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Dornröschen Mausoleum

Gondelsheimer Grablege der Grafen Douglas im Märchenstil

Das 1857 vom Karlsruher Architekten Georg Jakob Schneider im schottischen-neugotischen Stil geplante und errichtete Gondelsheimer Schloss wurde 2010 an die Heidelberger Geschäftsfrau Deniz Tandogan-Weidenhammer verkauft. Nachdem sie zunächst alte Traditionen aus der gräflichen Zeit fortgesetzt hatte, sperrte sie aber bald danach den Schlosspark für die Öffentlichkeit

und beendete auch die Tradition des Weihnachtsmarkts. Seither ist es still um das Gondelsheimer Schloss geworden.

Noch stiller gar um das Mausoleum, das auf dem Schlossbuckel hoch über dem gleichnamigen Neubaugebiet am Waldrand thront. Nach neun Jahren gleicht es dem Schloss in jenem Märchen, in dem Dornröschen einen langen Schlaf hielt. Wie in jenem Märchen rankt sich ein immer dichter werdendes Dornengestrüpp um die Grablege des  Grafen Wilhelm Douglas. Das fiel nicht nur Anliegern des „Schlossbuckel“, sondern auch den Gemeinderäten auf. Da die Beziehungen zwischen Schlossherrin und Gemeinde schon seit etlichen Jahren auf Eis liegen, wandte sich Bürgermeister Markus Rupp im März 2019 zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden an die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt.

Überwuchert

„Der Zustand des Mausoleums nordöstlich des Gondelsheimer Schlosses am Waldrand oberhalb des Neubaugebiets „Schlossbuckel“ verschlechtert sich kontinuierlich“, heißt es in dem Schreiben. Darauf habe die Gemeinde  in der Vergangenheit bereits mehrfach hingewiesen. Ursprünglich als „Blickfang“ stadtplanerisch hervorgehoben und damit den Belangen des Denkmalschutzes Rechnung getragen, werde die Anlage immer mehr zum Ärgernis. „Die Beseitigung dieses Zustandes ist auch ein stetes Anliegen unseres Gemeinderates! Wir bitten daher um Prüfung, ob hier behördlicherseits Abhilfe geschaffen werden kann,“ heißt es in dem Schreibe weiter.

Die Untere Denkmalschutzbehörde im Baurechtsamt des Landratsamtes Karlsruhe gehe aktuell diesem Hinweis nach, bestätigte Landratsamt-Pressesprecher Matthias Krüger. Mit Schreiben vom 16. April habe das Baurechtsamt die Eigentümerin aufgefordert, Ihren Erhaltungs- und Pflegepflichten nachzukommen. Eine Reaktion hierauf sei noch nicht erfolgt.

In einem nächsten Schritt werden die notwendigen Maßnahmen mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt. Zum aktuellen Zeitpunkt ist offensichtlich, dass Pflegearbeiten im direkten Umfeld des Mausoleums und im Bereich des Fußweges der zum Mausoleum führt, notwendig sind. Inwieweit weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes erforderlich sind, werde der weitere Abstimmungsprozess zeigen. Das Landratsamt stehe hierzu aktuell im fachlichem Austausch mit dem Landesdenkmalamt. Mitte Mai rechnen sei nach Angaben von Matthias Krüger mit konkreteren Ergebnissen zu rechnen. Ein Prinz also wird das Mausoleum nicht wachküssen, sondern eher eine Anordnung des Denkmalamtes, auf deren Umsetzung aber wie im Märchen noch etliche Zeit gewartet werden muss.

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