Header

Die Firmen zocken

Gute Auftragslage mündet in keinen oder zu hohen Angeboten für die Gemeinden

Die deutsche Wirtschaft brummt. Die Auftragslage der Firmen ist sehr gut. Nicht alle freut das. Zum Leidwesen der Kommunen steigen nämlich die Angebote für Ausschreibungen umgekehrt proportional zu ihrer Anzahl. Immer weniger Firmen zeigen aufgrund ihrer Auslastung Interesse, dann aber zu höheren Preisen.

Diese leidvolle Erfahrung musste nach Oberderdingen am Montag mit der Ausschreibung für Straßenbau (die BNN berichteten) jetzt auch Gondelsheim mit Ausschreibungen für das neue Feuerwehrgerätehaus in den Gölswiesen und Arbeiten auf dem Friedhof machen.

Die Sanitärarbeiten im Feuerwehrgerätehaus waren vom Planungsbüro mit 117.000 Euro errechnet worden. Zur Submission hatte von vier Firmen nur eine ein Angebot abgegeben. Es lag mit 151.000 Euro 28 Prozent über dem Kostenvoranschlag. Da wollte der Gondelsheimer Gemeinderat dann doch nicht mitmachen. Eine Zwickmühle. Einfaches Aufheben der Ausschreibung war nicht ratsam, denn die Ausführung der Sanitärarbeiten sei unabdingbar für die übrigen Gewerke, mahnte Bürgermeister Markus Rupp nicht nur aus rechtlichen Gründen zur Vorsicht. Bei einer erneuten Ausschreibung könne man überdies vom Regen in die Traufe kommen.

Erst ein Hinweis von Bauamtsleiter Sören Rexroth brachte Bewegung in die Diskussion. Einen richtigen Ausreißer beinhalte das Angebot nur bei den Wartungsarbeiten. Dort will Markus Rupp jetzt den Hebel ansetzen. Der Gemeinderat ermächtigte ihn, mit der Bruchsaler Firma nachzuverhandeln und „den Hebel bei der Wartung“ anzusetzen.

Überhaupt kein Angebot war für die Heizung abgegeben worden, obwohl drei Firmen die Angebotsunterlagen abgeholt hatten. Die öffentliche Ausschreibung dieses Gewerks muss daher aufgehoben werden. Aus Zeitgründen bleibt nach erfolgloser öffentlicher Vergabe nur eine freihändige Vergabe. Der Gemeinderat ermächtigte den Bürgermeister dazu, sollte er ein im Rahmen liegendes Angebot ausfindig machen können. Eine Punktlandung gab es indessen bei den Elektroarbeiten. Sie gehen mit 132.000 Euro an die Waghäuseler Firma Heiler.

Insgesamt zeigte sich Markus Rupp durchaus zufrieden mit den bisherigen Vergaben für das Feuerwehrgerätehaus. Mit den bisherigen Gewerken unterschreite man die Kostenberechnungen um rund 60.000 Euro.

Die gleiche frustrierende Erfahrung wie bei den Sanitärarbeiten musste der Gemeinderat auch mit der Ausschreibung für die Grünpflege des Gondelsheimer Friedhofs machen. Die Kostenberechnung lag bei 37500 Euro, das günstigste Angebot mit einer Überschreitung von 23 Prozent bei 46.000 Euro. Aufhebung der Ausschreibung hieß für Hauptamtsleiter Lothar Rapp die Konsequenz. In diesem Fall gab es allerdings eine einfache Lösung: „Das kann der Bauhof machen“.

37500 Euro, das günstigste Angebot mit einer Überschreitung von 23 Prozent bei 46.000 Euro. Aufhebung der Ausschreibung hieß für Hauptamtsleiter Lothar Rapp die Konsequenz. In diesem Fall gab es allerdings eine einfache Lösung: „Das kann der Bauhof machen“.

Trackback von deiner Website.

Kommentieren

Home Footer Links