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Adolf ist weg

Adolf Hitler ist nicht mehr Walzbachtaler Ehrenbürger. Einstimmig erkannte ihm der Gemeinderat die Ehrenbürgerschaft ab. Sie war ihm im März 1933 vom Wössinger Gemeinderat verliehen worden. Anfragen der BNN hätten die Gemeindeverwaltung darauf aufmerksam gemacht. Nachforschungen im Gemeindearchiv hätten die Anfragen bestätigt, räumte Bürgermeister Karl-Heinz Burgey gegenüber dem Gemeinderat ein. In den Gemeinderatsprotokollen der Gemeinde Wössingen aus dem Gemeindearchiv sei vermerkt, dass der Gemeinderat von Wössingen am 10. März 1933 dem damaligen Reichskanzler Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft verliehen habe. Ebenso dem späteren Reichstatthalter und Gauleiter von Baden, Robert Wagner. In Jöhlingen habe man einen parallelen Eintrag nicht finden können. Man habe nicht ausfindig machen können, ob in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg die Ehrenbürgerschaft bereits aberkannt worden sei.
Da Adolf Hitler als Hauptverantwortlicher für die unaussprechlichen Verbrechen der NS-Zeit, für millionenfachen Mord aus rassistischen Motiven und für die Entfesselung der Schrecken des Zweiten Weltkrieges gelte. Robert Wagner sei für die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung und die Unterdrückung und Ausbeutung der elsässischen Bevölkerung verantwortlich. Deshalb sei die Aberkennung beider Ehrenbürgerschaften zwingend. „Wir müssen ganz klar Stellung beziehen und uns distanzieren“, meinte Karl-Heinz Burgey.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Paul sah die historische Verpflichtung genauso. Er wolle Zeichen setzen in einer Zeit, in der nationale Bewegungen wieder an Bedeutung gewinnen. Für ihn sei das deshalb von besonderer Bedeutung, weil sein Urgroßvater zu jenen gehört habe, die damals in Jöhlingen von den Nazis verhaftetet worden seien. Er sei sich sicher, dass der Urgroßvater sich über das Abstimmungsverhalten seines Urenkelsfreuen würde. Für die SPD-Fraktionsvorsitzende Silke Meyer trug die Abstimmung eher symbolischen Charakter. Sie empfand sie aber als genauso wichtig wie Michael Futterer, der für die Grünen ein Zeichen setzen wollte.

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