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Aufbruch zur Barrierefreiheit

Brettener Wählergruppe will Gesamtkonzept für Bretten

Um die Barrierefreiheit steht es in Bretten schlecht. Zu diesem Ergebnis kam die Wählergemeinschaft „Aufbruch“ während eines Vor-Ort-Termins, der im Rahmen des Wahlkampfs für die Gemeinderatswahl am 26. Mai zu vielen neuralgischen Punkten führte. Bis jetzt sei das Thema Barrierefreiheit immer nur beim Bahnhof abgearbeitet worden. Es gebe indes viele weitere Stellen in Bretten,

an denen Behinderte scheitern, meinte Gemeinderat Hermann Fülberth gleich am Fuß der ersten Station. An der granitenen Treppe des alten Rathauses beißen sich Behinderte in aller Regel die Zähne aus. Mit Kritik daran hielten sich die beiden Protagonisten und Kandidaten Hermann Fülberth und Dr. Peter Bahn nicht zurück.

Bürgersaal, Bibliothek, Museum seien für Rollstuhlfahrer schlicht nicht zu erreichen. Rollstuhlfahrer würden damit automatisch von vielen kulturellen Veranstaltungen ausgeschlossen. Als den Gipfel im wahrsten Sinn des Wortes bezeichnete Fülberth Pläne, das Trauzimmer ganz oben in der Spitze des Pfeiferturms unterzubringen, wo doch die Erreichbarkeit des jetzigen Trauzimmers im Obergeschoss des alten Rathauses schon jetzt eingeschränkt sei. Abhilfe könne allein ein Außenaufzug an der Südseite bringen. Die Mittel dafür seien da. Doch „von dem wird seit Jahren im Gemeinderat nur gschwätzt“, schüttelte Hermann Fülberth den Kopf. „Innen und außen suboptimal“, pflichtete ihm Dr. Peter Bahn bei.

Um einen Außenaufzug ging es auch bei der nächsten Station, dem Stadtmuseum im Schweizer Hof. Dr. Peter Bahn, der das Museum 16 Jahre lang leitete, berichtete aus eigener Erfahrung davon, dass viele Besucher mit Rollstühlen oder Gehhilfen drei der vier Ausstellungsebenen nicht erreichen konnten. Abhilfe geschaffen werden könne hier mit der Installation eines Außenaufzuges über den Innenhof des Anwesens. So gehe auch keine Ausstellungsfläche verloren. Als „intelligente Lösung“ bezeichnete er hingegen die Aufzugslösung für das ehemalige Strasserhaus, über die auch das Melanchthonhaus erschlossen werde.

Auch an den weiteren Stationen prasselte n die Vorwürfe nur so nieder auf die Gemeinderatskollegen und den Bürgermeister. Ganz ähnlich beurteilt wurde von der kleinen Runde das Amtshaus mit Sitz des Notariats und des Amtsgerichts. Das mehrstöckige Gebäude, das sich im Eigentum des Landes befindet, ist nur über eine kleine Außenrampe und zahlreiche steile Treppen erschlossen – eine Zumutung nicht nur für Gehbehinderte, sondern auch für Eltern mit Kinderwagen. Hier, so Hermann Fülberth, müsse die Stadt Bretten gegenüber dem Land auf eine Verbesserung drängen. Nicht viel besser schnitt die Stadtbücherei ab, in der nur das Erdgeschoss barrierefrei erschlossen ist und selbst im jüngst sanierten neuen Rathaus könne das dritte Obergeschoss nur über eine schmale, steile Treppe erreicht werden.

Michael Vogt und seine im Rollstuhl sitzende Frau Eva konnten diese Urteile genauso unterschreiben wie Anne-Barbara Lauf, die mit ihrem Kinderwagen ebenfalls schon an manchem Hindernis gescheitert sei wie sie berichtete. Aufmerksam begleitet wurde die fünfköpfige Gruppe von Alexandra Grenzhäuser. Sie arbeitet am Aufbau eines Vereins, der Hilfestellung eben will für Menschen mit Behinderungen. Sie stimmte dem Bahn´schen Resümee zu, dass „ein städtisches Gesamtkonzept für ein barrierefreies Bretten, das die verschiedenen notwendigen Einzelmaßnahmen zusammenfasst“ notwendig sei.

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