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5,2 Millionen fürs Freibad

Kostspielige Sanierung in Oberderdingen
Das Oberderdinger Freibad ist 62 Jahre alt. Die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Deshalb denkt man im Oberderdinger Gemeinderat schon lange über seine Sanierung nach. Bereits im Jahr 2007 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Deren Umsetzung ist an der Finanz- und Wirtschaftskrise gescheitert. Im Herbst letzten Jahres wurden die Überlegungen wieder aufgenommen. Die Heilbronner Protex-Ingenieure wurden mit einer Bedarfsanalyse, einer Besucherprognose und einer Machbarkeitsstudie beauftragt. „Wir biegen auf die Zielgerade ein, auch wenn noch einige Hürden zu überwinden sein werden“, zeigte sich Bürgermeister Thomas Nowitzki am Dienstagabend optimistisch, dass sich der Gemeinderat nach einer vorgesehenen Bürgerbeteiligung auf das endgültige Projekt verständigen werde. Die prognostizierten Kosten liegen bei 5,2 Millionen Euro. Er rechne mit einem Zuschuss von 1,5 Millionen Euro aus dem Finanzausgleichstock des Landes, auch wenn es dafür keine verbindliche Zusage gebe, wie er auf Nachfrage von Christian Strohmenger (UBO) einräumen musste.

Details der Machbarkeitsstudie stellte Johannes Ollmann vor. Die Besucherzahlen fielen zwischen 2002 und 2016 sehr unterschiedlich aus. Die 110.000 Besucher aus dem Rekordsommer 2003 bezeichnete der Ingenieur als positiven Ausreißer. Im Durchschnitt besuchten pro Saison rund 52.000 Badegäste das Oberderdinger Bad. Nach einer Sanierung des Bades würde man auch den ein oder anderen Brettener ansprechen und nach seinen Berechnungen im langfristigen Mittel auf rund 70.000 Besucher kommen. Es sei als durchaus noch „Luft nach oben drin“. Die würden sich allerdings nicht gleichmäßig über die ganze Saison verteilen, sondern auf wenige Tage am Anfang konzentrieren. Die von ihm an diesen Tagen errechneten 286 Badegäste pro Stunde brauchten eine Wasserfläche von 919 Quadratmeter und damit sogar weniger als aktuell vorhanden sei. Das Bad könnte sogar etwas kleiner sein als aktuell um diesen Bedarf zu erfüllen.

Den Bereich der Brettener Straße favorisiert Thomas Nowitzki als neuen Eingang zum Freibad.

Große Probleme sah Ollmann allerdings bei der Einhaltung der verschärften Hygienevorschriften. Die derzeitige Reinigungsleistung entspreche diesen nicht. In einem komplett neuen Becken müsse beispielsweise der Wasseraustausch in einer Badewasseraufbereitungsanlage mit geschlossenem Mehrschichtfilter deutlich erhöht werden von aktuellen rund 140 auf 627 Kubikmeter pro Stunde. Nachkommen werde man dem Wunsch der Badegäste nach wärmerem Wasser. Eine Solaranlage auf dem Umkleidetrakt soll im Kleinkinderbecken für 28 – 32 Grad und im Mehrzweckbecken für 24 bis 26 Grad sorgen. Gerade bei sonnenarmen Tagen könne das allerdings nicht immer garantiert werden.

Die erforderlichen Maßnahmen im Gebäudebereich schilderte Ollmann-Kollegin Meltem Arslan. Der alte Kiosk wird abgebrochen. Eine völlige Neuordnung sei notwendig. Der Umkleidetrakt bleibe bestehen. Nachdenken müsse man über eine Verlegung des Eingangsbereichs, ergänzte Thomas Nowitzki. Ein Eingang an der Brettener Straße mache sehr viel mehr Sinn, weil er näher an den Parkplätzen liege. Der Gemeinderat werde das ein oder andere Bad noch ansehen vor einer Entscheidung.

Sowohl Markus Müssig als auch später Michael Blankenhorn wiesen darauf hin, dass man ähnlich dem Flehinger Erlebnisbad für die Realisierung des Vorhabens die Mithilfe der Bürger brauche. Die waren denn auch in außergewöhnlich großer Zahl gekommen, verfolgten interessiert auf den Zuschauerbänken die fast zweistündigen Beratungen und verließen nach der einstimmigen Billigung des Gemeinderats fast in einer Art Exodus den Sitzungssaal.

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