, dass auf steigenden Bedarf mit einer Erweiterung reagiert werden könne.

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Kommentare (12)

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    Thomas

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    Als Antwort auf: Edelberg wirds
    Zitat: „Der private Anbieter stehe einem kirchlichen in nichts nach“. Klarstellung: Haus Edelberg gehört zur ORPEA Gruppe. Diese Gruppe macht mit unterbezahlten Angestellten und der „Ware“ Mensch um die 3 Milliarden Umsatz pro Jahr – das macht dann ca. 300 Mio EUR Profit statt dem menschenwürdigen Umgang mit ‪pflegebedürftigen Menschen! Da kann man die Damen und Herren im Gemeinderat nur zur Ihrer Entscheidung beglückwünschen und für sie hoffen, dass sie einmal später nie in diesem Heim untergebracht werden!

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    Lars

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    Antwort auf Edelberg wird
    Die Geschwindigkeit, mit der das Vorhaben aus dem „Hut gezaubert“ wurde und baurechtlich umgesetzt wird in Verbindung mit der „Entscheidung“, mit einem wirtschaftlichen Interessen folgendem und dem Profit verpflichtem Pflegeanbieter weiterzuplanen, hinterlässt wie schon häufiger einen faden Beigeschmack.
    Das riecht doch mal wieder nach Vetternwirtschaft und Absprachen….

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    Gondelsheimer

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    Kommentar zu Edelberg wirds
    Offensichtlich haben die Entscheider nicht die Mühe gemacht mit Bewohnern und Angestellten der beiden Institutionen zu unterhalten…

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      Waidelich Arnd

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      Wieso „offensichtlich“? Lieber Gondelsheimer, haben Sie die Entscheider gefragt, ob sie mit Betroffenen gesprochen haben? Nicht einfach eine Behauptung raushauen, bitte.

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        Kraichgauer

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        Zu Edelberg wirds
        Mit „offensichtlich“ meint der Gondelsheimer doch sicherlich nur, dass er sich als rechtschaffener Mensch partout nicht vorstellen könne, dass die Entscheider „mit Betroffenen gesprochen haben“, sonst hätten sich die Entscheider, hätten sie denn, sich sicherlich ebenso rechtschaffen für einen gemeinnützigen, dem christlichen Selbstverständnis und einer christlichen Unternehmenskultur verpflichteten Träger entschieden
        Ähm … so denke halt viel Leit im Kraichgau 😉

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        Gondelsheimer

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        Als Antwort auf: Edelberg wirds Als Antwort auf: Waidelich Arnd
        Nein, habe ich nicht. Da ich als nicht-Walzbachtaler neutral bin (und meine Brötchen auch nicht im Umfeld verdiene), ziehe ich aus einem m.E. eindeutigen Stimmungsbild bei Bewohnern und Mitabeitern (z.B. wer wechselt in welche Richtung…) meine Schlüsse.
        Und nein, wie Herr Schmitt unten leider zu recht schreibt, mit einer simplen Bevorzugungen aufgrund einer kirchlichen Trägerschaft hat das nichts zu tun. Die Caritas Bretten ist wirklich ein abschreckendes Beispiel. Die stand zum Glück nicht zur Auswahl 😉

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    Reinhold Adis

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    Als Antwort auf: Edelberg wirds
    Es ist erstaunlich wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass die Bürger von Walzbachtal-Jöhlingen der Entscheidung, den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass die einzige mögliche Erweiterungsfläche für den Friedhof Jöhlingen bebaut werden kann, einverstanden sind. Dies entspricht allerdings nicht der Realität. Diese Fläche wird noch in diesem Jahrhundert als Erweiterung für den Friedhof gebraucht. Die veröffentlichten Prognosen der Gemeinde über den Bevölkerungszuwachs betreffen halt auch den Friedhof. Wer wird das verantworten? Ein Seniorenzentrum kann an viele Plätze gebaut werden, genau wie am Friedhof muss man das Grundstück sowie kaufen, jeder Bauträger weiß das. Über die Frage der Pietät des Friedhof-Standorts für ein Seniorenzentrum gibt es nicht viel Neues zu sagen. Nicht geprüft erscheint besonders auch Frage der Abstand-Flächen eines Friedhofs zu einer Bebauung. Ebenso wenig wie die Abstände von bestehenden Grabstätten zu einer neu zu bauenden Straße. Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen sind nicht zu missachten. Hoffe es wird gemacht, habe Zweifel.

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    Lothar Schmitt

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    Als Antwort auf: Edelberg wirds
    Kirchliche vs. private Träger:
    Ich halte es für einen Trugschluss zu meinen, dass kirchliche Träger „sozial“ handeln. Ein Blick nach Bretten (Caritas) reicht, um zu sehen, dass auch hier wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. Ebenso liegt im kirchlichen „Arbeitsrecht“ so einiges im Argen.

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    Kraichgauer

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    Gondelsheimer & Schmitt: Die Caritas Bretten ein abschreckendes Beispiel …auch hier wirtschaftliche Interessen im Vordergrund (?)
    Wer pri­o­ri­täre wirtschaftliche Interessen einer shareholder value verpflichteten internationalen Holding mit dem (notwendigen) „wirtschaftlichen Betrieb“ einer Alten- und Pflegeeinrichtung durch eine gemeinnützige GmbH eines konfessionellen Trägers nicht auseinanderhalten kann, der sollte sich vielleicht doch irgendwann mal bemühen, etwas dazu zu lernen. Damit nicht nur platte Sprüche herauskommen.

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    Lothar Schmitt

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    @Kraichgauer

    Wieso eigentlich anonym? Um besser pöbeln zu können? Ihre „platten“ und feigen Angriffe können sie sich sparen. Dann erhellen sie uns doch mal bitte und erklären uns den ach so sozialen Hintergrund in Sachen Altersheim Bretten. Inwiefern verhält sich der Caritasverband denn mehr „gemeinnützig“, als eine „shareholder value verpflichtende Holding“? Zur Info: Die Caritas hat alles dafür getan, die Mitarbeiter und Insassen des katholischen Altersheims zu verunsichern. Mitarbeiter sind abgewandert, angeblich fehlen auch Patienten. Dies nimmt Frau Hürten jetzt zum Anlass, das endgültige Aus für die „katholische Altenpflege“ in Bretten zu verkünden. Das, obwohl die Gemeinde Bretten der Caritas entgegen ging und unpopuläre Maßnahmen ergriff. (Umwidmung des für einen Neubau geplanten Geländes) „Zu großes wirtschaftliches Risiko“, lässt die „gemeinnützige“ Vorstandsvorsitzende Frau Hürten jetzt.verkünden. Setzen sie ihre bigotte Brille ab und sehen sie den Tatsachen ins Gesicht. „Konfessionelle Trager“ sind auch Wirtschaftsunternehmen. Auch hier steht Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Auch politischer (religiöser) Einfluss spielt eine Rolle. Das Abgreifen von staatlichen und sozialen Mitteln gehört zum Geschäftsmodell. Gemeinnützigkeit steht auch hier schon längst im Hintergrund. Lernen sie dazu und schauen sie sich die Finanzierung des Caritas Verbandes an. Und vor allem: Diskutieren sie mit offenem Visier, anstatt anonym und ohne Courage den Oberlehrer zu spielen.

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      Kraichgauer

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      @ Schmitt
      Auch wenn Sie sich sehr geärgert haben, meine Steilvorlage nachplappern ist fantasielos. Bitte etwas mehr originelle Gedanken. Sie wissen offenkundig auch nicht einmal, dass eine gemeinnützige GmbH vom Finanzamt regelmäßig lückenlos und penibel auf ihre Gemeinnützigkeit geprüft wird. Das bestätigt nur meine unten geschriebene Meinung. Ich hoffe, dass Sie etwas davon haben, wenn ich mit meinem Namen unterschreibe. Mir sagt Schmitt nämlich genau so viel wie Müller oder Meier.
      Gruß aus dem Kraichgau
      Bernhardt Beuttenmüller, Oberlehrer

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    Lothar Schmitt

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    @Beuttenmüller, alias Kraichgauer
    Da sie offensichtlich nicht in der Lage sind, auf einfache und konkrete Fragen zu antworten und stattdessen ein neues Fass (Finanzamt) aufmachen, beende ich hiermit den Dialog mit ihnen. Sie sind nur auf Disput aus. Das ist mir zu primitiv.

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