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Dorf fast ausgerottet


Den Ort erkunden. Diese Möglichkeit will die Walzbachtaler Gemeindeverwaltung ihren Bürgern mit Ortsrundgängen geben. Die Heimatgeschichte der Ortsteile steht dabei im Vordergrund. Geführt werden die Rundgänge von heimatgeschichtlich erfahrenen Bürgern. In Jöhlingen übernahm diese Aufgabe am Samstag Anton Machauer.

Als Mitglied des Heimat- und Kulturvereins und Vorstandsmitglied des Heimatvereins Kraichgau verfügt er über einen schier unerschöpflichen Fundus an Informationen gerade über die Lokalgeschichte. Er konnte sich dabei auf Recherchen von Jürgen Protz stützen, der so manche historische Quelle in Bildersprache übersetzt hatte. Schon an der ersten Station machte Machauer davon reichlich Gebrauch. Dort, wo die Ursprünge Jöhlingens liegen, im Hof der Walzbachschule, staunte die achtzehnköpfige Gruppe über weit zurückliegende Wurzeln. Sie reichen bis zu den Kelten und mündeten in eine lange Besiedlungsgeschichte, die durch Grabungsfunde bestätigt werden kann. Nur einmal stand das Dorf kurz vor dem Untergang. Während des 30-jährigen Krieges waren neun Zehntel der Bevölkerung schon 1633 ausgerottet, also schon weit vor Ende des Krieges.

Anton Machauer führt einen Ortsrundgang am Kirchplatz Jöhlingen

Mit etlichen Protzschen Bildtafeln konnte Anton Machauer detailliert und eindrücklich die mittelalterliche Situation mit burgähnlicher Dorfstruktur darlegen. In deren Mittelpunkt stand die Kirche, deren Fundamente weit über die erste schriftliche Erwähnung Jöhlingens im Jahr 1024 zurückreichen. Vom Schulhof aus ging es dann in die Nachfolgekirche Sankt Martin und schließlich brach die Gruppe zu einem kurzen Spaziergang auf zu den ehemaligen Toren des Dorfes und zum Hirtenbrunnen.

Besonders wissbegierig nahmen die Neubürger die Informationen auf. Geradezu gemacht schien der Rundgang für die in jüngerer oder nicht ganz junger Vergangenheit Zugezogenen. Erst vor drei Wochen im „Daubmann“ eingezogen, saugte Anna Hippel geradezu alles auf. „Wir interessieren uns schließlich dafür, wo wir gelandet sind“, meinte die junge Mutter. Drei Jahre hingegen schon ist Gabriele Borlinghaus in Jöhlingen heimisch und hat trotzdem immer noch Informationsbedarf über die Geschichte und das ganz Dorf, wie sie gestand.

Anton Machauer führt einen Ortsrundgang am Kirchplatz Jöhlingen

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