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Bombenstimmung im Gemeinderat

„Moby-Dick“-Kinder präsentierten Natur-Projekt
Einen Bomben-Auftritt hatten die Kleinen der Wössinger Kindertagesstätte „Moby Dick“ im Walzbachtaler Gemeinderat. Die zehn Kinder hatten mit Mamas und Papas nicht nur in den Zuhörerreihen Platz genommen, sondern auch einen großen Korb mit sogenannten „Samenbomben“ mitgebracht. Die durften sie nach der Vorstellung des Förderprojektes „Natur nah dran“ des NABU und des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg an die Gemeinderäte verteilen. An diesem Projekt nahmen die Kinder teil und waren maßgeblich verantwortlich für seinen großen Erfolg. In dem landesweiten Wettbewerb habe das Walzbachtaler Modell unter 64 sich bewerbenden Gemeinden die höchste Punktzahl erreicht, berichtete Bernd Scholer und erhielt dafür kräftigen Beifall aus den Reihen des Gemeinderats.

Der Walzbachtaler Bauhofchef ist ohne Zweifel der Motor des Projekts. Auf den auf seine Initiative hin in Walzbachtal angelegten Blühflächen für Wildbienen wurden bei einer professionellen Kartierung nicht weniger als 53 Wildbienenarten nachgewiesen. Zwölf davon sind in der roten Liste Baden-Württembergs oder Deutschlands geführt, darunter die sehr seltene Schöterich-Mauerbiene. Sie spielte in der von ihm initiierten Zusammenarbeit mit den Gartenkindern des „Moby Dick“ eine besondere Rolle. Sie mutierte zur kleinen kindgemäßen „Martina“, die schließlich den Juroren und vorgestern auch den Gemeinderäten mit einem kleinen Video vorgestellt wurde. Ebenso in Fotos das Engagement der Kinder beim Schaffen sogenannter „Trittsteine“, auf denen für „Martina“ weitere Blühwiesen geschaffen wurden. „Etwas Einmaliges sei das, was es bisher noch nicht gab“, berichtete der Bauhofleiter. Außerdem wurde noch ein Comic zur Illustration produziert.

Sabine Gemmel-Krauß habe auf seinen Wunsch hin und „ohne mit der Wimper zu zucken“ ihre Bereitschaft zum Mittun bekundet. Die Leiterin des „Moby Dick“ schilderte ausführlich den Beitrag, den die Kinder zu dem Projekt geleistet hatten. Daran wird weiter gearbeitet. Bereits am heutigen Mittwoch werden die Kinder im Wössinger Bauhof Insektenhäuser bauen.

So viel Erfolg spricht sich natürlich herum. Die an dem Wettbewerb „Natur nah dran“ teilnehmenden Gemeinden aus ganz Baden-Württemberg werden am 26. Juni zu einem Praxistag nach Walzbachtal kommen. Zwei Tage später werden die „Moby-Dick“-Kinder die Pflanzungen am Bachweg vornehmen. Am 25 und 26. September werden die Ergebnisse bei einem Pflegetag noch einmal von den baden-württembergischen Experten überprüft.

Die Freude über das Projekt und seine Erfolge war im Gemeinderat ungeteilt. „Wir können in Walzbachtal die Welt nicht retten“, meinte Karl-Heinz Burgey, „aber wir können vor Ort einen kleinen Teil dafür tun.“ Bernd Scholer stehe seit Jahren für eine entsprechende Pflege der gemeindlichen Anlagen. Die Gemeinde werde damit ihrer Verantwortung zur Bewahrung der Schöpfung gerecht. Die Wildbiene stehe als ein Symbol dafür. Das Einbeziehen von Kindern habe eine ganz besondere Bedeutung, denn sie ließen sich leichter begeistern für Pflanzen und Tiere. Über die Kinder könne man auch die Eltern und Großeltern erreichen.

„Eine Bombenstimmung“ über das Projekt machte Michael Paul(CDU) im Gemeinderat aus. Es schreie geradezu nach Wiederholung „bachabwärts“ in Jöhlingen. Großen Respekt an die Adresse von Bernd Scholer zollten auch Andrea Zipf für die Grünen und Silke Meyer für die SPD.

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